Warnung vor Online Crypto Trading Platform LTD (baomineotraso.info): Betrug im Kryptomarkt

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Online Crypto Trading Platform LTD, die sich als „Lebensertrag durch Investition“ verkauft, ist ein klarer Betrugsfall. Wenn Sie bereits Geld auf das Konto eingezahlt haben, sollten Sie sofort handeln.

Screenshot der Webseite Baomineotraso (baomineotraso.info)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite baomineotraso.info

Warum baomineotraso.info unseriös ist

Die Website von baomineotraso.info lässt bereits von Beginn an mehrere red flags erkennen. Erstens gibt es keine Angabe zu einer gültigen Aufsichtsbehörde oder Lizenznummer. Für regulierte Kryptobörsen muss ein Nachweis über die Zulassung durch eine Finanzaufsichtsbehörde vorliegen, was hier komplett fehlt. Zweitens wird ein Versprechen von „Lebenslangleistungen“ über Investitionen gemacht, ohne dass ein nachvollziehbarer Handelsmechanismus oder ein zugrundeliegendes Portfolio gezeigt wird. Solche unrealistischen Renditen sind ein klassisches Signal, dass die Zahlen auf der Plattform generiert werden. Drittens akzeptiert die Plattform mehrere Zahlungsmethoden, darunter Bitcoin und USDT, was ein hohes Risiko von Geldwäsche darstellt, wenn keine entsprechende KYC-Verifizierung stattfindet. Viertens ist die Mindestanzahlung von 1.000 EUR, was für einen Anfänger ungewöhnlich hoch ist, aber gleichzeitig das Risiko erhöht, da der Betrugszyklus oft mit einer hohen Erstinvestition beginnt. Diese Punkte zusammengenommen lassen keine Zweifel an der Unseriösität der Plattform.

Wo Online Crypto Trading Platform LTD angeblich sitzt

Die Plattform nennt die Adresse 48 Warwick Street, London, England, W1B 5AW. In den offiziellen Handelsregistern ist das Unternehmen unter dieser Adresse jedoch nicht erfasst, was darauf hindeutet, dass die Adresse lediglich als Tarnung dient. Außerdem fehlt eine Angabe zu einer Aufsichtsbehörde, die für Kryptobörsen zuständig wäre.

Am angeblichen Standort im Vereinigten Königreich steht in Wirklichkeit ein Straßenpunkt ohne adressiertes Gebäude ("Warwick Street"). Für die Tätigkeit als Online-Broker ist diese Lokation offensichtlich ungeeignet.

Eine technische Auffälligkeit verstärkt den Verdacht. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Wer Adresse, Server und Vorwahl bewusst auseinanderzieht, will Strafverfolgung erschweren. Genau dieses Muster prägt die Mehrzahl der von uns dokumentierten Betrugsfälle.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
unbekannt
Hosting-Land
USA

Wie der Betrug bei baomineotraso.info abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Betrügerinnen und Betrüger nutzen meist gezielte Werbeanzeigen auf sozialen Medien, insbesondere Instagram und TikTok, um potenzielle Anleger zu erreichen. Auf baomineotraso.info werden häufig „Lebenserträge“ versprochen, die sofort nach der ersten Einzahlung von 1.000 EUR sichtbar sind. In der Regel wird der Nutzer über ein angebliches „Krypto-Investment“-Programm angesprochen, das angeblich sofort hohe Renditen liefert. Die erste Einzahlung wird bewusst hoch angesetzt, um die Hemmschwelle zu erhöhen und den Eindruck einer seriösen Investition zu erwecken. Oft werden Testimonials von angeblichen „Erfolgreichen“ präsentiert, die jedoch keine Verifizierbarkeit besitzen. Dieser erste Schritt ist entscheidend, weil er die emotionale Bindung zum Investor schafft und ihn in die Falle lockt.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der Einzahlung zeigen die Plattform-Screenshots und Dashboard-Darstellungen angeblich hohe Gewinne. Die Zahlen werden in einer Web-App generiert, die keine echte Orderausführung an Börsen durchführt. Stattdessen wird das Guthaben des Nutzers in ein internes System umgewandelt, das die Werte manipuliert. Das Ziel ist klar: Vertrauen aufbauen. Wenn die Plattform ein „Portfolio“ mit angeblich hohen Renditen präsentiert, glauben die Anleger, dass ihr Geld sicher und profitabel arbeitet. In Wirklichkeit handelt es sich um ein reines „Fake-Profit“ System, das keinerlei reale Marktbewegungen widerspiegelt.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald ein Nutzer Vertrauen gewonnen hat, beginnt die eigentliche Geldschleuder. Die Plattform verspricht „VIP-Konten“, hohe Hebel (bis zu 1:500), exklusive IPO-Zugänge und garantiert hohe Gewinne. Ein persönlicher Account-Manager, der häufig über WhatsApp oder Telegram kontaktiert, baut eine persönliche Beziehung auf und nutzt soziale Beweise. Durch Zeitlimits („Nur heute“) und künstliche Verknappung wird der Druck erhöht. Die Betrüger fordern oft weitere Einzahlungen von 5.000 € bis über 50.000 €. In manchen Fällen wird sogar ein Betrag von 500.000 € gefordert. Diese Phase ist die eigentliche Geldschleuder, bei der das Vertrauen des Opfers in den Betrug ausgenutzt wird.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald ein Anleger seine Gewinne auszahlen möchte, tauchen plötzlich Gebühren auf, die in der Regel nicht existieren. Typische Fake-Gebühren sind: Transaktionsgebühr, Steuervorauszahlung ans Finanzamt, Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“, KYC-Verifizierungsgebühr, Konto-Aktivierungsgebühr und Anti-Geldwäsche-Hinterlegung. Die Forderung lautet: „Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.“ Diese Gebühren sind die letzte Melkphase des Scams: Das Opfer zahlt, und die Plattform verschwindet mit dem Rest des Geldes.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach ersten Verlusten werden häufig Dritte kontaktiert: angebliche Anwälte, die „Vergleichsverfahren“ anbieten, Behörden-Mitarbeiter oder Krypto-Forensiker, die „Wiederherstellungs-Software“ besitzen. Sie fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In der Regel sind es dieselben Täter, die das Geld weiterverkaufen. Ein seriöser Anwalt oder eine Behörde wird NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram Kontakt aufnehmen, um Ihr Geld zurückzuholen. Diese Recovery-Scams sind ein zusätzlicher Schock, der das Opfer noch tiefer in den Betrug zieht und zusätzliche Verluste verursacht.

Das Netzwerk hinter baomineotraso.info

Online Crypto Trading Platform LTD ist Teil eines Netzwerks von 90 Plattformen, die ähnliche Namen, Logos und Domain-Endungen nutzen. Diese Plattformen teilen oft die gleiche Serverinfrastruktur und die gleiche Marketing-Strategie. Das bedeutet, dass, sobald eine Seite auffällig wird, die Betreiber schnell eine neue Plattform unter einem anderen Namen eröffnen können. Dieses Re-Branding ist ein häufiges Merkmal von Betrugsnetzwerken, die versuchen, regulatorische Aufmerksamkeit zu umgehen. Wenn Sie also mehrere ähnliche Plattformen mit identischen Kontaktdaten und URLs bemerken, sollten Sie diese sofort meiden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht Ihr Risiko. Der Betrug ist darauf ausgelegt, Sie zu weiteren Investitionen zu bewegen, bevor Sie sich überhaupt bewusst sind, dass Sie betrogen werden.
  2. Alle Belege und Transaktionsdetails sichern: Speichern Sie E-Mails, Screenshots, Bank- oder Krypto-Transaktionsnachweise. Diese Dokumente sind entscheidend, falls Sie später rechtliche Schritte einleiten wollen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Krypto-Börse: Informieren Sie Ihren Zahlungsanbieter sofort über den Verdacht. Viele Banken können Ihnen helfen, das Geld zurückzufordern, und haben Verfahren für solche Fälle.
  4. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei: Melden Sie den Betrug bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle. Als ehemaliger Finanzermittler weiß ich, dass die Polizei über spezialisierte Einheiten verfügt, die solche Fälle bearbeiten.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Angebote: Wer Ihnen von Anwälten oder Behörden kontaktiert, die angeblich Ihr Geld zurückholen wollen, ist höchstwahrscheinlich Teil des Betrugs. Warten Sie lieber auf einen offiziellen Kanal Ihrer Bank oder einer offiziellen Behörde.
  6. Suchen Sie Unterstützung: Es gibt spezialisierte Beratungsstellen für Opfer von Kryptowährungsbetrug. Dort erhalten Sie rechtliche und finanzielle Unterstützung.

Schluss

Wenn Sie bereits auf baomineotraso.info Geld investiert haben, handeln Sie jetzt: Sichern Sie Ihre Belege, kontaktieren Sie Ihre Bank, melden Sie den Betrug bei der Polizei und ignorieren Sie alle angeblichen „Recovery“-Angebote. Nur so können Sie Ihre Chancen erhöhen, zumindest einen Teil Ihres Geldes zurückzufinden.

Das Netzwerk hinter Online Crypto Trading Platform LTD

Online Crypto Trading Platform LTD ist Teil eines Netzwerks von 90 ähnlichen Plattformen. Diese Seiten teilen sich oft dieselbe Serverinfrastruktur, dasselbe Domain-Register und nutzen identische Marketing-Kampagnen. Solche Re-Brandings sind ein typisches Kennzeichen von Betrugsnetzwerken, die sich nach Auffälligkeiten schnell neu positionieren.

und 84 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei baomineotraso.info gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei baomineotraso.info
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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