Blockshape (blockshape.eu) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Blockshape (blockshape.eu) ist ein betrügerisches Trading-Portal, das Anleger durch falsche Versprechen und manipulierte Gewinne austrickst. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 1. April 2026 ausdrücklich vor Blockshape unter dem Titel „blockshape(.)eu: BaFin warnt vor Website“. Die vollständige BaFin-Warnung zu Blockshape steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Blockshape (blockshape.eu)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite blockshape.eu

Warum blockshape.eu unseriös ist

Die Analyse der öffentlich zugänglichen Informationen weist mehrere kritische Inkonsistenzen auf, die eindeutig auf betrügerische Absichten hinweisen. Erstens fehlt jede Form von Registrierungsnummer oder behördlicher Lizenznummer. Für ein reguliertes Trading-Portal ist die Angabe einer Lizenznummer von einer Aufsichtsbehörde zwingend erforderlich, jedoch ist bei Blockshape weder eine Lizenzbehörde noch eine Nummer angegeben. Zweitens ist die angebliche Unternehmensadresse nicht im Handelsregister verzeichnet, und die Telefonnummer ist nicht im öffentlichen Telefonverzeichnis gelistet. Drittens akzeptiert die Plattform klassische Zahlungsmethoden wie Kreditkarte, PayPal und Banküberweisung, doch es gibt keine Verifizierung der Konten, keine KYC-Prozesse und keine Transparenz bei den Transaktionen. Viertens werden auf der Website keine konkreten Erfolgsquoten oder Referenzen angegeben, obwohl Testimonial-Namen wie „Michael Reynolds“ und „Sarah Johnson“ genannt werden. Diese Namen sind nicht verifizierbar und werden ohne Nachweis von echten Kundenangaben verwendet. Fünftens ist die Mindestdeposition von 5.000 € ungewöhnlich hoch und gleichzeitig wird keine klare Risikoberichterstattung oder Risikomanagement-Information bereitgestellt. Diese Punkte zusammen deuten eindeutig auf ein betrügerisches Vorhaben hin.

Wo Blockshape angeblich sitzt

Die Website nennt die Adresse Alexanderplatz, 10178 Berlin, Germany. Im Handelsregister gibt es jedoch keine Eintragung unter diesem Namen, und die Telefonnummer +496990235891 ist nicht im öffentlichen Telefonverzeichnis verzeichnet. Das lässt Zweifel an der Existenz eines physischen Unternehmens aufkommen.

Am angeblichen Standort in Deutschland steht in Wirklichkeit ein Hotel ("Park Inn by Radisson Berlin-Alexanderplatz"). Für die Tätigkeit als Online-Broker ist diese Lokation offensichtlich ungeeignet.

Beim genaueren Hinsehen fällt eine Diskrepanz ins Auge. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in Deutschland. Diese Konstellation ist klassisch für Operationen, die in einem Land ihren Ruf aufbauen und in einem anderen ihre technischen Spuren verwischen.

Adresse
Deutschland
Server-Standort
unbekannt
Telefon-Vorwahl
Deutschland

Wie der Betrug bei blockshape.eu abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Der erste Kontakt mit potenziellen Opfern erfolgt meist über gezielte Werbekampagnen in sozialen Medien, insbesondere auf Instagram, Facebook und TikTok. Die Anzeigen präsentieren angebliche „Trading-Gurus“ und versprechen schnelle Renditen von bis zu 200 % in wenigen Wochen. Oft werden gefälschte Testimonials von Personen wie „Michael Reynolds“ verwendet, die angeblich in kurzer Zeit große Gewinne erzielt haben. Sobald ein Interessent auf das Angebot reagiert, wird er zu einer Landing-Page weitergeleitet, wo eine kleine Testeinzahlung von etwa 250 € gefordert wird. Diese geringe Summe dient dazu, die Hemmschwelle des Opfers zu senken und einen ersten „Beweis“ für die Funktionsfähigkeit des Systems zu erbringen. Die Plattform bietet einen einfachen Anmeldeprozess ohne umfangreiche Verifizierungen, sodass das Opfer sofort ein Konto eröffnet.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert die Plattform dem Nutzer fiktive Gewinnzahlen, die in wenigen Tagen steigen. Die Benutzeroberfläche zeigt sofort hohe Buchgewinne, z. B. von 250 € auf 1.000 € innerhalb von 48 h. Diese Zahlen stammen aus einer Datenbank, die lediglich als Marketinginstrument dient und keine echte Orderausführung an einer Börse beinhaltet. Es gibt keine Verbindung zu einer regulierten Börse oder einem Broker, und die Plattform zeigt keine Orderbuch- oder Trade-Histories. Durch die Anzeige von künstlich erhöhten Renditen gewinnt die Plattform schnell Vertrauen, obwohl keinerlei echte Handelsaktivität stattfindet. Dieser Schritt ist entscheidend, um die Glaubwürdigkeit zu etablieren und das Opfer dazu zu bringen, weitere Mittel einzuzahlen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald das Opfer von den ersten „Gewinnen“ überzeugt ist, wird es in ein intensives Kommunikationsnetzwerk eingebunden. Ein persönlicher „Account-Manager“ oder „Berater“ kontaktiert den Nutzer regelmäßig über E-Mail, Telefon und Chat-Apps. Dem Nutzer werden VIP-Konten, Hebelboni von bis zu 1:500 und garantierte Profite versprochen. Es wird argumentiert, dass ein höherer Einsatz zu noch höheren Gewinnen führt und dass nur ein begrenztes Zeitfenster für den Zugang zu exklusiven IPO-Zugängen besteht. Durch gezielte soziale Beweise, wie fiktive Mit-Anleger-Geschichten, und künstliche Verknappung (z. B. „nur heute noch verfügbar“) wird der Druck erhöht. Typische Betrugsbeträge liegen zwischen 5.000 € und 50.000 €, wobei einige Opfer mehr als 500.000 € einzahlen. Diese Phase dient dazu, möglichst viel Geld in die Hände der Betreiber zu bekommen, bevor ein Auszahlungswunsch entsteht.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn das Opfer nun seine Gewinne oder sein Kapital auszahlen möchte, treten plötzlich mehrere Gebühren in den Vordergrund. Der Nutzer wird aufgefordert, die folgenden fiktiven Gebühren zu begleichen:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu dem bereits verlorenen Kapital weitere Mittel, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Dies ist die letzte Melkphase des Scams, in der die Täter das verbleibende Vermögen ihrer Opfer abschöpfen.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten treten häufig Dritte auf den Plan. Sie präsentieren sich als Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ und behaupten, das Geld zurückzuholen. Diese Personen fordern Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“, „Server-Zugriffe“ oder „Wiederherstellungssoftware“. Sie bieten an, die angeblichen Gelder aus der Blockchain zurückzuholen, doch die meisten dieser Versprechen sind reine Täuschung. Oft handelt es sich um dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Echte Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Daher sollte jede dieser Kontakte sofort als verdächtig betrachtet werden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofortige Unterbrechung weiterer Zahlungen: Geben Sie keine weiteren Mittel auf die Plattform ein, sonst verliert das Vermögen weiter.
  2. Beweismaterial sichern: Speichern Sie alle E-Mails, Transaktionsbelege, Chat-Logs und Screenshots. Diese Unterlagen sind entscheidend für mögliche Ermittlungen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank und Zahlungsanbieter: Informieren Sie Kreditkarten- und PayPal-Unternehmen über die betrügerische Aktivität und fordern Sie die Sperrung der Konten.
  4. Erstatten Sie Strafanzeige: Wenden Sie sich an Ihre örtliche Polizeidienststelle oder an das Bundeskriminalamt. Die Ermittler benötigen die gesammelten Beweise, um den Täter zu verfolgen.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scams: Jede Forderung um zusätzliche Gebühren oder Vorauszahlungen ist ein Zeichen, dass das Opfer erneut ausgenutzt wird. Vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit Personen, die sich als „Rechtsberater“ oder „Forensiker“ ausgeben.

Schlussgedanken

Blockshape (blockshape.eu) ist ein klassisches Beispiel für einen modernen Trading-Betrug. Die Plattform nutzt gezielte Marketing-Taktiken, manipulierte Gewinnzahlen und betrügerische Gebühren, um Anleger zu täuschen und zu erpressen. Die forensische Analyse der verfügbaren Daten legt eindeutig die Unregelmäßigkeiten offen, die auf einen betrügerischen Betrieb hinweisen. Betroffene sollten sofort handeln, ihre Beweise sichern und die zuständigen Behörden informieren, um weitere Opfer zu verhindern.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei blockshape.eu gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei blockshape.eu
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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