Warnung vor BrametoxPro (brametoxpro.net): Betrug im Fokus

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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BrametoxPro (brametoxpro.net) ist ein betrügerisches Investmentportal. Es lockt Anleger mit unrealistischen Versprechen und verschleiert die wahre Absicht. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 3. Juni 2025 ausdrücklich vor Brametoxpro unter dem Titel „BaFin warnt vor Plattformreihe – Investieren mit KI“. Die vollständige BaFin-Warnung zu Brametoxpro steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Warum brametoxpro.net unseriös ist

BrametoxPro präsentiert sich als KI-Investitionsplattform. Doch die fehlende Handelsregisternummer und das Fehlen einer Aufsichtsbehörde sprechen sofort alarmierend. Auf der Website finden Sie keine Lizenznummer, keine Angaben zu einem registrierten Broker. Die Plattform behauptet, automatisierten Aktien- und Krypto-Handel anzubieten: aber die Aufzeichnungen zeigen, dass keine echten Aufträge an Börsen ausgeführt werden. Stattdessen liefert die Software gefälschte Gewinnzahlen. Diese Diskrepanz zwischen dem Bild und der Realität ist ein klassisches Kennzeichen eines Betrugs. Das Mindestdepot von 250 € ist bewusst niedrig gehalten, um die Hemmschwelle zu senken. Gleichzeitig verspricht die Seite keine realistischen Renditen, sondern lediglich ansprechende, aber unvollständige Grafiken. Das Fehlen von Kontakt-Email, einer konkreten Adresse und eines klaren Kundensupport-Kanals verstärkt die Zweifel. Zusammen bilden diese Elemente einen klaren, einheitlichen Hinweis: BrametoxPro (brametoxpro.net) ist unseriös.

Wie der Betrug bei brametoxpro.net abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Die meisten Opfer werden über gezielte Werbung auf Social-Media-Plattformen angesprochen. In den Anzeigen präsentiere ich mich als „Anlageberater“ und versuche, Vertrauen zu gewinnen. Die Werbung nutzt gefälschte Testimonials von angeblichen Prominenten oder vermeintlichen „Trading-Gurus“. Sobald ein Interessent auf die Landing-Page gelangt, wird ihm ein einfaches Anmeldeformular angeboten. Die Mindestdepot-Summe von 250 € ist gering genug, um den ersten Schritt zu erleichtern. Sobald das Geld eingezogen ist, erhält der Nutzer sofort einen Konto-Bestätigungs-Link. Dieses Verhalten ist typisch für Betrugsplattformen: Sie locken mit niedrigen Einstiegssummen, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung startet die Plattform eine automatische Trading-Simulation. Die Software erzeugt beeindruckende Gewinnzahlen, die innerhalb von wenigen Tagen aus 250 € auf 800 € steigen. Dabei werden keine echten Aufträge an Börsen ausgeführt. Stattdessen werden Daten aus einer internen Datenbank manipuliert und als Live-Gewinne dargestellt. Das Ergebnis ist ein falsches Bild von Profitabilität. Der Nutzer sieht ein Dashboard mit steigenden Linien, die von der Plattform generiert werden. Dieses Vorgehen baut Vertrauen auf und motiviert zum weiteren Einsatz von Kapital.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Wenn der Nutzer die ersten Gewinne sieht, wird ihm ein persönlicher „Account-Manager“ zugewiesen. Dieser kontaktiert ihn regelmäßig, um zusätzliche Investitionen zu fordern. Er spricht von „VIP-Konten“, „Hebel-Boni bis zu 1:500“ und „exklusiven IPO-Zugängen“. Diese Versprechen sind reine Marketing-Phrasen. Der Account-Manager setzt psychologische Drucktechniken ein: Zeitlimits („Nur heute!“) und gefälschte Mit-Anleger-Erfolgsgeschichten. Oft werden Betrüger vorgeben, nur noch ein begrenztes Angebot zu haben, um die Opfer zur schnellen Entscheidung zu bewegen. In der Praxis bedeutet das, dass viele Anleger zwischen 5.000 € und 50.000 € einzahlen, ohne dass echte Trades stattfinden.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn das Opfer nun sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen möchte, tauchen plötzlich Gebühren auf. Hier ein typisches Beispiel:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Wenn Sie diese Gebühren bezahlen, verlieren Sie zusätzlich zu Ihrem ursprünglichen Einlagebetrag das Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten melden sich häufig Dritte. Sie präsentieren sich als „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“. Sie behaupten, das Geld zurückzuholen, und fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Versprechen sind reine Täuschung. Hinter den Anrufen stecken meist dieselben Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen. Ein echter Anwalt oder eine Behörde wird NIEMALS per WhatsApp oder Telegram unaufgefordert Kontakt aufnehmen, um Ihnen Geld zurückzugeben.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weitere Zahlung leisten: Jeder zusätzliche Betrag verschafft den Tätern mehr Geld zum Betrug.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie Screenshots, E-Mails und Konto-Auszüge. Diese Unterlagen sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
  3. Konto bei Ihrer Bank oder Ihrem Kryptobörsen-Dienstleister informieren: Erklären Sie den Vorfall, damit sie Ihr Konto überwachen und ggf. sperren.
  4. Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle oder dem Finanzamt erstatten: Geben Sie alle gesammelten Beweise an.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Wenn jemand Ihnen telefonisch oder per Messenger Kontakt aufnimmt und um Vorauszahlungen bittet, lehnen Sie ab. Die Täter nutzen diese Methode, um noch mehr Geld zu ergaunern.

Schlusswort

BrametoxPro (brametoxpro.net) ist ein klar erkennbarer Betrug. Nutzen Sie die oben genannten Schritte, um sich zu schützen und Ihre Rechte wahrzunehmen. Seien Sie wachsam und handeln Sie sofort, wenn Sie verdächtige Aktivitäten bemerken.

Das Netzwerk hinter BrametoxPro

BrametoxPro ist Teil eines Netzwerks von 789 Plattformen, die ähnliche Taktiken nutzen. Diese Verbindungen deuten auf ein gemeinsames Organigramm hin.

und 783 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei brametoxpro.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei brametoxpro.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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