Capital Swipe (capitalswipe.net): Seriös oder Betrug?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
Teilen:

Capital Swipe ist ein betrügerisches Unternehmen. Es bietet angeblich Forex-Trading und Krypto-Investment an, ohne regulatorische Zulassung.

Screenshot der Webseite Capitalswipe (capitalswipe.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite capitalswipe.net

Die Fakten zu Capital Swipe

Folgende Punkte bilden die Grundlage der Analyse:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
Nicht erkennbar
Server-Standort
US (AS-HOSTINGER, CY)
IP-Adresse
109.106.251.67
Netzwerk
30 verbundene Seiten

Ermittler-Erfahrung als Grundlage

Ich habe fünf Jahre bei der Polizei gearbeitet und war zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit tätig. In dieser Einheit habe ich über 500 Fälle von Anlagebetrug verfolgt. Dabei habe ich häufig die Hintergründe von Plattformen analysiert, die sich auf den ersten Blick seriös zeigen. Meine Erfahrung lässt mich sofort erkennen, wenn ein Anbieter keine rechtliche Basis hat und gleichzeitig unrealistische Renditen verspricht. Diese Erkenntnisse bilden die Basis dieses Berichts über Capital Swipe.

Die nüchternen Fakten zu Capital Swipe

Capital Swipe gibt keine Handelsregisternummer an. Auf der Website ist die Angabe fehlt. Das Unternehmen nennt die Aufsichtsbehörden FCA und CySec, liefert jedoch keine Lizenznummer. Die Angabe „FCA“ ist ohne Nachweis unzulässig. Das Gründungsjahr ist nicht sichtbar, ebenso wie die Unternehmensform. Die Plattform bietet Forex-Trading, Krypto-Investment und Immobilien an, aber es gibt keine Auflistung von Handelskonten oder Transaktionshistorien.

Das Minimum für die Einzahlung beträgt 100 Euro. Die Marketingseite verspricht einen „50 % Boost“ und einen Bonus zum Handel. Es werden keinerlei Zahlungsmethoden aufgelistet, obwohl die Seite Bitcoin akzeptiert. Die Kontaktinformationen: E-Mail, Telefon, Adresse: fehlen komplett.

Die Testimonials auf der Seite benennen drei Personen: Jude McMiller, D Podmanik und Millo Tantillo. Diese Namen sind nicht verifizierbar und es gibt keine öffentlich zugänglichen Konten. Capital Swipe behauptet, 15 Jahre Erfahrung zu haben, und nennt 15 Millionen angebliche Kunden. Diese Zahlen sind unrealistisch hoch und nicht durch ein Registernachweis gestützt. Auf der Plattform werden keine Erfolgsraten angegeben, die Website verspricht jedoch garantierte Renditen. Das ist ein klassisches Kennzeichen eines Betrugs.

So wird die Capital Swipe-Falle gestellt

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Die Wege, über die Anleger zu solchen Plattformen gelangen, sind sehr unterschiedlich. Werbeanzeigen, Suchmaschinen, persönliche Empfehlungen und Cold-Calls sind häufig. Capital Swipe nutzt gezielt ansprechende Landing Pages, die ein professionelles Design zeigen. Dadurch entsteht sofort Vertrauen, obwohl keine regulatorische Prüfung existiert.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

Nach dem ersten Kontakt fordert die Plattform eine kleine Einzahlung, meist zwischen 200 € und 500 €. Sobald das Geld eingezahlt ist, erhält der Anleger Zugang zu einer simulierten Handelsplattform. Hier werden in kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind künstlich generiert. Das Geld wurde nie investiert, sondern sofort von der Plattform abgezogen.

Der persönliche „Berater"

Jeder Investor bekommt einen angeblichen Account-Manager. Der Berater kommuniziert per E-Mail, Telefon oder WhatsApp. Er berichtet über weitere Gewinne und drängt zum Nachschichten. Diese persönliche Bindung ist gezielt, um die Hemmschwelle für weitere Transfers zu senken.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Beim Versuch, das Geld auszuzahlen, werden Gebühren verlangt. Sie werden als Transaktionsgebühr, Versicherungsgebühr oder wegen angeblichem Geldwäscheverdacht ausgeführt. Auch nach Zahlung dieser Gebühren tauchen sofort neue Forderungen auf. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen. Die Plattform verwendet gefälschte Garantien, Zertifikate und Personalausweise des „Beraters“, die eigentlich die Ausweise anderer Geschädigter sind.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Anschluss melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder Blockchain.com aus. Tatsächlich handeln es dieselben Täter weiter. Die Plattform wird von den Tätern selbst betrieben; die angezeigten Gewinne sind Fake, das Geld wurde nie investiert, sondern sofort abgezogen.

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Capitalswipe Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Capitalswipe

Das Netzwerk hinter Capital Swipe

Capital Swipe ist Teil eines Netzwerks von 30 weiteren Plattformen, was auf gemeinsame Hintermänner und geteilte Infrastruktur hindeutet.

Alle 30 verbundenen Seiten anzeigen

Kontakt

Anfrage stellen

Schildern Sie kurz, was passiert ist. Sie bekommen eine Rückmeldung mit erster Einschätzung und Empfehlung, wie es weitergeht.

Vertraulich · Berufliche Verschwiegenheit · Unverbindlich

Kurz schildern

Drei Felder genügen. Danach melden wir uns mit einer ersten Einschätzung.

Vertraulich · Unverbindlich

Bei Capitalswipe Geld verloren?

Kostenlose Fall-Prüfung in 24h

Prüfen