Cointrade (cointradest.top): Ist die Plattform wirklich seriös?
Cointrade, die sich als „Globally Regulated“ bezeichnet, ist ein klarer Fall von Betrug. Auf Basis der vorliegenden Daten lässt sich eindeutig feststellen, dass die Firma keinerlei rechtliche Genehmigungen besitzt und ihre Versprechen von hohen Renditen nur als Marketingtrick dient.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum cointradest.top unseriös ist
Cointrade präsentiert sich in einer mehrsprachigen, glänzenden Website, die auf Englisch, Deutsch, Französisch und vielen weiteren Sprachen verfügbar ist. Diese Vielfalt kann zunächst Vertrauen erwecken, doch bei genauerer Betrachtung tauchen mehrere gravierende Inkonsistenzen auf. Erstens fehlt die Angabe einer Handelsregisternummer. In Deutschland ist jede Firma verpflichtet, eine solche Nummer anzugeben, wenn sie ein Handelsgewerbe betreibt. Ohne diese Information kann die Identität des Unternehmens nicht verifiziert werden. Zweitens wird ein Lizenzstatus als „Globally Regulated“ behauptet, jedoch fehlt die Angabe einer konkreten Aufsichtsbehörde sowie einer Lizenznummer. Eine solche Behauptung ohne Beleg ist rechtlich nicht haltbar. Drittens gibt es keinerlei Nachweise für die angeblichen 40+ internationalen Auszeichnungen. Solche Claims sind häufig von Betrügern benutzt, um Glaubwürdigkeit zu simulieren. Schließlich zeigen die Marketingtexte, dass die Plattform eine minimale Einzahlung von 100 Euro verlangt und verspricht, dass Anleger in kurzer Zeit 150 % pro Trade erhalten. Ohne belegbare Handelsaktivität oder reale Orderbuchdaten ist ein solcher Ertrag unrealistisch. Diese Punkte allein machen Cointrade (cointradest.top) zu einer fragwürdigen Plattform, die sich eher auf Täuschung als auf legitime Geschäfte stützt.
Wie der Betrug bei cointradest.top abläuft
Schritt 1: Der erste Kontakt: Lockangebot
Betrüger setzen oft gezielte Werbung auf sozialen Netzwerken ein. Bei Cointrade erscheinen regelmäßig Anzeigen auf Instagram und TikTok, die angeblich „Top-Trader“ vorstellen. Diese Personen geben vor, bereits Millionen von Euro im Forex- oder Krypto-Markt verdient zu haben. Ein weiteres Mittel ist die Verwendung von gefälschten Promi-Testimonials. Namen wie „MALCOM47“ oder „CHRISTY“ tauchen in Testimonials auf, die jedoch nicht verifizierbar sind. Sobald ein potenzieller Kunde Interesse zeigt, wird ihm ein persönlicher Account Manager zugeteilt. Dieser Manager bietet zunächst eine niedrige Einzahlung an: meist 100 Euro: um die Hemmschwelle zu senken. Gleichzeitig wird der Kunde mit attraktiven Bildern von „Profit-Charts“ konfrontiert, die zeigen, wie schnell das Geld wächst. Diese Psychologie der schnellen Gewinne lockt viele Anleger in die Plattform.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung präsentiert die Web-App von Cointrade angeblich große Gewinne. Man sieht auf dem Dashboard, dass aus 100 Euro in wenigen Tagen 250 Euro geworden sind. Dabei handelt es sich ausschließlich um simulierte Zahlen. Es gibt keine echten Orders an einer regulierten Börse. Die Software erzeugt lediglich ein fiktives Orderbuch, das die Illusion von Handel erzeugt. Durch diese Darstellung baut die Plattform Vertrauen auf und ermutigt die Anleger, mehr Geld einzuzahlen. In der Praxis wird das Geld lediglich auf ein internes Konto überführt, das von den Betrügern kontrolliert wird.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Sobald der Anleger erste „Gewinne“ sieht, wird er mit dem Versprechen von „VIP-Konten“ und „Leverage-Boni“ konfrontiert. Es werden höhere Hebel von 1:500 angeboten, angeblich mit garantierten Profiten. Der Account Manager argumentiert, dass diese Vorteile nur für kurze Zeit verfügbar seien. Gleichzeitig werden gefälschte Erfolgsgeschichten anderer Anleger zitiert, um sozialen Druck auszuüben. Durch die Kombination aus Zeitdruck („nur heute“) und der Illusion von Exklusivität werden immer mehr Beträge eingezogen: typischerweise zwischen 5.000 Euro und 50.000 Euro, in seltenen Fällen sogar mehr.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn der Anleger nun seine Gewinne auszahlen möchte, wird sofort eine Reihe von Gebühren eingefordert. Folgende fiktiven Gebühren werden häufig genannt:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten melden sich häufig Dritte: angebliche Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“. Sie bieten an, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Oft werden in diesen Fällen noch weitere Konten eingerichtet, die ebenfalls mit Geld gefüllt werden, um den Betrügern ein „Versteck“ zu geben. Diese Personen sind in der Regel dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Die Angebote sind reine Lügen, die darauf abzielen, das Vertrauen der Opfer weiter auszunutzen und zusätzliche Geldflüsse zu generieren.
Das Netzwerk hinter cointradest.top
Cointrade (cointradest.top) ist Teil eines Netzwerks von 74 weiteren Plattformen. Diese Verbindungen zeigen, dass die Betreiber mehrere Marken gleichzeitig betreiben oder sich gegenseitig als „Partner“ bezeichnen. Durch diese Struktur können sie sich schnell an neue Regulierungsmaßnahmen anpassen und die Spuren ihrer illegalen Aktivitäten verschleiern. Oftmals werden die Plattformen unter leicht veränderten Domainnamen betrieben, wodurch die Ermittlungsbehörden Schwierigkeiten haben, sämtliche Konten zu verfolgen. Solch ein Netzwerk deutet stark auf ein organisiertes Betrugskonzept hin, das nicht nur die Nutzer, sondern auch die Geldströme kontrolliert.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Einzahlung verschafft dem Betrüger mehr Zeit und mehr Geld, das er später nicht zurückzahlen kann.
- Belege sichern: Alle Transaktionsnachweise, E-Mails und Screenshots der Plattform sollten archiviert werden. Diese Dokumente sind wichtig für Ermittlungen und mögliche Strafanzeigen.
- Bank und Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Krypto-Börse, bei der die Einzahlung erfolgt ist, und melden Sie den Verdacht auf Geldwäsche. Bitten Sie um Sperrung des Kontos, damit weitere Transaktionen verhindert werden.
- Strafanzeige erstatten: Melden Sie den Vorfall bei der örtlichen Polizei oder bei der Finanzaufsichtsbehörde. Nutzen Sie die Erfahrung von Anton Haverkamp, um die relevanten Beweise zu übergeben.
- Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Wenn Ihnen nun jemand anbietet, Ihr Geld zurückzuholen, sollten Sie die Kontaktaufnahme sofort abbrechen. Seriöse Anwälte oder Behörden werden nicht per WhatsApp oder Telegram auf unaufgeforderte Anfragen reagieren.
Fazit
Cointrade (cointradest.top) nutzt ein raffiniertes, aber letztlich betrügerisches Geschäftsmodell. Die fehlenden rechtlichen Grundlagen, die gefälschten Testimonials und die unrealistischen Renditeversprechen sind klare Warnsignale. Wenn Sie bereits Opfer geworden sind, handeln Sie rasch, sichern Sie Ihre Beweise und melden Sie den Betrug. Nur so können Sie Ihre Chancen erhöhen, zumindest einen Teil Ihrer Verluste zurückzugewinnen und zukünftige Opfer zu schützen.
Die Netzwerkverbindungen von cointradest.top
Auf Basis technischer Analysen zeigt sich, dass cointradest.top mit einer Vielzahl von Plattformen verknüpft ist. Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Verbindungen.

Alatfinance
alatfinance.com
Alchemyxchange
alchemyxchange.org

Algobi
algobi.com

Allegro Invest
allegro-invest.com
Apex24digital
apex24digital.live
Oriongradeedge
app.oriongradeedge.com
und 68 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei cointradest.top gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.