comsec Asset (comsecasset.org): Ist die Plattform ein Betrug?
Sie haben ein Angebot von comsec Asset erhalten, das tägliche Renditen von 1,5 % bis 4,5 % verspricht: ein klares Zeichen für eine betrügerische Plattform. Die fehlenden Registernummer, die ausbleibende Aufsichtsbehörde und die unvollständigen Kontaktdaten machen die Warnung eindeutig.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum comsecasset.org unseriös ist
Die Plattform präsentiert sich als „Investment-Platform“ und listet eine Vielzahl von Anlageklassen auf, darunter Immobilien, Infrastruktur, erneuerbare Energien, Asset-Management, Versicherung, Kryptowährungen, Gold, Silber und Osmium. Doch bei genauerer Betrachtung offenbaren sich mehrere kritische Unstimmigkeiten:
- Keine gesetzliche Registrierung: Auf der Website wird weder eine Handelsregisternummer noch ein Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde angegeben. Für eine regulierte Plattform ist die Angabe dieser Daten obligatorisch, damit Anleger ihre Rechte prüfen können.
- Fehlende Kontaktinformationen: E-Mail, Telefon und physische Adresse fehlen komplett. Ohne nachvollziehbare Kontaktdaten kann ein Anleger keine Rückfragen stellen oder rechtliche Schritte einleiten.
- Versprechen von täglichen Renditen: Das Marketing-Statement „1,5 % bis 4,5 % täglich“ ist unrealistisch. Solche Renditen erfordern ein Handelsvolumen, das bei einer einzigen Plattform nicht möglich ist. Es deutet vielmehr darauf hin, dass die Zahlen in einer simulierten Umgebung erzeugt werden, um Vertrauen zu erwecken.
- Kein Hinweis auf Lizenzierung: Das Fehlen einer Angabe zu einer Lizenznummer und zu einer ausstellenden Behörde macht die Plattform für regulatorische Prüfungen unsichtbar.
- Vollständige Abwesenheit von Zahlungsoptionen: Die Plattform nennt keine Zahlungsmethoden, weder Banküberweisungen noch Kryptowährungen. Dies verhindert, dass ein Anleger das Geld wirklich einzahlt und gibt dem Betreiber die Freiheit, Gelder ohne Gegenleistung zu verschleppen.
Diese Kombination aus fehlenden Registernummer, fehlender Lizenzierung, unrealistischen Renditen und fehlenden Kontaktdaten ist ein starkes Indiz dafür, dass comsec Asset ein betrügerisches Vorhaben darstellt.
Wie der Betrug bei comsecasset.org abläuft
Schritt 1: Der erste Kontakt: Lockangebot
Der Betrug beginnt meist mit einer gezielten Ansprache. Oft erreichen potenzielle Opfer über Social-Media-Werbung, gefälschte Testimonials oder durch Cold-Calls von angeblichen „Anlageberatern“. Das erste Angebot ist bewusst niedrig gehalten: beispielsweise 300 €, die Mindestanlage laut Marketing. Dieses geringe Einzahlungsniveau senkt die psychologische Hemmschwelle und führt dazu, dass der Anleger sich der Plattform ein wenig vertraut.
Die Plattform nutzt dabei häufig auffällige Grafiken und einen ansprechenden Web-Interface, um den Eindruck von Professionalität zu erwecken. Der Nutzer wird eingeladen, ein Konto zu eröffnen, wobei keinerlei Identitätsprüfung stattfindet. Der Betreiber nutzt die Anmeldeinformationen ausschließlich zur weiteren Verfolgung des Geldflusses.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne: Die Illusion
Sobald das erste Guthaben eingezahlt ist, präsentiert die Plattform dem Nutzer eine simulierte Gewinnübersicht. Der Bericht zeigt, dass aus 300 € in zwei Wochen 800 € erzielt wurden: ein Gewinn von über 150 %. Diese Zahlen werden in einer Software generiert, die keine echten Orders an eine Börse sendet. Es gibt keine echte Orderausführung, keine Positionsbestätigung und keine Handelsprotokolle. Der Anleger sieht lediglich eine farbenfrohe Grafik, die den Gewinn in Echtzeit anzeigt. Diese Darstellung baut das Vertrauen auf und lässt den Nutzer glauben, dass seine Einlage tatsächlich gewinnbringend ist.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen: Die Eskalation
Nach dem ersten „Gewinn“ wird dem Anleger ein persönlicher „Berater“ oder „Account-Manager“ zugewiesen. Durch regelmäßige Nachrichten, E-Mails und Telefonate wird der Kunde in den „VIP-Status“ geführt. Versprochen werden Hebelboni von 1 : 500, garantierte Profite, exklusive IPO-Zugänge oder „Insider-Tipps“. Um die Illusion zu verstärken, werden oft Zeitlimits gesetzt („Nur heute“), künstliche Verknappungen erzeugt und gefälschte Erfolgsgeschichten geteilt. In dieser Phase zahlt der Anleger häufig mehrere tausend Euro, manchmal sogar über 50 000 €. Der Betrüger nutzt die emotionale Bindung, um das Vertrauen zu festigen.
Schritt 4: Auszahlungswunsch: Die Gebührenfalle
Wenn der Anleger nun seine Gewinne oder das ursprüngliche Guthaben auszahlen möchte, kommt die größte Falle zum Vorschein. Der „Account-Manager“ weist den Nutzer an, verschiedene Gebühren zu entrichten, bevor die Auszahlung erfolgt. Zu den typischen Forderungen zählen:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Kontoeinrichtungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real, und sobald ein Betrugsfall in dieser Phase auftritt, ist das Geld dauerhaft verloren.
Schritt 5: Recovery-Scam: Der zweite Betrugszyklus
Nach den ersten Verlusten tauchen oft weitere „Hilfe-Anbieter“ auf: angebliche Anwälte, die „Vergleichsverfahren“ versprechen, oder sogenannte Krypto-Forensiker, die eine „Wallet-Wiederherstellungs-Software“ anbieten. Diese Personen fordern Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Versprechungen stecken dieselben Täter, die die ursprünglichen Konten verwalten. Sie verkaufen die gesammelten Daten an Dritte oder nutzen die Konten für weitere Geldwäsche. Ein echter Anwalt oder eine Behörde wird niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram Kontakt aufnehmen.
Das Netzwerk hinter comsecasset.org
comsec Asset ist Teil eines Netzwerks von 74 Plattformen, die ähnliche Geschäftsmodelle verfolgen. Solche Netzwerke nutzen häufig identische Domain-Strukturen, gemeinsame Backend-Infrastrukturen und die gleiche Marketing-Taktik. Die Betreiber verschieben sich regelmäßig von einer Marke zur nächsten, um regulatorische Maßnahmen zu umgehen. Dieses Vorgehen ist ein deutliches Signal, dass die Betreiber hinter der Marke nicht wirklich existieren.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede neue Einzahlung verschärft die Position. Sobald Sie das Gefühl haben, in einen Betrug verwickelt zu sein, stoppen Sie sofort alle Transaktionen.
- Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Bildschirmfotos, Transaktionsbestätigungen und Kontoauszüge. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie den Fall melden.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse: Informieren Sie Ihre Bank über die verdächtigen Transaktionen. Bitten Sie um eine Sperrung des Kontos und um eine Rückbuchung, wenn die Zahlung noch nicht endgültig abgewickelt wurde.
- Rechtliche Schritte einleiten: Reichen Sie Strafanzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle ein. Ihre Ermittlungen können dazu beitragen, weitere Opfer zu schützen und die Betreiber zur Verantwortung zu ziehen.
- Ignorieren Sie Recovery-Scam-Angebote: Jeder, der unaufgefordert Hilfe anbietet, der von Ihnen vorab bezahlt werden will, ist höchstwahrscheinlich ein Mitverschwörer. Vermeiden Sie jeglichen Kontakt zu diesen Personen.
Fazit
comsec Asset (comsecasset.org) präsentiert sich als „Investment-Platform“, doch die fehlenden Registernummer, die unvollständigen Kontaktdaten und die unrealistischen Renditen sind klare Anzeichen für einen Betrug. Als Opfer sollten Sie sofort handeln, Beweise sichern und sich an Ihre Bank sowie die Polizei wenden. Nur so können Sie Ihre Rechte durchsetzen und weiteren Schaden verhindern.
Das Netzwerk hinter comsecasset.org
comsec Asset ist Teil eines Netzwerks von 74 ähnlichen Plattformen. Diese Konstellation weist darauf hin, dass die Betreiber häufig dieselben Hintermänner nutzen, die Infrastruktur gemeinsam teilen und nach dem Aufspüren einer Plattform erneut umbenannt werden.

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Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei comsecasset.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.