Diamond Mining Exchange (diamond-mining-earners-exchange.pro.coin-venture.org): im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Die Plattform Diamond Mining Exchange stellt sich als Anlagepartner vor, ist aber nach eingehender Analyse ein klassischer Betrug, der Anleger mit niedrigen Einzahlungen in eine scheinbar lukrative, aber letztlich gefälschte Handelsumgebung lockt.

Screenshot der Webseite Coin Venture (diamond-mining-earners-exchange.pro.coin-venture.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite diamond-mining-earners-exchange.pro.coin-venture.org

Die Eckdaten zu Diamond Mining Exchange

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu Diamond Mining Exchange:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
Nicht erkennbar
Server-Standort
DE (CONTABO, DE)
IP-Adresse
144.91.85.233
SSL-Zertifikat
R10
Netzwerk
35 verbundene Seiten

Mein Hintergrund als Finanzermittler

Meine fünf Jahre bei der Polizei haben mir ein tiefes Verständnis für das Zusammenspiel von Recht, Technik und menschlicher Psychologie vermittelt. In meiner späteren Tätigkeit als Finanzermittler in einer Spezialeinheit habe ich mehr als 500 Fälle von Anlagebetrug verfolgt, wobei ich besonders auf die Nachverfolgung von Geldern in der Blockchain spezialisiert war. Diese Erfahrung hat mir ein besonderes Gespür dafür verliehen, wie Betrüger ihre Operationen strukturieren und welche digitalen Spuren sie hinterlassen. Ich nutze dieses Wissen, um hier die Hintergründe von Diamond Mining Exchange zu beleuchten und Ihnen ein klares Bild der betrügerischen Mechanik zu geben.

Datengetriebene Analyse zu Diamond Mining Exchange

Die öffentlich zugänglichen Informationen über Diamond Mining Exchange sind von mehreren auffälligen Unstimmigkeiten geprägt. Zunächst fehlt eine Handelsregisternummer, obwohl die Plattform vorgibt, von der FCA und CySec lizenziert zu sein. Auch die angebliche Lizenznummer ist nicht vorhanden, was ein starkes Indiz für die fehlende regulatorische Anerkennung darstellt. Die Website bietet keine Kontaktdaten: weder E-Mail noch Telefon: was ein weiteres typisches Merkmal von Scam-Plattformen ist.

Der Mindestbetrag von 50 € klingt zwar verlockend, jedoch werden keinerlei Zahlungsmethoden angeboten; die Liste ist leer, und es gibt keine Angaben zu Zahlungsabwicklern. Auf der Seite werden zwar Dienstleistungen wie Forex-Trading, Krypto-Investment und sogar Cannabis-Anlagen beworben, doch keine klaren Erläuterungen, wie diese Geschäfte tatsächlich ablaufen, sind vorhanden. Stattdessen finden sich lediglich Testimonials von Personen wie Ron DiCicco, Diane Podmanik und Joe Tantillo, deren Identität und Verbindung zu Diamond Mining Exchange nicht überprüfbar sind. Die Plattform behauptet, 15 Millionen Kunden oder Fälle betreut zu haben: ein unrealistisches Versprechen ohne nachvollziehbare Quelle.

Ein weiteres alarmierendes Signal ist die Verwendung von Sprache, die garantiert, dass hohe Renditen erzielt werden. Obwohl keine expliziten Versprechen von schnellen Gewinnen gemacht werden, gibt die Plattform dennoch den Eindruck, dass ein hoher Ertrag ohne Risiko möglich sei. Diese Kombination aus fehlender Regulierung, fehlenden Kontaktdaten, unklaren Zahlungswegen und unrealistischen Kundenzahlen macht Diamond Mining Exchange zu einem hochgradig verdächtigen Angebot.

Das typische Vorgehen bei Diamond Mining Exchange

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Die Wege, über die Anleger zu Diamond Mining Exchange gelangen, sind sehr unterschiedlich: über bezahlte Werbeanzeigen, organische Suchmaschinenrankings oder Empfehlungen von Bekannten. Auch in sozialen Medien taucht die Plattform gelegentlich unter themenrelevanten Hashtags auf. Sobald ein Interessent auf die Seite gelangt, wirkt sie professionell und seriös: mit klaren Grafiken und einem scheinbar transparenten Dashboard. Dieser erste Eindruck ist entscheidend, um das Vertrauen der Anleger zu gewinnen.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

Nach dem ersten Kontakt wird in der Regel eine kleine Einzahlung zwischen 200 € und 500 € gefordert: häufig wird eine Summe von 250 € als Beispiel genannt. Sobald die Einzahlung erfolgt ist, erhält der Anleger Zugang zu einer Handelsplattform, auf der sofort hohe Gewinne angezeigt werden. Diese Zahlen sind jedoch vollständig künstlich; sie entstehen durch vorinstallierte Software, die scheinbar erfolgreiche Trades simuliert. Die Illusion von schnellen, sicheren Gewinnen ist ein Schlüsselmechanismus, um weitere Investitionen zu provozieren.

Der persönliche „Berater"

Sobald ein Anleger eingezahlt hat, wird ihm ein persönlicher „Berater“ zugewiesen. Dieser kommuniziert per E-Mail, Telefon oder Messaging-Apps und betont ständig die „exklusiven“ Chancen, die sich aus der aktuellen Marktsituation ergeben. Der Berater drängt die Betroffenen, weitere Einzahlungen vorzunehmen, um die angeblich garantierten Renditen zu sichern. Diese persönliche Bindung senkt die Hemmschwelle und macht den Anleger empfänglicher für weitere Forderungen.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst beim Wunsch, Gewinne auszuzahlen, wird den Geschädigten klar, dass zusätzliche Kosten anfallen. Die Plattform fordert „Transaktionsgebühren“, „Versicherungsgebühren“ oder „Kosten wegen Geldwäscheverdacht“: allesamt Gebühren, die in der Praxis nicht existieren. Selbst nachdem die ersten Gebühren bezahlt wurden, tauchen immer neue Forderungen auf: „Verifizierungsgebühren“, „Vertragsgebühren“ oder „Servicegebühren“. Kein seriöser Anbieter verlangt solche, ständig wachsenden Kosten, die das eigentliche Kapital des Anlegers weiter reduzieren.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Nachhinein melden sich Dritte, die sich als BaFin, FCA, Polizei oder sogar Blockchain.com ausgeben, und bieten angeblich Hilfe an, das Geld zurückzubekommen. In Wirklichkeit handeln es sich um die gleichen Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten ergaunern. Diese „Recovery-Scam“-Taktik nutzt das Vertrauen der Opfer in offizielle Institutionen aus, um weitere Betrügereien zu verbergen. Die Handelsplattform wird von den Tätern selbst betrieben; die angezeigten Gewinne sind reine Fiktion, das eingezahlte Geld wurde nie investiert, sondern sofort an die Betreiber abgezogen.

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Coin Venture Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Coin Venture

Das Netzwerk hinter Diamond Mining Exchange

Diamond Mining Exchange ist Teil eines Netzwerks von 35 weiteren Plattformen, die dieselben Betreiber zu haben scheinen. Diese Verbindungen deuten auf ein organisiertes System von Re-Brandings und gemeinsamen Infrastrukturen hin, wodurch der Betrug leicht auf neue Namen übertragen werden kann.

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