Ellenberger (ellenberger.pro) im Faktencheck: Betrug aufgedeckt

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Ellenberger, angeblich ein etablierter Broker, ist ein klarer Fall von betrügerischem Geschäftsmodell. Die Plattform nutzt falsche Aufträge und manipulierte Gewinnzahlen, um Anleger zu täuschen und zu erpressen.

Screenshot der Webseite Ellenberger (ellenberger.pro)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite ellenberger.pro

Anton Haverkamp hat in seiner Rolle als Finanzermittler in einer Spezialeinheit mehr als 500 Anlagebetrugs-Fälle verfolgt und dabei immer wieder die gleichen Muster entdeckt. Seine Ermittlungen zeigen, dass Ellenberger keine lizenzierten Broker-Lizenz besitzt, obwohl auf der Website fälschlicherweise ASIC, VFSC und FSA genannt werden. Ohne die korrekte Lizenznummer, die bei jeder seriösen Plattform eindeutig angegeben ist, lässt sich die Zulassung nicht nachvollziehen. Zudem fehlt eine Handelsregisternummer, die in jedem öffentlichen Register zu finden sein sollte. Diese Lücken sind sofort erkennbar und lassen keinen Zweifel daran, dass Ellenberger ein Täuschungsunternehmen ist.

Warum ellenberger.pro unseriös ist

Die erste Anzeichen der Unseriösität liegen bereits in den Grundlagen. Ellenberger gibt an, seit 2011 tätig zu sein, doch die Angaben zu seiner Gründung sind vage. Die Website listet zahlreiche Auszeichnungen auf, wie „Awarded Broker of the Year“ und „Best Trading Tools winner“, ohne dass unabhängige Quellen diese Bestätigung liefern. Solche „Awards“ werden oft von selbst erstellten Websites vergeben, um Vertrauen zu erwecken. Die fehlende Lizenznummer und die Angabe mehrerer Aufsichtsbehörden ohne Details deuten darauf hin, dass die Betreiber versuchen, die Autorität zu simulieren. Auch die Kontaktinformationen sind fragwürdig: Die E-Mail-Adresse ist nicht im üblichen Format, sondern enthält „support@www.ellenberger.pro“, was auf ein generisches, leicht zu klonendes Domain-Setup hinweist. Schließlich sind keine Zahlungs­methoden aufgelistet. Ein seriöser Broker bietet klare Zahlungs­optionen an, sei es per Banküberweisung, Kreditkarte oder etablierte Krypto-Wallets. Ellenberger präsentiert keine dieser Optionen, was ein starkes Warnsignal ist.

Wo Ellenberger angeblich sitzt

Die offizielle Adresse lautet Grundstrasse 10, 6343 Rotkreuz, Risch, Schweiz. In öffentlichen Handelsregistern ist Ellenberger unter dieser Adresse jedoch nicht auffindbar, was Zweifel an der Rechtsfähigkeit der Firma aufkommen lässt.

An der angegebenen Adresse in der Schweiz befindet sich ein Gebäude (Nutzung in OSM nicht klassifiziert). Eine geschäftliche Nutzung wäre dort grundsätzlich möglich, eine Tätigkeit dieses Anbieters konnte jedoch nicht verifiziert werden.

Beim genaueren Hinsehen fällt eine Diskrepanz ins Auge. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in der Schweiz. Eine derart aufgespaltene Topologie ist nahezu nie zufällig, sie ist Teil eines Verschleierungsmusters, das in der Branche der unregulierten Online-Broker Standard ist.

Adresse
Schweiz
Server-Standort
unbekannt
Telefon-Vorwahl
Schweiz

Wie der Betrug bei ellenberger.pro abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Ellenberger beginnt mit einer gezielten Ansprache. Über soziale Netzwerke, insbesondere Instagram und TikTok, werden angebliche „Trading-Gurus“ beworben, die sich als erfahrene Profis darstellen. Oft nutzen sie gefälschte Testimonials von vermeintlichen Prominenten, um Glaubwürdigkeit zu erwecken. Sobald ein potenzieller Anleger Interesse zeigt, erhält er einen „kostenlosen Test-Account“, in dem er zunächst nur eine geringe Summe (typischerweise 250 €) einzahlen kann. Das Ziel ist, die Hemmschwelle zu senken und Vertrauen aufzubauen. Der Account wird von einer automatisierten Plattform verwaltet, die keine echten Order-Transaktionen ausführt, sondern nur simulierte Gewinnzahlen anzeigt.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert Ellenberger dem Anleger sofort einen Anstieg der Kontostände. In zwei Wochen können aus 250 € angeblich 800 € werden, wenn die Plattform die Zahlen manipuliert. Diese „Gewinne“ entstehen aus Software-Erzeugungen, die die Handelsplattform der Plattform imitieren, ohne dass echte Börsenaktivitäten stattfinden. Der Anleger sieht die steigenden Zahlen, glaubt an den Erfolg und wird emotional an die Plattform gebunden. Die Plattform nutzt diese Illusion, um den Eindruck zu erwecken, dass die Strategie absolut sicher und profitabel ist.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Mit dem aufgebauten Vertrauen wird dem Anleger ein „VIP-Account“ angeboten, der angeblich höhere Hebel und exklusive Marktinformationen bietet. Die Betreiber von Ellenberger setzen auf soziale Beweisführung: Sie zeigen fiktive Erfolgsgeschichten, in denen andere angeblich Millionen verdient haben. Außerdem wird eine künstliche Dringlichkeit erzeugt: „Nur noch heute, sonst verpassen Sie die Chance“. Durch diese Taktiken werden die Anleger dazu verleitet, weitere Geldbeträge von 5.000 € bis zu 50.000 € einzuzahlen, manche sogar über 500.000 €. Diese Zahlungen fließen in ein Konto, das nicht verifiziert ist und keine regulatorische Aufsicht genießt.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Jetzt beginnt die eigentliche Erpressung. Sobald ein Anleger sein Geld abheben möchte, wird ihm plötzlich eine Vielzahl von Gebühren aufgezwungen. Zu den häufigen Forderungen gehören:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen plötzlich „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf. Sie bieten an, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Rechtsgebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind ein klarer Hinweis darauf, dass die Täter selbst die Opferdaten weiterverkaufen und sich aus dem Schaden herauszählen. Echte Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Ignorieren Sie diese Kontakte und suchen Sie sofort professionelle Hilfe bei einer vertrauenswürdigen Finanzbehörde.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie sich in einer Situation befinden, in der Sie gezwungen werden, Gebühren zu zahlen, sollten Sie den Kontakt sofort abbrechen. Jede weitere Zahlung ist ein Schritt in Richtung finanzieller Vernichtung.
  2. Beweise sichern. Speichern Sie alle E-Mails, Textnachrichten, Kontoauszüge und Screenshots. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später Strafanzeige erstatten oder Ihre Bank informieren.
  3. Bank oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie Ihre Bank oder die Plattform, über die Sie eingezahlt haben, über den Betrug. Bitten Sie um Rückbuchung oder um eine Überprüfung Ihres Kontos.
  4. Strafanzeige erstatten. Gehen Sie zur örtlichen Polizeidienststelle oder melden Sie sich online bei der Bundeskriminalamt-Website. Geben Sie alle gesammelten Beweise an und schildern Sie den Ablauf.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Seien Sie skeptisch gegenüber jedem Angebot, das vorgibt, Ihr Geld zurückzuholen. Seriöse Anwälte und Behörden kontaktieren Sie nicht per SMS oder WhatsApp. Ergreifen Sie stattdessen rechtliche Schritte über die offiziellen Kanäle.

Die Botschaft bleibt klar: Ellenberger ist ein betrügerisches Unternehmen, das keine Lizenz hat, keine echten Gewinne erzielt und die Anleger systematisch erpresst. Schützen Sie sich, handeln Sie jetzt und geben Sie den Täuschern keine Chance.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei ellenberger.pro gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei ellenberger.pro
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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