ellis-ag.net Betrug? Warnung und Erfahrungen

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Investieren Sie bloß kein Geld bei ellis-ag.net. Es gibt klare Anzeichen für unseriöses Handeln. Die Beschwerden häufen sich und die Warnsignale für einen Trading-Betrug werden immer deutlicher. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 9. Januar 2026 ausdrücklich vor Ellis Ag unter dem Titel „Identitätsmissbrauch: BaFin warnt vor Angeboten auf der Website ellisag(.)cc“. Die vollständige BaFin-Warnung zu Ellis Ag steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Ellis Ag (ellis-ag.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite ellis-ag.net

Warum ellis-ag.net unseriös ist

Ellis AG präsentiert sich als professioneller Broker, aber die Fakten sprechen eindeutig gegen ein seriöses Geschäft. Erstens fehlt die Angabe einer Handelsregisternummer. In Deutschland sind Broker verpflichtet, ihre Registrierung bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder einer vergleichbaren Stelle offen zu legen. Ohne diese Information kann die Identität des Unternehmens nicht verifiziert werden. Zweitens gibt es keine Angabe einer Aufsichtsbehörde, die die Lizenz bestätigt. Ein seriöser Broker muss einen gültigen Lizenznachweis vorlegen, um zu zeigen, dass er die gesetzlichen Vorschriften einhält. Drittens sind weder ein Telefon noch eine E-Mail-Adresse angegeben. Jeder legitime Broker stellt einen Ansprechpartner zur Verfügung, damit Kunden Fragen stellen oder Probleme melden können.

Darüber hinaus akzeptiert Ellis AG keine Zahlungsmethoden, die von regulären Finanzinstituten unterstützt werden. Auf der Plattform findet man keine Bitcoin-Option, keine Kreditkarte oder Banküberweisung: alles, was üblicherweise in seriösen Handelsangeboten zu finden ist. Ohne eine klare Zahlungsabwicklung können Anleger ihre Mittel nicht sicher anlegen.

Ein weiteres Warnsignal ist das Versprechen unrealistischer Renditen, das in der Werbetexten als „unrealistische Geschwindigkeit“ formuliert ist. Solche Aussagen deuten darauf hin, dass die Plattform behauptet, innerhalb kurzer Zeit sehr hohe Gewinne zu erzielen: ein typisches Merkmal von Pump-and-Drop-Operationen. Es fehlt auch jede Form von Kundenbewertungen oder Testimonials, die die Glaubwürdigkeit erhöhen könnten.

Zusammengefasst zeigen die fehlenden Registrierungsdetails, das Fehlen einer Lizenz, die unklare Zahlungsinfrastruktur, die unrealistischen Versprechen und das Fehlen von Kundenfeedback, dass ellis-ag.net keine legitime Broker-Plattform ist. Jeder dieser Punkte allein könnte bereits ein Warnsignal sein, doch die Kombination dieser Faktoren macht die Plattform eindeutig unseriös.

Wie der Betrug bei ellis-ag.net abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Ellis AG nutzt gezielte Online-Kampagnen, um potenzielle Anleger zu erreichen. In den sozialen Medien: besonders in Telegram-Gruppen, die sich auf „Trading-Gurus“ konzentrieren: werden gefälschte Erfolgsgeschichten geteilt. Influencer-ähnliche Figuren, die angeblich an den Börsen arbeiten, posten kurze Videos, in denen sie angeblich sofort hohe Gewinne erzielen. Die Plattform bietet ein „Startpaket“ an, bei dem der erste Kontostand automatisch mit 250 € beladen wird. Dieser Betrag ist niedrig genug, um die Hemmschwelle für das erste Risiko zu senken, während er gleichzeitig den Eindruck erweckt, dass das Konto aktiv genutzt wird. Sobald das Geld eingezahlt ist, wird der Nutzer aufgefordert, weitere Einzahlungen vorzunehmen, um von vermeintlichen „VIP-Programmen“ zu profitieren.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung wird die Dashboard-Oberfläche von Ellis AG plötzlich mit hohen Gewinnzahlen gefüllt. Die Software generiert scheinbare Kursbewegungen, die zeigen, dass 250 € in zwei Wochen auf 800 € anwachsen. Es gibt keinerlei Verbindung zu realen Börsen. Die Gewinne entstehen ausschließlich in der internen Datenbank des Unternehmens und haben keine Basis an echten Handelsaktivitäten. Dieses Vorgehen dient dazu, Vertrauen aufzubauen und die Anleger zu ermutigen, mehr Geld einzuzahlen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein angeblicher „Account-Manager“: oft ein automatisiertes Chat-Bot-Programm: kontaktiert den Kunden, um persönliche Beratung anzubieten. Der Manager nutzt psychologische Taktiken: Er verspricht exklusive Hebel von 1:500, garantiert Profite und stellt sich als Insider mit Zugang zu IPO-Angeboten dar. Um die Dringlichkeit zu erhöhen, wird ein Zeitlimit gesetzt („nur heute“) und die Möglichkeit, von einem „Begrenzten Bonus“ zu profitieren, betont. Diese Taktiken erzeugen einen starken Druck, der es Anlegern erleichtert, große Summen einzuzahlen: oft zwischen 5.000 € und 50.000 €, und in seltenen Fällen bis zu 500.000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun seine Gewinne abheben möchte, werden plötzlich Gebühren verlangt. Der Manager nennt die folgenden Kostenpunkte:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten greifen häufig Dritte zu. Anwalts- oder Behörden-Mitarbeiter-Botschaften senden Nachrichten, die angeblich ein „Vergleichsverfahren“ ermöglichen. Ebenso tauchen „Krypto-Forensiker“ auf, die behaupten, die Wallet wiederherstellen zu können, und verlangen dafür Vorauszahlungen für „Server-Zugriffe“ oder „Übersetzungen“. Diese Personen sind meist dieselben Täter, die das ursprüngliche Betrugsnetzwerk kontrollieren. Sie verkaufen die Kundendaten an andere Plattformen oder nutzen sie für weitere Finanzbetrug. Echte Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Das Netzwerk hinter ellis-ag.net

Ellis AG ist Teil eines Netzwerks von zwei Plattformen, die dieselbe Infrastruktur nutzen und häufig die gleiche Betreibergruppe hinter sich haben. Dieses Zusammenschlussmodell ermöglicht es den Tätern, schnell neue Marken zu schaffen und gleichzeitig die Spuren zu verschleiern. Die Plattformen tauschen Server, Domain-Registrierungen und teilweise sogar Kundendaten aus, um die Ermittlungen zu erschweren. Das bedeutet, dass ein Verdacht gegen ellis-ag.net sofort auf die andere Plattform übertragen werden kann, was die Behördenarbeit verkompliziert.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen tätigen: Jeder weitere Transfer erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Geld endgültig verschwinden wird. Stoppen Sie alle Transaktionen mit ellis-ag.net.

  2. Beweise sichern: Bewahren Sie sämtliche Screenshots, E-Mails, Chat-Protokolle und Transaktionsdetails auf. Diese Unterlagen sind entscheidend, wenn Sie später eine Strafanzeige erstatten oder rechtliche Schritte einleiten.

  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Setzen Sie sich umgehend mit Ihrem Zahlungsanbieter in Verbindung und melden Sie die verdächtigen Transaktionen. Viele Banken haben Abteilungen, die auf Betrugsfälle spezialisiert sind und können das Geld zurückfordern.

  4. Strafanzeige erstatten: Melden Sie den Vorfall bei der örtlichen Polizei oder der Bundeskriminalamt. Nutzen Sie die Kontaktmöglichkeiten, die von Anton Haverkamp empfohlen werden: Erfahren Sie, welche Unterlagen benötigt werden und wie Sie Ihre Anzeige formulieren.

  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Wenn Ihnen Personen anbieten, Ihr Geld zurückzuholen, prüfen Sie deren Legitimität sorgfältig. Seriöse Anwälte oder Behörden werden niemals unaufgefordert Kontakt aufnehmen. Seien Sie skeptisch gegenüber jedem, der Vorauszahlungen verlangt.

  6. Informationen teilen: Veröffentlichen Sie Ihre Erfahrungen in Online-Foren, auf Plattformen wie Reddit oder in sozialen Medien, um andere zu warnen. Je mehr Personen informiert sind, desto schwieriger wird es den Tätern, weitere Opfer zu finden.

Fazit

Ellis AG (ellis-ag.net) ist kein seriöser Broker. Die fehlenden Registrierungsdetails, die fehlende Lizenz, die unklare Zahlungsinfrastruktur, die unrealistischen Versprechen und die fehlende Kundenbasis sind klare Indikatoren für einen Betrug. Durch die Kenntnis der typischen Vorgehensweise und der Warnsignale können Anleger sich schützen und ihre Finanzen sichern.

Verdächtige Verbindungen: Seiten mit Gemeinsamkeiten zu Ellis Ag

Unsere Auswertung zeigt, dass Ellis Ag technische und strukturelle Verbindungen zu weiteren Seiten aufweist. Alle Seiten sind ähnlich aufgebaut und werden offenbar von denselben Verantwortlichen betrieben:

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei ellis-ag.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei ellis-ag.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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