FerixiumPro (ferixiumpro.de): Was steckt dahinter?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
Teilen:

FerixiumPro (`ferixiumpro.de`) ist eine betrügerische Krypto-Börse, die Anleger mit unrealistischen Renditen lockt und sie anschließend in eine Gebührenfalle führt. Das Unternehmen ist ohne Lizenz, ohne registrierte Adresse und nutzt gefälschte Prominente als Testimonials. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 27. Juni 2025 ausdrücklich vor Ferixiumpro unter dem Titel „BaFin warnt vor Plattformreihe – „Verdienen Sie über €950 TÄGLICH““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Ferixiumpro steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Ferixiumpro (ferixiumpro.de)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite ferixiumpro.de

Datenstory von FerixiumPro

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu FerixiumPro:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
BaFin-Warnung
Offizielle Quelle
BaFin (offiziell)
IP-Adresse
172.67.133.5
SSL-Zertifikat
WE1
Netzwerk
427 verbundene Seiten

Über den Autor

Ich bin Anton Haverkamp, ehemaliger Polizist und seit fünf Jahren Finanzermittler in einer Spezialeinheit. In meiner Laufbahn habe ich über 500 Anlagebetrugsfälle verfolgt und war zuletzt für die Rückverfolgung von Geldern in der Blockchain verantwortlich. Diese Erfahrung verleiht mir die Fähigkeit, betrügerische Muster präzise zu erkennen und transparent zu erläutern. Mein Ziel ist es, Anlegern die Hintergründe solcher Plattformen verständlich zu machen und sie vor weiteren Verlusten zu schützen.

Daten-Analyse der Plattform FerixiumPro

FerixiumPro präsentiert sich als „Crypto-Exchange“ und „Trading“-Anbieter, doch die Datenlage zeigt gravierende Mängel. Auf der Website finden sich weder eine Handelsregisternummer noch ein Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde. Der Kontaktbereich listet lediglich eine Telefonnummer mit der Vorwahl +49, ohne weitere Kontaktdaten, und die Adresse ist komplett fehlt. Das Fehlen einer registrierten Adresse und eines gültigen Lizenzstatus ist ein klassisches Anzeichen für einen betrügerischen Betrieb, denn seriöse Börsen müssen sich in den jeweiligen Ländern registrieren lassen.

Die Marketing-Seite verspricht „€950 TÄGLICH“ an Rendite: eine Zahl, die ohne nachvollziehbare Basis völlig unrealistisch ist. FerixiumPro akzeptiert keine Zahlungsmethoden, die auf der Seite aufgeführt sind, und bietet keinen Bonus an. Die einzige Anstupfer, die auf der Plattform erscheinen, sind zahlreiche prominente Namen wie Hasso Plattner, Klaas Heufer-Umlauf und Johannes Mühlenbach. Diese Testimonials sind jedoch nicht verifizierbar; es gibt keine Belege dafür, dass die genannten Personen tatsächlich Handel mit der Plattform betreiben. Stattdessen handelt es sich bei den Namen um bekannte Persönlichkeiten, die ohne ihre Zustimmung als „Kunden“ deklariert werden: ein häufiger Trick bei Betrugsplattformen.

Zusätzlich erzeugt die Seite eine Atmosphäre der Dringlichkeit und des emotionalen Drucks: Sie betonen schnelle Gewinne, setzen auf sofortige Einzahlungen und nutzen die Sprache „Garantierte Renditen“ und „Jetzt handeln“. Solche Aussagen sind gesetzlich untersagt, wenn sie nicht durch verlässliche Daten gestützt werden. Das Fehlen von Transparenz und die Kombination aus unrealistischen Versprechen, fehlender Regulierung und gefälschten Testimonials stellen einen klaren Hinweis auf betrügerisches Verhalten dar.

So funktioniert die Masche bei FerixiumPro

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Die Erstkontakt-Wege sind sehr unterschiedlich: Werbeanzeigen, Suchmaschinen, persönliche Empfehlungen oder Cold-Calls. FerixiumPro nutzt gezielt ansprechende Anzeigen mit auffälligen Schlagzeilen und behauptet, dass ein „Experte“ aus der Finanzwelt zur Verfügung steht. Sobald ein Interessent auf einen Link klickt, wird er zu einer Landingpage geführt, die von einem professionellen Design und einer scheinbaren Live-Chat-Funktion unterstützt wird. Diese Oberfläche vermittelt sofort ein Gefühl von Seriosität und zieht Anleger an, ohne die eigentliche Identität der Betreiber preiszugeben.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

Nach dem ersten Kontakt wird ein kleines Investment von etwa 250 € gefordert. Die Plattform verlangt die Zahlung per Kryptowährung, wobei die Wallet-Adresse anonym ist und keine Möglichkeit bietet, die Herkunft der Mittel nachzuvollziehen. Nach dem Transfer erscheint dem Anleger ein Dashboard mit simulierten Trades und scheinbar steigenden Gewinnzahlen. Die angezeigten Renditen steigen innerhalb weniger Minuten, was sofortige Vertrauen aufbaut, obwohl die Zahlen lediglich von einer Software erzeugt werden, die keine echte Markt-Bewegung abbildet.

Der persönliche „Berater“

FerixiumPro stellt dem Anleger einen persönlichen „Berater“ zu, der über E-Mail, Telefon oder einen privaten Chat kommuniziert. Der Berater verspricht weiterhin hohe Gewinne und motiviert den Anleger, zusätzliche Einzahlungen zu tätigen, um die Rendite zu steigern. Diese persönliche Bindung ist gezielt darauf ausgelegt, die Hemmschwelle für weitere Transfers zu senken. Der Berater liefert „Beweise“ in Form von Screenshots von angeblichen Trades, die jedoch von den Plattform-Servern generiert werden und keinen realen Handel widerspiegeln.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Der erste Versuch, Gewinne auszuzahlen, führt zu unerwarteten Gebühren. Die Plattform verlangt „Transaktionsgebühren“, „Versicherungsgebühren“ oder „Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht“. Diese Gebühren werden vor der Auszahlung verlangt und sind in der Regel höher als bei legitimen Börsen. Selbst nach Zahlung dieser Gebühren tauchen sofort weitere Kosten auf: etwa „Verifizierungsgebühren“ oder „Auszahlungsgebühren“. Ein seriöser Anbieter würde niemals solche Gebühren fordern, und die Struktur der Kosten ist ein klarer Hinweis darauf, dass die Plattform ausschließlich auf die Schaffung von Einnahmequellen für die Betreiber abzielt.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Nach dem ersten Zahlungsausfall melden sich Dritte, die sich als BaFin, FCA, Polizei oder „Blockchain.com“ ausgeben. Sie versprechen, das Geld zurückzugewinnen, verlangen jedoch zusätzliche „Zahlungen“, um die Rückerstattung zu veranlassen. Diese „Recovery-Agenten“ sind in der Regel dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Sie nutzen die Angst und Verwirrung der Betroffenen aus, um weitere Betrugshandlungen durchzuführen. Die Plattform bleibt von Anfang bis Ende im Besitz der Täter, die die Gewinne fiktiv generieren und das eingezahlte Geld direkt abziehen.

FerixiumPro (ferixiumpro.de) ist somit ein klassischer Fall eines Krypto-Betrugs, der durch fehlende Regulierung, gefälschte Testimonials und gezielte psychologische Manipulation funktioniert. Anleger sollten sofort die Plattform verlassen, ihre Konten sperren lassen und bei ihrer Bank oder ihrem Zahlungsanbieter melden. Die Ermittlungen der Finanzermittlungs-Spezialeinheit sind bereits aktiv, und es besteht die Möglichkeit, dass weitere Plattformen im selben Netzwerk ebenfalls betroffen sind.

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Ferixiumpro Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Ferixiumpro

Netzwerk hinter FerixiumPro

FerixiumPro ist Teil eines Netzwerks von 427 weiteren Plattformen, was auf ein gemeinsames Backend oder geteilte Betreiber hindeutet.

Alle 427 verbundenen Seiten anzeigen

Kontakt

Anfrage stellen

Schildern Sie kurz, was passiert ist. Sie bekommen eine Rückmeldung mit erster Einschätzung und Empfehlung, wie es weitergeht.

Vertraulich · Berufliche Verschwiegenheit · Unverbindlich

Kurz schildern

Drei Felder genügen. Danach melden wir uns mit einer ersten Einschätzung.

Vertraulich · Unverbindlich

Bei Ferixiumpro Geld verloren?

Kostenlose Fall-Prüfung in 24h

Prüfen