Fidato Paycore (fidatopaycore-pro.org): Erfahrungen und Warnungen

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Die Plattform Fidato Paycore (fidatopaycore-pro.org) ist ein klarer Fall von betrügerischer Anlage-Macht. Nach meiner Untersuchung fallen sofort gravierende Unstimmigkeiten auf, die auf einen klassischen Anlagebetrug hinweisen.

Screenshot der Webseite Fidatopaycore Pro (fidatopaycore-pro.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite fidatopaycore-pro.org

Was die Daten über Fidato Paycore zeigen

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu Fidato Paycore:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
Nicht erkennbar
Domain-Alter
59 Tage
IP-Adresse
172.67.213.249
SSL-Zertifikat
WE1
Netzwerk
71 verbundene Seiten

Ermittler-Erfahrung als Grundlage

In meinen fünf Jahren bei der Polizei, zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit, habe ich über 500 Anlagebetrugs-Fälle verfolgt. Dabei wurde mir besonders klar, wie Betrüger ihre Opfer systematisch manipulieren. Bei Fidato Paycore (fidatopaycore-pro.org) sehe ich wiederkehrende Muster: fehlende Registernummer, keine Lizenzangaben, kein verifizierbarer Standort und ein Telefon, das nur die Vorwahl +49 trägt. Diese Leere ist nicht nur ein Versäumnis: sie ist ein bewusstes Designelement, um die Nachverfolgung zu erschweren.

Daten-Analyse der Plattform Fidato Paycore

Die Plattform präsentiert sich als „Trading-Platform“ mit Angeboten in „Trading“ und „Investimenti“. Der Mindestbetrag für die erste Investition beträgt 250 € und die Seite verspricht bis zu 9 000 € Gewinn pro Monat: ein Versprechen, das in der Praxis nicht nachvollziehbar ist. Auf der Website finden sich keine Angaben zu einer Registernummer, zu einer Aufsichtsbehörde oder zu einer Lizenznummer. Ebenso fehlt ein eindeutiger Firmensitz. Das einzige Kontaktinstrument ist ein Telefon +49, ohne weitere Angaben zu Standort oder Email. Die Zahlungs­methoden sind nicht definiert; Bitcoin ist nicht aufgeführt, obwohl es häufig von Betrügern genutzt wird. Zudem gibt es keine Boni, keine klaren Erfahrungswerte von Kunden und keine verifizierbaren Zertifikate.

Die „Trust-Signals“ der Seite sind lediglich drei Namen: Markus, Anna und John: ohne weitere Identifikation. Die Seite gibt keine Angaben zu Erfahrung, Erfolgsrate oder Zertifikaten. Im Bereich „Suspicious Language“ wird bestätigt, dass Garantien von Renditen angeboten werden und unrealistische Geschwindigkeiten versprochen werden, während keine emotionalen Drücke oder Dringlichkeit erzeugt wird. Diese Kombination aus fehlenden regulatorischen Angaben und übertriebenen Renditeversprechen ist ein klassischer Indikator für Betrug.

Die Methodik der Täter hinter Fidato Paycore

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Nach meiner langjährigen Erfahrung sind die Wege, auf denen Anleger zu solchen Plattformen kommen, sehr unterschiedlich: über Werbeanzeigen, Suchmaschinen, persönliche Empfehlungen, Cold-Calls oder eigene Online-Recherchen. Das Vorgehen der Täter dahinter ist aber immer dasselbe. Die Plattform wird seriös und professionell präsentiert, damit der erste Eindruck Vertrauen weckt.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

In den meisten Fällen wird zunächst eine kleine Investition von rund 250 € oder einer ähnlichen Summe gefordert. Nachdem die Geschädigten das Geld eingezahlt haben, erhalten sie Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden in kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind allerdings nicht real, sondern werden von der Software selbst generiert.

Der persönliche „Berater“

Die Investoren erhalten einen eigenen Berater, der per E-Mail, Telefon oder WhatsApp Kontakt hält. Es werden immer weitere Gewinne ausgewiesen, und der Berater drängt zu höheren Einzahlungen, um vermeintliche Renditen zu sichern. Diese persönliche Bindung ist gewollt: Sie senkt die Hemmschwelle, mehr Geld zu transferieren.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst beim Auszahlungsversuch wird den meisten Geschädigten klar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Es werden plötzlich Gebühren verlangt, bevor eine Auszahlung erfolgen kann: getarnt als Transaktionsgebühr, Versicherungsgebühr oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht. Auch nach deren Zahlung folgen immer neue Forderungen. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen. Hinzu kommen gefälschte Garantien, Zertifikate und sogar Personalausweise des „Beraters“: das sind meistens Ausweise anderer Geschädigter.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Nachhinein melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Blockchain.com aus. Tatsächlich handelt es sich um dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten erhalten wollen. Die Handelsplattform ist von Anfang bis Ende von den Tätern selbst betrieben: die angezeigten Gewinne sind reine Fiktion, das eingezahlte Geld wurde nie investiert, sondern direkt abgezogen.

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Fidatopaycore Pro Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Fidatopaycore Pro

Plattformen mit Gemeinsamkeiten zu Fidato Paycore

Fidato Paycore ist Teil eines Netzwerks von 71 anderen Plattformen, was auf ein gemeinsames Hinterland hindeutet und die Gefahr von Re-Branding nach Auffliegen erhöht.

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