FinexisPro (finexispro.net): Warnung vor FinexisPro: Was steckt dahinter?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Sie haben das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, wenn Ihnen ein vermeintlich profitabler Broker schnelle Gewinne verspricht. Bei FinexisPro (finexispro.net) steckt jedoch ein betrügerisches System, das gezielt auf Ihre Hoffnungen abzielt. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 11. März 2026 ausdrücklich vor Finexispro unter dem Titel „BaFin warnt vor einer Reihe nahezu identischer Webseiten: „Es ist Ihre Chance, intelligenter in Deutschland zu handeln.““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Finexispro steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Finexispro (finexispro.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite finexispro.net

Was die Daten über FinexisPro zeigen

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu FinexisPro:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
BaFin-Warnung
Offizielle Quelle
BaFin (offiziell)
Domain-Alter
68 Tage
IP-Adresse
188.114.97.3
SSL-Zertifikat
WE1
Netzwerk
223 verbundene Seiten

Mein Werdegang

Ich habe fünf Jahre bei der Polizei gearbeitet und war zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit tätig, in der ich Anlagebetrugstaten verfolgt habe. In dieser Einheit war ich dafür zuständig, Geldflüsse in der Blockchain zu verfolgen und dabei über 500 Fälle zu bearbeiten. Diese Erfahrung hat mir ein Gespür für typische Betrugsmuster und versteckte Anzeichen vermittelt, die auch auf die Webseite von FinexisPro hinweisen. Als Ermittler habe ich gelernt, die feinen Unterschiede zwischen echten Finanzdienstleistern und betrügerischen Plattformen zu erkennen. Mein Ziel ist es, Anleger wie Sie zu schützen, indem ich die Fakten transparent darlege.

Was die Webseite von FinexisPro preisgibt

Die Plattform präsentiert sich als Trading- und Krypto-Handelsportal, das angeblich sowohl Forex, Aktien als auch Kryptowährungen anbietet. Bereits die ersten Anzeichen zeigen sich in den fehlenden Registrierungs- und Lizenzangaben: Auf der Webseite findet sich keine Handelsregisternummer, noch wird eine Aufsichtsbehörde genannt. Auch die angebliche Gründungsjahr 2026 ist ein klarer Hinweis darauf, dass die Seite nicht existiert, sondern nur in der Zukunft liegt: ein klassisches Kennzeichen von Phishing- oder Scam-Seiten. Der Kontaktweg ist ebenfalls unklar: Es gibt weder ein gültiges E-Mail-Format noch eine vollständige Telefonnummer: lediglich ein „+49“, was auf eine unvollständige oder gefälschte Nummer hindeutet. Die angebotenen Zahlungsmethoden: Kreditkarte, PayPal und Banküberweisung: sind zwar üblich, doch ohne rechtliche Rahmenbedingungen und Transparenz sind sie ein wenig zu allgemein.

Ein weiteres auffälliges Detail ist die fehlende Transparenz bei den Testimonials. Die Seite listet vier Namen: Michael, Julia, Sophie und Lukas: als „Kunden“ auf, ohne weitere Angaben wie Profilbilder, Signaturen oder Links zu verifizierbaren Plattformen. Diese Namen sind in keiner öffentlichen Datenbank verifiziert und könnten leicht generiert worden sein. Auch wenn die Seite keine garantierten Renditen verspricht, fehlt jede Form von Erfolgsgarantie. Es gibt keine Angaben zu einem Aufsichtsrat, zu einem Aufsichtsbehörden-Check oder zu einer Lizenznummer. Das Fehlen dieser Informationen ist bei seriösen Unternehmen unüblich.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Webseite von FinexisPro keine rechtlichen oder regulatorischen Grundlagen aufweist, keine verifizierbaren Kundenbeweise bietet und die Angaben zu Gründungsjahr und Kontaktdaten nicht nachvollziehbar sind. Diese Inkonsistenzen sind klare Indikatoren dafür, dass die Plattform kein legitimer Broker ist.

Wie der Betrug bei FinexisPro abläuft

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Die Wege, auf denen Anleger zu solchen Plattformen gelangen, sind sehr unterschiedlich: über Werbeanzeigen, Suchmaschinen-Treffer, persönliche Empfehlungen, Cold-Calls oder eigene Online-Recherche zu Anlagemöglichkeiten. Das Vorgehen der Täter hinter diesen Wegen ist aber immer dasselbe. Die Plattform wird seriös und professionell präsentiert, um den ersten Eindruck von Vertrauen zu erwecken.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

Nach meiner langjährigen Erfahrung fordern die Täter zunächst eine kleine Einzahlung von rund 250 Euro. Sobald die Betroffenen das Geld eingezahlt haben, erhalten sie Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden in kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt: Zahlen, die jedoch nicht real sind, sondern von der Software selbst generiert werden.

Der persönliche „Berater“

Die Investoren erhalten einen eigenen Berater, der per E-Mail, Telefon oder WhatsApp Kontakt hält. Der Berater drängt zu weiteren Einzahlungen, um vermeintliche Renditen zu sichern. Diese persönliche Bindung ist gewollt: Sie senkt die Hemmschwelle, mehr Geld zu transferieren.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst beim Auszahlungsversuch wird den meisten Betroffenen klar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Es werden plötzlich Gebühren verlangt, bevor eine Auszahlung erfolgen kann: getarnt als Transaktionsgebühr, Versicherungsgebühr oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht. Auch nach deren Zahlung folgen immer neue Forderungen. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Nachhinein melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Blockchain.com aus. Tatsächlich handelt es sich um dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Betroffenen erhalten wollen. Die Handelsplattform ist von Anfang bis Ende von den Tätern selbst betrieben: die angezeigten Gewinne sind reine Fiktion, das eingezahlte Geld wurde nie investiert, sondern direkt abgezogen.

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Finexispro Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Finexispro

Plattformen mit Gemeinsamkeiten zu FinexisPro

FinexisPro ist Teil eines Netzwerks von 223 weiteren Plattformen, was auf gemeinsame Hintermänner hindeutet.

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