Fletrade (fletrade.net): Betrugsplattform oder legitimer Broker?
Fletrade (fletrade.net) präsentiert sich als Anbieter für Forex-, Krypto- und CFD-Handel, doch die Plattform ist ein betrügerisches Netzwerk, das Anleger ausnutzt.

Achtung
Betrugsverdacht
Anton Haverkamp ist seit fünf Jahren in der Polizeiarbeit tätig gewesen und zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit im Bereich Anlagebetrug eingesetzt. In dieser Einheit verfolgte er über 500 Fälle, insbesondere die Abwicklung von Gelder in der Blockchain. Seine Erfahrung bildet die Grundlage, mit der er die betrügerischen Strukturen von Fletrade aufdeckt.
Warum fletrade.net unseriös ist
Die Analyse der öffentlich zugänglichen Informationen zeigt mehrere gravierende Mängel, die Fletrade eindeutig als unseriös kennzeichnen. Erstens gibt die Plattform keine Angabe zu einer Aufsichtsbehörde oder einer Lizenznummer an, obwohl sie als Broker tätig ist. In der Finanzwelt ist die Angabe einer gültigen Lizenz ein zwingendes Merkmal für die Zulassung eines Brokers; ohne sie kann die Plattform nicht rechtlich als solcher agieren. Zweitens ist die Handelsregistrierungsnummer zwar vorhanden, jedoch nicht verifiziert, da in den offiziellen Handelsregistern keine Zuordnung zu Fletrade gefunden werden kann. Drittens wird auf der Website kein konkretes Verfahren zur Abwicklung von Geldern in der Blockchain beschrieben, was besonders bei einem Anbieter mit Krypto- und CFD-Angeboten von zentraler Bedeutung wäre. Viertens fehlen jegliche Erfolgsnachweise oder Referenzen: keine Kundenbewertungen, keine Testimonials und keine Belege für behauptete Renditen. Schließlich bietet die Plattform eine Vielzahl von Handelsarten an: von Forex bis hin zu Energiehandel: ohne eine klare technische Basis oder Verbindung zu einer regulierten Börse. Diese Kombination aus fehlender Regulierung, fehlender Transparenz und unrealistischen Angebotsvielfalt macht Fletrade zu einem klaren Betrugsfall.
Angegebene Adresse von Fletrade
Die auf der Website angezeigte Adresse lautet: Stationsplein 32, 3511 ED, Utrecht, Netherlands. In offiziellen Handelsregistern ist Fletrade unter dieser Adresse nicht auffindbar, und die dort angegebenen Kontaktdaten führen nicht zu einem legitimen Geschäftsbetrieb. Dies wirft sofort Fragen zur tatsächlichen Existenz des Unternehmens auf.
An der angegebenen Adresse in den Niederlanden befindet sich ein Bürogebäude (coworking) ("Creative Valley"). Eine geschäftliche Nutzung wäre dort grundsätzlich möglich, eine Tätigkeit dieses Anbieters konnte jedoch nicht verifiziert werden.
Eine technische Auffälligkeit verstärkt den Verdacht. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in den Niederlanden. Diese Muster kennen Ermittler aus zahllosen Anlagebetrugs-Fällen: Eine vermeintlich seriöse Adresse dient als Fassade, die eigentliche Infrastruktur sitzt in jurisdiktionsschwachen Regionen.
- Adresse
- Niederlande
- Server-Standort
- unbekannt
- Hosting-Land
- USA
Wie der Betrug bei fletrade.net abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot
Die ersten Berichte über Fletrade stammen aus gezielten Werbekampagnen in sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook und TikTok. Dort werden ansprechende Bilder von angeblichen „Trading-Gurus“ und vermeintlichen „Profit-Strategien“ gepostet. Oft wird ein lockendes Minimum von 250 € als Einstiegskapital beworben. Diese niedrige Einstiegssumme dient dazu, das Risiko zu minimieren und die Hemmschwelle zu senken. Zusätzlich nutzen die Betrüger oft Kaltakquise über Telefonanrufe und private Nachrichten, in denen sie angeblich exklusive Insider-Informationen versprechen. Die Kombination aus visuell ansprechenden Anzeigen und persönlicher Kontaktaufnahme schafft den ersten Eindruck von Legitimität.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung zeigt die Web-App von Fletrade plötzlich hohe Gewinnzahlen, zum Beispiel die Umwandlung von 250 € in 800 € innerhalb von zwei Wochen. Diese Zahlen entstehen jedoch nicht durch echte Handelsaufträge, sondern durch vordefinierte Datenbankeinträge, die der Betreiber manipuliert. Es gibt keine Verbindung zu einer regulierten Börse, kein Orderbuch, das reale Transaktionen dokumentiert. Der Zweck dieser Manipulation ist es, Vertrauen aufzubauen und das Opfer zu ermutigen, mehr Geld einzuzahlen. Der Mangel an Transparenz in den Transaktionsdaten ist ein starkes Warnsignal.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Sobald das Vertrauen geschaffen ist, wird der Anleger zu höheren Einzahlungen aufgefordert. Oft wird ein „VIP-Status“ versprochen, der angeblich höhere Hebel (bis zu 1:500) und exklusive Zugänge zu IPO-Deals bietet. Die Betreiber nutzen psychologische Drucktechniken wie Zeitlimits („nur heute“) und künstliche Verknappung („nur noch wenige Plätze frei“). Social Proof wird durch gefälschte Mit-Anleger-Storys erzeugt, die vorgaukeln, dass andere erfolgreich große Gewinne erzielt haben. In dieser Phase können die Einzahlungen von 5.000 bis 50.000 € und sogar über 500.000 € erreicht werden, weil die Opfer von der scheinbaren Rentabilität getäuscht werden.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn ein Anleger schließlich sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen lassen möchte, tauchen plötzlich zahlreiche Gebühren auf. Die häufigsten Forderungen sind:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real; wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten treten häufig Dritte in Erscheinung: angebliche Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“, die behaupten, das Geld zurückzuholen. Sie bieten „Wiederherstellungs-Software“ oder „Rechtshilfe“ an und fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In Wahrheit handeln sie meist dieselben Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen. Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram und verlangen solche Vorauszahlungen.
Das Netzwerk hinter fletrade.net
Fletrade ist Teil eines Netzwerks von 37 Plattformen, die ähnliche Dienstleistungen anbieten. Dies deutet auf ein gemeinsames Management hin, bei dem nach dem Auffliegen einer Marke sofort eine neue entsteht. Solche Strukturen ermöglichen es den Betrügern, ihre Identität zu verschleiern und schnell neue Plattformen zu starten, ohne dass die Nutzer die Hintergründe erkennen.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Geld unwiederbringlich verloren geht.
- Beweise sichern: Bewahren Sie sämtliche E-Mails, Bildschirmfotos, Zahlungsbelege und Kommunikationsverläufe auf. Diese Dokumente sind entscheidend für etwaige Ermittlungen.
- Kontakt mit Ihrer Bank oder Ihrem Zahlungsanbieter aufnehmen: Melden Sie die verdächtigen Transaktionen und fordern Sie eine sofortige Sperrung Ihres Kontos oder Ihrer Kreditkarte.
- Strafanzeige bei der örtlichen Polizei erstatten: Nutzen Sie die Erfahrung von Anton Haverkamp, um Ihre Anzeige präzise und vollständig zu gestalten. Die Polizei kann Ermittlungen aufnehmen und die Täter verfolgen.
- Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Seien Sie skeptisch bei unaufgeforderten Angeboten, die vorab Zahlungen fordern. Legitime Anwälte werden keine Vorauszahlungen verlangen und niemals per WhatsApp Kontakt aufnehmen.
Wenn Sie Opfer von Fletrade geworden sind, handeln Sie schnell und systematisch. Je mehr Beweise Sie sichern, desto höher sind Ihre Chancen, das Geld zurückzuerlangen oder zumindest die Täter zu belasten.
Wenn Sie sich über ähnliche Betrugsplattformen informieren wollen, besuchen Sie regelmäßig seriöse Informationsportale und melden Sie verdächtige Aktivitäten.
Das Netzwerk hinter Fletrade
Fletrade ist Teil eines Netzwerks von 37 Plattformen, die ähnliche Dienstleistungen anbieten. Dieses Vorgehen deutet auf ein gemeinsames Management oder auf ein Re-Branding-Schema hin, bei dem nach dem Auffliegen einer Plattform sofort eine neue Marke entsteht. Solche Strukturen sind ein klassisches Kennzeichen für Betrugsnetzwerke.

Akra Platform
akra-platform.com

Apax
apax.site

Areslimited
areslimited.site

Avex Group
avex-group.co

Avexgrp
avexgrp.ltd

Blxinvesting
blxinvesting.de
und 31 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei fletrade.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.