Warnung vor Geldmax Perigee AI (geldmaxperigee.de): Fakten zum Betrug

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Geldmax Perigee AI (geldmaxperigee.de) ist keine seriöse Handelsplattform: sie nutzt gezielt unklare Geschäftsmodelle und versteckte Gebühren, um Anleger zu täuschen und zu erpressen. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 11. März 2026 ausdrücklich vor Geldmaxperigee unter dem Titel „BaFin warnt vor einer Reihe nahezu identischer Webseiten: „Es ist Ihre Chance, intelligenter in Deutschland zu handeln.““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Geldmaxperigee steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Geldmaxperigee (geldmaxperigee.de)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite geldmaxperigee.de

Warum geldmaxperigee.de unseriös ist

Die Fakten, die wir aus öffentlich zugänglichen Quellen sammeln konnten, zeigen mehrere gravierende Mängel auf. Erstens fehlt ein registrierungsnummer und es wird keine Aufsichtsbehörde genannt: ein grundlegender Hinweis dafür, dass die Plattform nicht reguliert ist. Zweitens akzeptiert Geldmax Perigee AI Kreditkarte, PayPal und Banküberweisung, ohne dabei klare Angaben zu den Sicherheitsmaßnahmen zu machen. Drittens sind die angegebenen Dienstleistungen: Kryptowährungshandel, Forex-Handel und Aktienhandel: in Kombination mit einem Minimumeinzahlungsbetrag von 250 Euro ohne weitere Erläuterung zu den Handelsbedingungen. Viertens sind keine Erfahrungsberichte von unabhängigen Prüfern vorhanden und die Plattform präsentiert keine Lizenznummern. Diese Lücken sind typisch für Betrugsplattformen, die sich auf schnellen Gewinn statt auf Transparenz stützen.

Wie der Betrug bei geldmaxperigee.de abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Der erste Kontakt erfolgt meist über Social-Media-Kanäle, E-Mails oder sogar Telefonanrufe, bei denen angebliche „Anlageberater“ das Interesse der potenziellen Anleger wecken. Sie präsentieren oft kurze Videos oder Anzeigen mit ansprechenden Grafiken, die hohe Renditen versprechen, ohne dabei konkrete Quellen anzugeben. Das Lockangebot besteht aus einer ersten Einlage von 250 Euro: genau dem Minimum, das die Plattform verlangt: um die Hemmschwelle zu senken. Anschließend wird das Konto in einer scheinbar professionellen Dashboard-Umgebung eröffnet, die sofort scheinbare Gewinne anzeigt, um das Vertrauen des Nutzers zu gewinnen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung erfolgt ist, werden dem Anleger über ein Dashboard fiktive Gewinne angezeigt. Diese Zahlen entstehen durch eine interne Software, die zufällige Renditen generiert, jedoch keine echten Orderbuchdaten abruft. Es wird keine Verbindung zu regulierten Börsen oder echten Handelsplattformen hergestellt. Der Nutzer sieht, wie 250 Euro in wenigen Tagen in 800 Euro „umgewandelt“ werden, was die Illusion eines profitablen Geschäfts verstärkt. Dabei bleibt die Plattform auf der Ebene einer Web-App ohne echte Handelskonten.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach dem ersten Gewinnangebot wird der Anleger zu weiteren Einzahlungen aufgefordert. Hier wird häufig ein „VIP-Status“ oder ein höheres Hebelangebot von 1:500 propagiert, begleitet von Versprechen exklusiver IPO-Zugänge und angeblich von „Insider“-Tipps. Der Berater nutzt dabei Techniken wie Zeitdruck („nur heute“), künstliche Verknappung und soziale Beweise durch gefälschte Testimonials. Viele Opfer geben danach zwischen 5 000 und 50 000 Euro, manche sogar über 500 000 Euro, um das scheinbare Wachstum zu beschleunigen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun seine Gewinne auszahlen möchte, werden plötzlich mehrere Gebühren in Rechnung gestellt. Zu den geforderten Kosten zählen:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten kontaktieren oft Drittanbieter: angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, fordern jedoch Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In der Regel handeln sie im gleichen Netzwerk wie die ursprüngliche Plattform. Die Opfer zahlen diese Gebühren, erhalten jedoch keine Rückerstattung und die Täter behalten das Geld. Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Das Netzwerk hinter geldmaxperigee.de

Geldmax Perigee AI ist Teil eines Netzwerks von 223 Plattformen, die identische Merkmale aufweisen. Diese Konstellation deutet auf ein gemeinsames Management oder auf die Nutzung einer zentralen Infrastruktur hin, die es den Tätern ermöglicht, bei einer Aufklärung sofort einen neuen Namen zu übernehmen. Die Wiederholungen der gleichen betrügerischen Taktiken, wie die fehlende Regulierung, die unklare Lizenzierung und die gefälschten Gewinne, sind ein deutliches Signal, dass es sich um ein organisiertes Betrugssystem handelt.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Einzahlung erhöht die Möglichkeit, dass das Geld in einen anderen Teil des Netzwerks verschoben wird. Halten Sie Ihr Konto in Ruhe, bis Sie Klarheit haben.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie alle E-Mails, SMS, Bildschirmfotos der Dashboard-Ansicht und sämtliche Transaktionsnachweise. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später Strafanzeige erstatten oder rechtliche Schritte einleiten.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Zahlungsanbieter: Informieren Sie die Bank oder PayPal, dass Sie möglicherweise Opfer eines Betrugs geworden sind. Fordern Sie eine Sperrung aller Konten an, die mit der Plattform verknüpft sind.
  4. Relevante Behörden benachrichtigen: Melden Sie den Vorfall bei der örtlichen Polizeidienststelle oder der Bundeskriminalamt-Einheit für Wirtschaftskriminalität. Geben Sie alle gesammelten Beweise an.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Angebote: Sobald Sie von „Anwälten“ oder „Forensikern“ hören, die eine Rückerstattung versprechen, lehnen Sie diese Angebote strikt ab. Diese Personen sind in der Regel Teil des gleichen Betrugskreises und wollen weitere Gebühren erheben, bevor sie das Geld zurückzahlen.
    Durch diese Schritte minimieren Sie das Risiko weiterer Verluste und unterstützen gleichzeitig die Strafverfolgung von betrügerischen Plattformen wie Geldmax Perigee AI. Zögern Sie nicht, professionelle Hilfe zu suchen und Ihre Rechte zu wahren: jede Verzögerung kann das Ausmaß der Verluste erhöhen. Zögern Sie nicht, die Polizei oder eine vertrauenswürdige Rechtsberatung zu kontaktieren, um Ihre Optionen zu prüfen und Ihre Ansprüche geltend zu machen.

Das Netzwerk hinter geldmaxperigee.de

Geldmax Perigee AI ist Teil eines Netzwerks von 223 Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen. Diese Verflechtung deutet auf ein gemeinsames Management oder einen geteilten technischen Unterbau hin, was die Wiederholung der gleichen betrügerischen Muster erleichtert und den Tätern ermöglicht, bei Aufklärung eines Teilnehmers schnell zu einem neuen Namen umzuschalten.

und 217 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei geldmaxperigee.de gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

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Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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