Warnung vor Hexa Partner (hexa-partner.net): Betrugsmasche im Detail

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Hexa Partner (hexa-partner.net) ist ein betrügerisches Investmentportal, das Anleger durch gezielte Täuschung und manipulierte Gewinne zu hohen Einzahlungen lockt. Die Plattform verschleiert ihre Herkunft und bietet keine lizenzierten Dienstleistungen an.

Screenshot der Webseite Hexa Partner (hexa-partner.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite hexa-partner.net

Warum hexa-partner.net unseriös ist

Die Plattform weist mehrere klare Inkonsistenzen auf, die auf Betrug hindeuten:

  1. Fehlende Registrierung: Es gibt keine Handelsregisternummer, keine Angabe einer Aufsichtsbehörde und keine Lizenznummer. Diese Angaben sind für seriöse Broker zwingend erforderlich.
  2. Unklare Unternehmensdaten: Das Gründungsjahr fehlt, es gibt keine Angaben zu einer tatsächlichen Rechtsform und die Plattform liefert keine Nachweise für ein registriertes Unternehmen.
  3. Mehrsprachigkeit ohne Substanz: Die Website ist in über 100 Sprachen verfügbar, jedoch ohne konsistente Inhalte. Viele Sprachversionen enthalten lediglich Platzhalter und keine spezifischen Informationen.
  4. Unklare Zahlungswege: Die Plattform akzeptiert keine gängigen Banküberweisungen oder Kreditkarten und listet keine klaren Zahlungsmethoden auf. Stattdessen verweist sie auf „Krypto-Zahlungen“, ohne konkrete Wallet-Adressen oder Transaktionsdetails zu geben.
  5. Testimonial-Mangel: Es gibt zwei angebliche Testimonials, deren Identität nicht überprüfbar ist. Keine echten Bewertungen oder Erfahrungsberichte von regulären Anlegern sind vorhanden.
  6. Fehlende Erfolgsnachweise: Die Plattform bietet keine nachvollziehbaren Handelsdaten, keine Kontoauszüge oder Handelsstatistiken an. Es gibt keine Möglichkeit, die behaupteten Gewinne zu verifizieren.

Diese Punkte bilden ein klares Bild von einer Plattform, die nicht die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und somit höchstwahrscheinlich betrügerisch ist.

Wo Hexa Partner angeblich sitzt

Die angegebene Adresse lautet „The Old Barn, Wood Street, Swanley, England, BR8 7PA“. In öffentlichen Handelsregistern findet sich keine Firma mit diesem Sitz. Es fehlt eine offizielle Registrierung, und die Adresse wird von der Plattform als Hauptgeschäftsstelle ausgegeben, obwohl keine Anhaltspunkte für eine reale Geschäftstätigkeit vorliegen.

Die hinterlegten Geokoordinaten zeigen im Vereinigten Königreich auf ein Wohngebäude ("The Royal George"), was die Behauptung eines seriösen Geschäftssitzes substanziell entkräftet.

Die infrastrukturelle Spurensuche fördert einen Widerspruch zutage. Der Server steht in den USA, die behauptete Firmenadresse aber im Vereinigten Königreich. Diese Konstellation ist klassisch für Operationen, die in einem Land ihren Ruf aufbauen und in einem anderen ihre technischen Spuren verwischen.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
USA
Hosting-Land
USA

Wie der Betrug bei hexa-partner.net abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Die meisten Opfer werden durch gezielte Werbemaßnahmen auf Social-Media, insbesondere in Gruppen zu Krypto-Trading, angesprochen. Häufig nutzen die Betrüger gefälschte Influencer-Posts oder angebliche „Trading-Experten“, die hohe Renditen versprechen. Die erste Einzahlung wird bewusst niedrig gehalten: typischerweise zwischen 250 € und 500 €. Der Betreiber präsentiert ein „Schnellstart-Programm“, das den Eindruck erweckt, dass das Geld sofort in profitable Trades fließt. Die psychologische Barriere ist damit minimiert.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung erscheint in der Plattform-Dashboard ein fiktiver Gewinn. Die Software zeigt, dass aus 250 € in zwei Wochen 800 € geworden sind. Diese Zahlen werden ausschließlich in der Benutzeroberfläche generiert; es gibt keine tatsächlichen Handelsaufträge, die an eine Börse gesendet werden. Die Gewinne sind reine Simulationen, die lediglich Vertrauen schaffen. Das System nutzt die Darstellung von „Live-Charts“, um die Illusion echter Marktbewegungen zu erzeugen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein persönlicher „Berater“ greift über ein Chat-Interface zu, um die Beziehung zu vertiefen. Der Berater verspricht exklusive Vorteile: Hebel-Boni, garantierte Profite, Zugang zu „IPO-Pre-Sales“. Durch Zeitlimits („Nur heute“) und gefälschte Mit-Anleger-Storys wird der Druck erhöht. Oft wird das Konto als „VIP-Account“ gekennzeichnet, was den Eindruck erweckt, dass man bei Hexa Partner besonders privilegiert ist. Die Einzahlungen steigen häufig auf mehrere Tausend Euro, manchmal sogar auf über 50 000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn das Opfer nun eine Auszahlung verlangt, wird sofort eine Liste von Gebühren präsentiert. Die Gebühren sind vielfältig, jedoch frei erfunden:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Der Betrag, der nach Abzug dieser Gebühren angezeigt wird, ist nicht der tatsächlich verfügbare Betrag. Nach der Zahlung dieser Gebühren erfolgt keine Auszahlung: das Konto bleibt blockiert, und die Einlagen sind verloren.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten treten häufig sogenannte „Wiederherstellungsdienste“ auf. Sie bieten an, das Geld durch spezielle Software oder „Krypto-Forensiker-Tools“ zurückzubekommen. Die Anbieter verlangen Vorauszahlungen für die Nutzung der Tools, Übersetzungen oder Serverzugriffe. In Wirklichkeit handelt es sich um die gleiche Gruppe, die die ursprüngliche Plattform betreibt. Die Versprechen sind leer, und die Anforderung zusätzlicher Zahlungen führt zu weiteren Verlusten. Der Betrugszyklus endet in einer Spirale von Forderungen, die das Opfer immer tiefer in die Falle ziehen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Einzahlung verstärkt die Haftung des Opfers. Halten Sie sich von der Plattform fern.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie alle E-Mails, Chat-Logs, Transaktionsbestätigungen und Screenshots. Diese Dokumente sind wichtig für spätere Ermittlungen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse: Informieren Sie Ihren Zahlungsanbieter über mögliche Betrugsversuche. Fragen Sie nach Möglichkeiten, das Geld zurückzufordern oder die Transaktionen zu verfolgen.
  4. Rechtliche Schritte einleiten: Reichen Sie eine Strafanzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder bei der Bundespolizei ein. Nutzen Sie die Ermittlungsbefugnisse von Anton Haverkamp, um den Fall zu verfolgen.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Angebote: Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich nicht per WhatsApp. Seien Sie skeptisch gegenüber jedem, der unaufgefordert Hilfe anbietet und Vorauszahlungen verlangt.

Warnung vor weiteren Betrugsversuchen

Seien Sie wachsam gegenüber jeder Art von Angebot, das Ihnen verspricht, Ihre Verluste zurückzuholen. In vielen Fällen handelt es sich um weitere Phishing-Versuche oder um die gleiche Gruppe, die den ursprünglichen Betrug durchgeführt hat. Bewahren Sie Ihre Kontaktdaten, Passwort-Management und Transaktionsnachweise sorgfältig auf.

Wenn Sie noch nicht in Hexa Partner investiert haben, vermeiden Sie die Plattform und informieren Sie Freunde und Familie über diese Betrugsmasche. Teilen Sie Ihre Erfahrungen in Foren und sozialen Medien, um das Bewusstsein zu schärfen und weitere Opfer zu verhindern.

Das Netzwerk hinter Hexa Partner

Hexa Partner ist Teil eines Netzwerks von 53 anderen Plattformen. Die Verbindungen deuten auf gemeinsame Betreiber oder geteilte Infrastruktur hin, was häufig bei Scam-Netzwerken vorkommt.

und 47 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei hexa-partner.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

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Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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