Warnung vor investronex (investronex.org): Was steckt dahinter?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Investronex (investronex.org) präsentiert sich als Anlageplattform, doch die gesammelten Fakten weisen eindeutig auf einen betrügerischen Aufbau hin. Die fehlenden Registrierungsmeldungen, fehlenden Lizenzangaben und das komplette Fehlen von Kontaktinformationen sprechen für eine illegale Operation. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 27. Juni 2025 ausdrücklich vor Investronex unter dem Titel „BaFin warnt vor Plattformreihe – „Verdienst von 500€ bis 1.500 € pro Tag““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Investronex steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Investronex (investronex.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite investronex.org

Technische Analyse von investronex.org

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu investronex:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
BaFin-Warnung
Offizielle Quelle
BaFin (offiziell)
Domain-Alter
218 Tage
IP-Adresse
172.67.186.246
SSL-Zertifikat
WE1
Netzwerk
61 verbundene Seiten

Vom Ermittler zum Aufklärer

Ich bin Anton Haverkamp, ehemaliger Polizeibeamter und zuletzt Finanzermittler in einer Spezialeinheit. In meiner Tätigkeit habe ich über 500 Anlagebetrugsfälle verfolgt, insbesondere im Bereich der Blockchain. Diese Erfahrung verleiht mir ein tiefes Verständnis für die Strukturen und Taktiken, die hinter betrügerischen Brokerplattformen stehen. Mit diesem Hintergrund analysiere ich heute investronex (investronex.org) und decke die entscheidenden Unstimmigkeiten auf.

Die wichtigsten Indizien gegen investronex

Die Analyse von investronex zeigt mehrere alarmierende Punkte. Erstens fehlt eine Handelsregisternummer: die Seite liefert keinerlei Anhaltspunkte für eine gesetzlich anerkannte Registrierung. Auch die Angabe einer Aufsichtsbehörde ist nicht vorhanden, sodass kein Hinweis auf eine regulatorische Genehmigung erscheint. Des Weiteren gibt es keine Lizenznummer, die eine rechtliche Zulassung belegen würde.

Zweitens bietet die Plattform keinerlei Kontaktinformationen: weder E-Mail, noch Telefon oder physische Adresse. In der Finanzkriminalistik ist dies ein klassischer Indikator für eine Plattform, die keine Rückverfolgung zulässt. Drittens ist die Angebotsseite komplett leer: es gibt keine Zahlungsmodalitäten, keine Mindestanlage, keine versprochenen Renditen und keine Kundenbewertungen. Das Fehlen von Testimonials und die völlige Abwesenheit von Trustpilot-Links unterstreichen das Fehlen jeglicher glaubwürdiger Kundenerfahrungen.

Ein weiterer kritischer Aspekt ist die Verbindung zu 61 weiteren Plattformen. In der Praxis bedeutet ein solches Netzwerk häufig geteilte Infrastruktur, geteilte Backend-Server und häufig Rebranding, sobald ein Regulierungsfall oder eine Strafverfolgung droht. Solche Zusammenhänge sind ein starkes Indiz für ein betrügerisches System, das sich durch Mehrfachnutzung von Domains und Marken schützt.

Die Methodik der Täter hinter investronex

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

In meiner langjährigen Erfahrung sind die Wege, auf denen Anleger zu solchen Plattformen kommen, sehr unterschiedlich: über Werbeanzeigen, Suchmaschinen-Treffer, persönliche Empfehlungen, Cold-Calls oder eigene Online-Recherche zu Anlagemöglichkeiten. Das Vorgehen der Täter dahinter ist aber immer dasselbe. Die Plattform wird seriös und professionell präsentiert, damit der erste Eindruck Vertrauen weckt.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

In den meisten Fällen wird zunächst eine kleine Investition von rund 300 € oder einer ähnlichen Summe gefordert. Nachdem die Geschädigten das Geld eingezahlt haben, erhalten sie Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden in kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind allerdings nicht real, sondern werden von der Software selbst generiert.

Der persönliche „Berater"

Die Investoren erhalten einen eigenen Berater, der per E-Mail, Telefon oder WhatsApp Kontakt hält. Es werden immer weitere Gewinne ausgewiesen, und der Berater drängt zu höheren Einzahlungen, um vermeintliche Renditen zu sichern. Diese persönliche Bindung ist gewollt: Sie senkt die Hemmschwelle, mehr Geld zu transferieren.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst beim Auszahlungsversuch wird den meisten Geschädigten klar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Es werden plötzlich Gebühren verlangt, bevor eine Auszahlung erfolgen kann: getarnt als Transaktionsgebühr, Versicherungsgebühr oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht. Auch nach deren Zahlung folgen immer neue Forderungen. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen. Hinzu kommen gefälschte Garantien, Zertifikate und sogar Personalausweise des „Beraters": das sind meistens Ausweise anderer Geschädigter.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Nachhinein melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Blockchain.com aus. Tatsächlich handelt es sich um dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten erhalten wollen. Die Handelsplattform ist von Anfang bis Ende von den Tätern selbst betrieben: die angezeigten Gewinne sind reine Fiktion, das eingezahlte Geld wurde nie investiert, sondern direkt abgezogen.

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Investronex Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Investronex

Das Netzwerk hinter investronex

Investronex ist mit 61 weiteren Plattformen verknüpft, was auf ein gemeinsames betrügerisches Netzwerk hindeutet.

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