KodBauFonds (kodbaufonds.de) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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KodBauFonds (kodbaufonds.de) ist ein betrügerisches Investment-Portal, das sich als Krypto- und KI-Trading-Plattform ausgibt. Wir zeigen, warum Sie bei diesem Anbieter nicht investieren sollten. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 27. Juni 2025 ausdrücklich vor Kodbaufonds unter dem Titel „BaFin warnt vor Plattformreihe – „Verdienen Sie über €950 TÄGLICH““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Kodbaufonds steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Kodbaufonds (kodbaufonds.de)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite kodbaufonds.de

Warum kodbaufonds.de unseriös ist

KodBauFonds präsentiert sich als Investment-Platform, die Krypto-Investment und KI-Trading anbietet. Auf der Website fehlt jedoch jede Form von Regulierungsnachweis. Keine Handelsregisternummer ist angegeben, keine Aufsichtsbehörde wird genannt, und auch keine Lizenznummer wird dargestellt. Die einzige Kontaktsinformation ist die Telefonnummer +49, ohne weitere Angaben wie Land, Stadt oder Rufnummer. Diese Angaben entsprechen nicht den gesetzlichen Anforderungen für eine seriöse Finanzplattform. Das Marketing der Seite ist auf Übertreibungen ausgelegt. Der Mindestbetrag für die erste Einzahlung beträgt lediglich 250 €, was ein niedriges psychologisches Barriereniveau darstellt. Gleichzeitig werden zahlreiche Promi-Testimonials vorgezeigt, darunter Hasso Plattner, Klaas Heufer-Umlauf, Miriam Steinberger, Jonas Albrecht, Tobias Reinhardt, Leonard Vogt, Felix Hartmann und Sophie Brandt. Diese Namen werden ohne Verifizierungsnachweis präsentiert. Die Plattform nutzt zudem aggressive Taktiken, die auf Dringlichkeit und unrealistische Renditen abzielen, was ein klassisches Kennzeichen für betrügerische Angebote ist. Die Kombination aus fehlenden Regulierungsnachweisen, aggressivem Marketing und unrealistischen Versprechen macht KodBauFonds eindeutig unseriös.

Wie der Betrug bei kodbaufonds.de abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

KodBauFonds nutzt gezielte Online-Werbung auf sozialen Netzwerken. Die Anzeigen enthalten fiktive Testimonials und Versprechen von schnellen Gewinnen. Oft werden Influencer-Profilbilder verwendet, um Vertrauen zu erwecken. Anschließend erfolgt ein direkter Kontakt über Chat-Apps, in denen angebliche “Anlageberater” die potenzielle Kundin oder den potenziellen Kunden anrufen. Der erste Kontakt ist darauf ausgelegt, Neugier zu wecken und die Angst vor verpassten Chancen zu schüren. Die Plattform bietet einen ersten, niedrigen Einzahlungspflichtbetrag von 250 €. Dieser Betrag ist ausreichend, um die Hemmschwelle zu senken, aber nicht hoch genug, um sofortige Verdauung von Verlusten zu verhindern. Sobald die Einzahlung erfolgt, wird dem Nutzer ein Dashboard präsentiert, das sofortige, unrealistische Renditen anzeigt.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung wird dem Nutzer ein simuliertes Portfolio angezeigt. Die Software erzeugt Daten, die den Eindruck erwecken, dass 250 € in kurzer Zeit zu 800 € gewachsen sind. Es erfolgt kein echter Handel an einer Börse. Stattdessen werden die Gewinne in einer Datenbank generiert, die dem Nutzer angezeigt wird. Diese Manipulation schafft die Illusion von Erfolg und ermutigt die Kundin oder den Kunden, mehr Geld einzuzahlen. Die Plattform nutzt keine echte Handelsplattform, sondern lediglich eine Web-App, die hübsche Zahlen anzeigt. Die fehlende Transparenz und die fehlende Möglichkeit, die Transaktionen nachzuvollziehen, sind klare Anzeichen für Betrug.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald der Nutzer ein gewisses Vertrauen aufgebaut hat, beginnt ein sogenannter „Account-Manager“. Dieser kommuniziert über persönliche Nachrichten und Telefonate. Durch das Versprechen von VIP-Zugang, Hebelboni von bis zu 1:500 und exklusiven IPO-Einträgen wird der Nutzer gedrängt, weitere Mittel einzuzahlen. Oft wird ein Zeitlimit gesetzt, beispielsweise „Nur heute noch 5 000 € einzahlen und 10 % Bonus erhalten“. Die Plattform nutzt Social-Proof-Taktiken: fiktive Erfolgsgeschichten von angeblichen Kunden werden vorgetragen. Diese Strategie erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Kundin oder der Kunde weitere Beträge in die Plattform einzahlt. In vielen Fällen beträgt die zusätzliche Einzahlung zwischen 5.000 und 50.000 €, manche Opfer über 500.000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Nutzer nun seine Gewinne auszahlen möchte, wird sofort ein komplexes Gebührenmodell präsentiert. Die Plattform verlangt mehrere Gebühren, die nicht von einer seriösen Bank erhoben würden. Folgende Gebühren werden verlangt:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine “Gebühr” zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust treten häufig Dritte auf. Anwalts- und Behörden-Mitarbeiter, die angeblich helfen wollen, das Geld zurückzubekommen, werden kontaktiert. Sie versprechen, die Plattform zu übernehmen und die Gelder zu retten. Für ihre „Dienstleistung“ verlangen sie Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ und „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind Teil der gleichen Masche. Die Täter verkaufen die Kundendaten anschließend weiter. Seriöse Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Jede Kontaktaufnahme durch eine dritte Partei ist ein weiteres Warnsignal.

Das Netzwerk hinter kodbaufonds.de

KodBauFonds ist Teil eines Netzwerks von 427 Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen. Die meisten dieser Seiten teilen gemeinsame Serverinfrastrukturen, die von denselben Hosting-Anbietern betrieben werden. Häufig werden die gleichen Domain-Endungen und IP-Ranges verwendet. Die Betreiber dieser Plattformen sind oft dieselben Personen, die hinter mehreren Re-Branding-Versuchen stehen. Durch die Nutzung gemeinsamer Ressourcen können sie ihre betrügerischen Aktivitäten schneller skalieren und ihre Opferzahl erhöhen. Das Netzwerk ist so aufgebaut, dass ein Ausbruch bei einer Seite sofort auf die anderen übertragen wird. Dies macht die Erkennung und Aufklärung besonders schwierig, da die Betreiber ihre Identität ständig wechseln.

Was Betroffene jetzt tun sollten

Wenn Sie Opfer der KodBauFonds-Masche geworden sind, sollten Sie sofort folgende Schritte unternehmen.

  1. Sofortige Aufhaltung weiterer Zahlungen: Zahlen Sie keine weiteren Beträge an die Plattform. Jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko eines Totalverlustes.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Logs, Screenshots und Kontoauszüge. Diese Dokumente sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Krypto-Börse, von der Sie Geld abgezogen haben. Melden Sie den Vorfall und fordern Sie Rückbuchungen an.
  4. Strafanzeige erstatten: Reichen Sie bei der örtlichen Polizeidienststelle oder der Finanzaufsichtsbehörde eine Strafanzeige ein. Geben Sie alle gesammelten Beweise an.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Reagieren Sie nicht auf Kontaktaufnahmen von angeblichen Anwälten oder Behörden. Diese Personen sind Teil des Betrugsnetzwerks.

Durch die sofortige Umsetzung dieser Maßnahmen erhöhen Sie Ihre Chancen, einen Teil Ihres Geldes zurückzubekommen, und verhindern, dass weitere Personen in die Falle tappen. Halten Sie Ihre Daten jederzeit aktuell und melden Sie neue Aktivitäten an die entsprechenden Behörden.

Wenn Sie mehr über die Funktionsweise von betrügerischen Plattformen erfahren möchten, lesen Sie unsere weiteren Artikel zu ähnlichen Fällen. Wir bieten Ihnen praktische Tipps, wie Sie sich vor solchen Risiken schützen können.

Das Netzwerk hinter kodbaufonds.de

KodBauFonds ist Teil eines Netzwerks von 427 Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen.

und 421 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei kodbaufonds.de gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

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Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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