Kradvex.de (kradivex.de) im Faktencheck: Betrug oder Legitimität?
Kradvex.de ist eindeutig ein betrügerisches Netzwerk. Die Plattform bietet keinerlei verifizierte Kontaktdaten, Lizenznachweise oder reale Handelsaktivität. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 27. Juni 2025 ausdrücklich vor Kradivex unter dem Titel „BaFin warnt vor Plattformreihe – „Verdienen Sie über €950 TÄGLICH““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Kradivex steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum kradivex.de unseriös ist
Die Fakten zu kradivex.de sind klar: keine Handelsregisternummer, kein Angabe einer Aufsichtsbehörde, keine Lizenznummer. Auf der Website findet sich weder ein Ansprechpartner noch ein Telefon. Die Plattform bietet keinerlei Zahlungsmethoden an und listet keine Testimonials. Das Fehlen dieser Kerninformationen ist ein starker Indikator für Betrug. Ein seriöser Broker muss lizenziert sein, Kontaktdaten haben und die Möglichkeit bieten, Gelder einzuzahlen und abzuheben. Kradvex.de erfüllt keines dieser Kriterien. Darüber hinaus gibt es keine Belege für echte Handelsaktivitäten, keine Handelsvolumen, keine Preisentwicklung. Diese Mängel zeigen, dass die Plattform lediglich ein Front ist, um Anleger zu täuschen.
Wie der Betrug bei kradivex.de abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Kradvex.de nutzt gezielte Social-Media-Ads, die angeblich erfolgreiche Trader ansprechen. In kurzen Texten werden „exklusive Handelsstrategien“ und „hohe Renditen“ versprochen. Oft beginnt das Angebot mit einer kleinen Einzahlungsaufforderung von 250 €. Diese geringe Summe dient dazu, die Hemmschwelle zu senken und das Vertrauen in die Plattform zu schaffen. Sobald der Nutzer die erste Einzahlung tätigt, erhält er Zugriff auf eine Web-App, die die Plattform als „professionell“ darstellt.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung zeigt die Oberfläche von kradivex.de sofort einen Gewinn von 800 € innerhalb von zwei Wochen. Diese Zahlen entstehen jedoch nicht durch echten Handel. Die Plattform generiert die Ergebnisse in einer internen Datenbank, die nicht an eine Börse gekoppelt ist. Es gibt keine Transaktionshistorie, keine Bestätigung von Orderausführungen und keine Aufschlüsselung der Gewinne. Der Nutzer glaubt, dass sein Geld in realen Märkten vermehrt wurde.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Ein „Account-Manager“ oder ein automatisierter Bot spricht den Anleger an und verspricht VIP-Status, Hebelboni von bis zu 1:500 und garantierte Profite. Durch Zeitlimits („Nur heute“) und gefälschte Mit-Investor-Erfolge wird der Druck erhöht. Typische Beträge, die angefordert werden, reichen von 5.000 € bis zu 50.000 €. In seltenen Fällen verlangen die Betreiber sogar über 500.000 €.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn der Anleger seine Gewinne abheben möchte, werden plötzlich Gebühren eingeführt. Folgende Fake-Gebühren werden genannt:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Diese Phase ist die letzte Melkphase des Scams. Der angebliche Gewinn verschwindet, sobald der Nutzer eine dieser Gebühren zahlt, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten treten oft „Anwälte“, „Behördenmitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf. Sie behaupten, das Geld könne wiederhergestellt werden, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Server-Zugriff“ oder „Übersetzungen“. Diese Personen sind in der Regel Teil des gleichen betrügerischen Netzwerks. Eine echte Anwaltskanzlei oder eine Polizeibehörde wird nie unaufgefordert über WhatsApp oder Telegram Kontakt aufnehmen.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Ausgabe an kradivex.de ist ein Schritt in die Tiefe des Scams.
- Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Zahlungsbelege, Bildschirmfotos und Chatverläufe. Diese können später als Beweismaterial dienen.
- Bank/Krypto-Börse kontaktieren: Informieren Sie Ihre Bank oder Ihren Broker sofort über die Verdachtsmomente. Fordern Sie eine Rückbuchung oder Sperrung der Konten an.
- Polizei oder Finanzamt melden: Reichen Sie eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizei ein. Geben Sie alle gesammelten Beweise an.
- Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Jede Forderung um Vorauszahlungen ist ein Hinweis auf weitere Täuschungen. Schließen Sie jeglichen Kontakt ab.
Schlussfolgerung
Kradvex.de präsentiert sich als scheinbar seriöser Broker, doch die fehlenden Lizenzdaten, Kontaktdetails und die manipulierten Gewinnzahlen zeigen eindeutig, dass es sich um ein betrügerisches Netzwerk handelt. Die 427 verbundenen Plattformen deuten auf ein systematisches Vorgehen hin. Seien Sie wachsam, handeln Sie schnell und schützen Sie Ihre Finanzen.
Das Netzwerk hinter kradivex.de
Kradvex.de ist Teil eines weitreichenden Netzwerks mit 427 verbundenen Plattformen. Diese Zahl deutet auf ein gemeinsames Backend, geteilte Infrastruktur und ein systematisches Re-Branding hin, das häufig in Scam-Zyklen verwendet wird.

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Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei kradivex.de gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.