Mardi Forex (mardiforex.net) im Faktencheck
Mardi Forex (mardiforex.net) ist ein betrügerisches Anlageportal. Alle Versprechen von hohen täglichen Renditen sind gefälscht und führen zu finanziellen Verlusten.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum mardiforex.net unseriös ist
mardiforex.net präsentiert sich als „Investment-Platform“, die Forex, Kryptowährung, Immobilien und Gold anbietet. Die Angaben zu einem Gründungsjahr von 2007 und zu 15 Jahren Erfahrung sind im Vergleich zu den betrügerischen Taktiken völlig unzureichend. Die Website enthält keine Registrierungsnummer und verweist auf keine Aufsichtsbehörde. Das Fehlen einer Lizenznummer oder eines Hinweis auf die Aufsichtsbehörde ist ein starkes Indiz für Unregelmäßigkeiten.
Die Plattform behauptet tägliche Renditen von 2 % bis 10 %. Solche Versprechen sind unrealistisch und weisen auf einen „garantierten Gewinn“ hin, das ist ein klassischer Betrugssignifikant. Die Marketingseite gibt keine Zahlungsmethoden an und bietet keine Transparenz über die eigentliche Handelsplattform. Stattdessen wird ein scheinbar dynamisches Dashboard präsentiert, das angeblich den Handel simuliert. Diese Mischung aus fehlender Transparenz, unrealistischen Renditen und fehlender regulatorischer Genehmigung ist ein klares Warnsignal. Darüber hinaus listet die Seite keine Kundenreferenzen oder echte Testimonien auf, obwohl das Unternehmen angeblich „Security High Tech“ und „Corporate Blueback Global“ als Auszeichnungen hat. Diese Zertifikate wirken auf den ersten Blick seriös, sind aber ohne Prüffunktion unbedeutend.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mardiforex.net alle typischen Merkmale eines betrügerischen Anlageportals aufweist: fehlende Lizenz, unrealistische Renditeversprechen, keine Aufsichtsbehörde, fehlende Transparenz zu Zahlungsmethoden und unüberprüfbare „Auszeichnungen“. Diese Fakten allein sollten bereits ein klares Signal für Vorsicht geben.
Die behauptete Geschäftsadresse
Mardi Forex nennt die Adresse „4th Floor Imperial House, 15 Kingsway, London, United Kingdom, WC2B 6UN“. Im Handelsregister ist kein Unternehmen unter dieser Anschrift registriert, und die Adresse führt zu einem Bürogebäude ohne registrierte Handelsfirma. Die Plausibilität der angegebenen Lage ist stark fraglich.
Am angeblichen Standort im Vereinigten Königreich steht in Wirklichkeit ein Ort ("Imperial House"). Für die Tätigkeit als Online-Broker ist diese Lokation offensichtlich ungeeignet.
Gleich zwei Brüche zwischen behauptetem Sitz und technischer Realität fallen auf. Der Server steht in Deutschland, die behauptete Firmenadresse aber im Vereinigten Königreich. Der Hosting-Anbieter ist in Indien registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Diese Konstellation ist klassisch für Operationen, die in einem Land ihren Ruf aufbauen und in einem anderen ihre technischen Spuren verwischen.
- Adresse
- Vereinigtes Königreich
- Server-Standort
- Deutschland
- Hosting-Land
- Indien
Wie der Betrug bei mardiforex.net abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Die erste Kontaktaufnahme erfolgt häufig über Social-Media-Ads, die auf Instagram, Facebook oder TikTok laufen. Die Anzeigen zeigen vermeintlich „Professionelle Trader“, die hohe Renditen erzielen, und verlinken zu einer Landing-Page. Oft ist die Landing-Page in mehreren Sprachen verfügbar, obwohl die Angaben zu den angebotenen Sprachen leer sind. Auf der Landing-Page wird ein kurzer Fragebogen angezeigt, der nach persönlichen Daten und einer minimalen Einzahlungssumme fragt. Der Mindestbetrag liegt bei 88 €, was niedrig genug ist, um die Hemmschwelle zu senken. Gleichzeitig wird ein „Willkommenspaket“ versprochen, das angeblich sofortige Gewinne verspricht. Diese Lockangebote sind bewusst so gestaltet, dass potenzielle Opfer in kurzer Zeit Vertrauen aufbauen und erste Einzahlungen leisten.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung wird die Plattform ein Dashboard anzeigen, das angeblich den Handel simuliert. Die Software zeigt plötzlich große Gewinne, zum Beispiel „Aus 88 € werden 600 € in 7 Tagen“. Diese Zahlen entstehen aus einer Datenbank-Simulation, die keine echten Börsentransaktionen enthält. Es gibt keine Möglichkeit, echte Orders an eine Börse zu stellen, weil keine Verbindung zu einer regulierten Handelsplattform besteht. Stattdessen wird eine interne Software genutzt, die zufällige Gewinnzahlen generiert. Der Zweck dieser Simulation ist es, Vertrauen zu schaffen und den Eindruck zu erwecken, dass die Plattform tatsächlich Gewinne abwirft.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Sobald der Nutzer erste Gewinne sieht, beginnt ein persönlicher „Account-Manager“ oder ein automatisierter Bot, dem Nutzer zusätzliche Einzahlungen vorzuschlagen. Der Manager betont, dass höhere Kontostände zu höheren Hebeln und damit zu noch höheren Gewinnen führen. Er erwähnt häufig „VIP-Status“, „Exklusiv-Boni“ und „Insider-Tipps“. Diese Versprechen sind frei erfunden. In der Praxis wird der Nutzer zu weiteren Einzahlungen zwischen 5.000 und 50.000 € gedrängt, weil die Plattform behauptet, dass ein höheres Kapital für den Zugang zu „exklusiven“ Handelsstrategien nötig sei. Oft wird die Dringlichkeit erhöht, indem der Manager sagt, dass diese Angebote nur für „einige Tage“ verfügbar sind. Diese Taktik nutzt die menschliche Angst vor verpassten Chancen aus und führt zu zusätzlichen Verlusten.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn der Nutzer nun sein Geld oder die simulierten Gewinne auszahlen möchte, treten plötzlich unerwartete Gebühren in den Vordergrund. Die Plattform verlangt folgende Gebühren:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams, bei der die Opfer ihre letzten Mittel verlieren, ohne jemals Geld zurückzubekommen.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen oft sogenannte „Recovery-Services“ auf. Sie versprechen, dass sie das Geld zurückholen können. Sie stellen sich als Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ dar und fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ und „Server-Zugriffe“. Diese Versprechen sind ebenfalls erfunden. Die Personen hinter diesen Services sind meistens dieselben, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Sie nutzen die Verwirrung und das Verlangen der Opfer, das Geld zurückzubekommen, um zusätzliche Gebühren zu erheben. Seriöse Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie den Verdacht haben, dass Sie Opfer eines Betrugs geworden sind, stoppen Sie jegliche Transaktionen. Jede weitere Zahlung erhöht das Risiko, noch mehr Geld zu verlieren.
- Beweissicherung. Speichern Sie alle E-Mails, SMS, Chat-Logs und Zahlungsbelege. Machen Sie Screenshots von allen relevanten Webseiten und speichern Sie diese an einem sicheren Ort. Diese Unterlagen sind später bei Ermittlungen oder rechtlichen Schritten unerlässlich.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Krypto-Börse. Informieren Sie Ihren Zahlungsanbieter sofort über den möglichen Betrug. Viele Banken haben spezielle Abteilungen für Betrugsfälle und können Ihre Konten sperren oder Rückbuchungen anordnen.
- Erstatten Sie eine Strafanzeige. Gehen Sie zur nächstgelegenen Polizeidienststelle oder nutzen Sie die Online-Formulare der örtlichen Polizei. Geben Sie alle gesammelten Beweise an und schildern Sie den Ablauf des Betrugs. Ihre Anzeige trägt dazu bei, weitere Opfer zu verhindern und die Täter zu verfolgen.
- Ignorieren Sie Recovery-Scams. Seien Sie besonders vorsichtig gegenüber Personen, die sich als Anwälte oder Behördenmitarbeiter ausgeben. Seriöse Institutionen werden Sie niemals unaufgefordert per Telefon oder Chat um Geld bitten. Wenn Sie Zweifel haben, prüfen Sie die Kontaktdaten über offizielle Kanäle oder wenden Sie sich direkt an die Behörde.
Schluss
mardiforex.net ist ein klarer Fall von Anlagebetrug. Die fehlende Lizenz, die unrealistischen Renditeversprechen und die manipulative Vorgehensweise sind eindeutig erkennbar. Handeln Sie jetzt, sichern Sie Ihre Beweise und wenden Sie sich an die Behörden. Nur so können Sie sich und andere vor weiteren Verlusten schützen.
Das Netzwerk hinter mardiforex.net
mardiforex.net ist Teil eines Netzwerks von 90 ähnlichen Plattformen. Diese Webseiten teilen dieselbe Backend-Infrastruktur und weisen identische Domain-Ähnlichkeiten auf. Es handelt sich wahrscheinlich um ein Rebranding-System, das immer wieder unter neuen Namen auftaucht.

Akantosglobal
akantosglobal.com

Alphacrestbridge
alphacrestbridge.com

Anchorfxcapital
anchorfxcapital.com

Argotradinginvestment
argotradinginvestment.com

Assetsgain
assetsgain.com

Bitnet Broker
bitnet-broker.com
und 84 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei mardiforex.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.