Marsplus (marsplus.pro): Betrügerische Trading-Plattform im Fokus

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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Sie haben bereits erste Einzahlungen getätigt und denken, Sie sind auf dem Weg zum finanziellen Erfolg: Marsplus (marsplus.pro) ist jedoch eine reine Betrugsmasche. Wir zeigen Ihnen, wie das System funktioniert und geben Ihnen konkrete Handlungsanweisungen, um weitere Verluste zu vermeiden.

Screenshot der Webseite Marsplus (marsplus.pro)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite marsplus.pro

Warum marsplus.pro unseriös ist

Bei der ersten Untersuchung von Marsplus (marsplus.pro) tauchen sofort mehrere alarmierende Inkonsistenzen auf. Erstens fehlt jede Art von Handelsregisternummer oder Aufsichtsbehörde: auf der gesamten Website findet sich keinerlei Hinweis auf eine lizenziertes Geschäft. In der Finanzwelt ist die Angabe einer Lizenznummer ein Grundpfeiler der Vertrauensbildung; ohne diese fehlt jegliche rechtliche Grundlage.

Zweitens verspricht Marsplus einen „bis zu 80 % Rendite“ auf die Investition. Solche versprochene Renditen sind in der Finanzwelt schlichtweg unrealistisch und werden üblicherweise von seriösen Brokern nicht angeboten. Ein solcher Versprechen-Satz ist ein typisches Kennzeichen von Betrugsplattformen, die sich auf die Schmeichelei von unerfahrenen Anlegern stützen.

Drittens gibt es keinerlei Kundenreferenzen, die verifiziert werden könnten. Die angeblichen Testimonials: „JAMES CRAIG“, „MEMPHIS DANIEL“, „CASSANDRA BLOOM“ und „TEBOGO MAHLOMOLAPELO“: sind auf den ersten Blick beeindruckend, aber es gibt keine öffentlichen Profile oder Kontaktdaten, die die Identität dieser Personen bestätigen. Oft werden solche Namen aus dem Internet kopiert, um den Eindruck von Erfolg zu erwecken.

Viertens ist die Plattform auf mehrere Trading-Kategorien ausgerichtet, darunter Copy Trading, Forex, Index, ETF und Crypto, ohne jedoch echte Handelskonten anzubieten. Stattdessen simuliert die Software Gewinne, die niemals aus echten Börsenorders stammen. Dies ist ein klarer Hinweis darauf, dass die Plattform keine realen Trades durchführt und lediglich ein „Fake-Profit-Generator“ ist.

Schließlich ist die Mindestanlage von 1.000 Euro hoch, während gleichzeitig ein starkes Versprechen von hohen Renditen gegeben wird. Dieses Verhältnis von hohem Risiko zu unrealistischen Erträgen ist ein klassisches Merkmal von Betrugsschemata, die auf kurzfristige Gewinne abzielen.

Wie der Betrug bei marsplus.pro abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt & Lockangebot

Viele Opfer werden zunächst durch gezielte Werbung auf sozialen Medien angesprochen. Auf Plattformen wie Instagram, TikTok und Facebook tauchen regelmäßig Anzeigen auf, die von vermeintlichen „Investment-Beratern“ oder „Trading-Gurus“ stammen. Diese Anzeigen nutzen häufig auffällige Grafiken, ein glänzendes Corporate Design und kurze, überzeugende Botschaften wie „Investieren Sie jetzt und sehen Sie, wie Ihr Geld in kurzer Zeit wächst“. Die erste Einzahlung wird bewusst niedrig gehalten: typischerweise 1.000 Euro: um die psychologische Hemmschwelle zu senken. Durch das Versprechen eines schnellen Einstiegssignals werden die potenziellen Anleger dazu verleitet, ihre Kontodaten preiszugeben und sich für die Plattform anzumelden.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung öffnet sich der Account des Nutzers und die Plattform präsentiert sofort „Gewinne“. In den ersten Tagen zeigt die Oberfläche von Marsplus (marsplus.pro) an, dass 1.000 Euro in 2-3 Wochen zu 5.000 Euro anwachsen. Diese Zahlen entstehen jedoch ausschließlich aus vordefinierten Tabellen, die von der Plattform erzeugt werden. Es gibt keinerlei echte Börsentransaktionen oder Orderbücher, die die Gewinne stützen. Der Nutzer sieht lediglich animierte Diagramme und einen steigenden Kontostand. Dieses visuelle Feedback baut Vertrauen auf, ohne dass reale Marktbewegungen beteiligt sind.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Wenn das erste „Profit-Signal“ auf dem Bildschirm erscheint, wird dem Nutzer ein persönlicher „Account-Manager“ zugewiesen. Dieser tritt in Kontakt über E-Mail, WhatsApp oder sogar Telefon. Er erklärt, dass höhere Kontostände zu noch besseren Hebel-Boni und exklusiven Marktanalysen führen. Oft werden hier „VIP-Konten“ versprochen, die angeblich einen Hebel von 1:500 oder sogar 1:1000 ermöglichen. Der Manager nutzt dabei psychologische Druckmittel: Zeitlimits („Nur heute noch verfügbar“), künstliche Verknappung („Nur noch 3 Plätze“) und Social Proof, indem er vorgibt, dass andere Anleger bereits große Summen anlegen. Die Summe, die ein Nutzer in den nächsten Wochen einzahlen darf, kann von 5.000 Euro bis zu 50.000 Euro oder mehr reichen. Der Fokus liegt darauf, die Emotionen der Anleger zu nutzen und sie dazu zu bringen, immer mehr Geld einzuzahlen, ohne dass echte Märkte beteiligt sind.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn ein Anleger nun endlich den Wunsch äußert, sein Geld abzuheben, kommt die eigentliche Falle des Betrugs zum Tragen. Die Plattform verlangt plötzlich mehrere Gebühren, die zuvor nicht erwähnt wurden. Zu diesen Fake-Gebühren gehören:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust der Kontosumme melden sich häufig angebliche „Wiederherstellungsdienste“ oder „Anwälte“. Sie präsentieren sich als „Krypto-Forensiker“ oder „Behördenmitarbeiter“ und versprechen, das Geld zurückzuholen. Sie fordern Vorauszahlungen für angebliche „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In Wahrheit handelt es sich bei diesen Personen um weitere Schlitten der Betrügergruppe. Sie nutzen die Hoffnung der Opfer, ihr Geld zurückzuerlangen, um noch mehr Geld zu erpressen. Echte Anwälte oder Behörden werden niemals per WhatsApp oder Telegram unaufgefordert kontaktiert und verlangen solche Vorauszahlungen. Vermeiden Sie solche Angebote und suchen Sie stattdessen professionelle Hilfe von zertifizierten Rechtsanwälten oder Banken, die tatsächlich in der Lage sind, Geld zurückzuerlangen.

Das Netzwerk hinter marsplus.pro

Marsplus (marsplus.pro) ist Teil eines weitreichenden Netzwerks von 79 Plattformen, die häufig dieselbe Serverinfrastruktur, dieselben Zahlungs­gateways und sogar identische Logos nutzen. Dieses Re-Branding-Verfahren ist typisch für Betrugsgruppen: Wenn eine Plattform geschlossen wird, wird die Domain neu registriert und die Marke leicht verändert, um die Ermittlungen zu erschweren. Die meisten dieser Plattformen haben ähnliche Merkmale: fehlende Lizenzen, unrealistische Renditen, gefälschte Testimonials und ein gemeinsamer Fokus auf hohe Einzahlungsbeträge. Wenn Sie also eine ähnliche Plattform mit einem ähnlichen Namen entdecken, sollten Sie vorsichtig sein: die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um ein weiteres Mitglied des gleichen Netzwerks handelt, ist hoch.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung verschärft Ihre finanzielle Lage. Der Betrugsmechanismus ist darauf ausgelegt, Sie immer wieder an das System zu binden.

  2. Alle Beweismaterialien sichern: Screenshots von Konto-Bestätigungen, E-Mails, WhatsApp-Chats und Transaktionsbelege. Diese Unterlagen sind entscheidend, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten möchten.

  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank oder die Plattform, die Sie für die Einzahlung genutzt haben. Fordern Sie eine Rückbuchung oder eine Klärung an, damit Sie Ihre Konten schützen.

  4. Polizei oder Finanzaufsichtsbehörde melden: Nutzen Sie die Hotline für Wirtschaftskriminalität oder melden Sie den Vorfall bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Ihre Meldung trägt dazu bei, weitere Betrugsversuche aufzuhalten.

  5. Angebote zur „Wiederherstellung“ ignorieren: Seien Sie vorsichtig bei jedem Angebot, das Vorauszahlungen verlangt, um Ihr Geld zurückzuholen. Echte Anwälte oder Behörden werden niemals unaufgefordert solche Forderungen stellen.

  6. Sicherheitssoftware prüfen: Führen Sie einen Virenscan durch, um sicherzustellen, dass Ihr Gerät nicht kompromittiert wurde. Oft nutzen Betrüger Malware, um Zugang zu Kontodaten zu erhalten.

  7. Finanzielle Unterstützung suchen: Falls Sie erhebliche finanzielle Verluste erlitten haben, prüfen Sie, ob Sie Anspruch auf staatliche Unterstützungsprogramme haben oder ob Sie Schadensersatz fordern können.

Wir stehen an Ihrer Seite

Wenn Sie Opfer von Betrug geworden sind, ist es entscheidend, dass Sie nicht alleine bleiben. Unser Team, unterstützt von Anton Haverkamp, bietet Ihnen kompetente Hilfe bei der Aufklärung, der Dokumentation und der rechtlichen Vorgehensweise. Kontaktieren Sie uns, und wir zeigen Ihnen, welche Schritte Sie jetzt konkret unternehmen können, um Ihre Rechte durchzusetzen.

Das Netzwerk hinter Marsplus

Marsplus (marsplus.pro) ist Teil eines Netzwerks von 79 ähnlichen Plattformen, die meist dieselben Betreibergruppen nutzen und sich gegenseitig re-branden. Diese Verbindungen deuten stark darauf hin, dass die Betreiber ein gemeinsames Geschäftsmodell verfolgen, das ausschließlich auf dem Abziehen von Geldern basiert.

und 73 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei marsplus.pro gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei marsplus.pro
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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