Metasphere (metasphereltd.org) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Metasphere (metasphereltd.org) ist eine betrügerische Trading-Plattform, die Anleger mit unrealistischen Renditeversprechen lockt und anschließend ihre Mittel absichtlich erstattet.

Screenshot der Webseite Metasphereltd (metasphereltd.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite metasphereltd.org

Warum metasphereltd.org unseriös ist

Metasphere präsentiert sich als moderne Trading-Plattform, die Copy Trading, Forex Trading, Index Trading, ETF-Handel und CFD-Handel anbietet. Auf der Website fehlt jedoch jegliche Angabe zu einer Handelsregisternummer oder einer Aufsichtsbehörde. Ohne die Angabe einer registrierten Lizenz lässt sich die Rechtmäßigkeit des Unternehmens nicht prüfen. Zudem wird auf der Seite ein unrealistisches Renditeversprechen von bis zu 80 % pro Jahr gemacht, ohne dass eine nachvollziehbare Quelle oder ein verifizierter Erfolgsnachweis bereitgestellt wird. Das Fehlen von Transparenz in Bezug auf die Identität der Betreiber, die fehlende rechtliche Registrierung und die unhaltbare Renditeaussage sind klare Indizien für einen betrügerischen Hintergrund. Ein weiteres Warnsignal ist die Akzeptanz von Kryptowallets als Zahlungsmethode. Während legitime Broker in der Regel ausschließlich Banküberweisungen und Kreditkarten akzeptieren, nutzt Metasphere die Möglichkeit, dass Geld direkt in digitale Assets verschoben wird. Diese Praxis ermöglicht den Tätern, die Herkunft der Gelder zu verschleiern und die Rückzahlung zu erschweren. Zusammengefasst lässt sich Metasphere (metasphereltd.org) als Plattform ohne gesetzliche Grundlage, mit unrealistischen Renditeversprechen und einer fragwürdigen Zahlungsstruktur eindeutig als unseriös klassifizieren.

Wie der Betrug bei metasphereltd.org abläuft

Erster Kontakt und Lockangebot

Die meisten potenziellen Opfer werden zunächst über gezielte Werbekampagnen in sozialen Medien angesprochen. Die Anzeigen betonen schnelle Renditen und nutzen häufig fiktive Testimonials, um Vertrauen aufzubauen. Nachdem ein Interessent die Website aufgerufen hat, wird ihm eine Mindestdeposition von 100 € angeboten. Die niedrige Einstiegssumme dient dazu, die Hemmschwelle zu senken und den Betrachter zu einem ersten finanziellen Engagement zu bewegen. Durch die sofortige Bestätigung des Kontos und die schnelle Anzeige von angeblichen Handelsaktivitäten entsteht der Eindruck, dass die Plattform sofortiges Handeln und damit sofortige Gewinne ermöglicht.

Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Web-Anwendung der Plattform sofort einen hohen Gewinn an: beispielsweise 800 € bei einer Einzahlung von 100 €. Diese Zahlen entstehen jedoch ausschließlich durch die Software, die in einer simulierten Umgebung arbeitet. Es werden keine echten Orders an Börsen platziert, sondern lediglich fiktive Transaktionen erzeugt, die dem Nutzer ein Gefühl von Erfolg vermitteln. Der Mechanismus basiert auf einer internen Datenbank, die zufällige Gewinnwerte generiert, um die Illusion von Rentabilität zu verstärken. Dadurch wird das Vertrauen des Opfers weiter vertieft und die Bereitschaft erhöht, weitere Mittel zu überweisen.

Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein sogenannter „Account-Manager“ wird dem Nutzer zugewiesen, der in regelmäßigen Abständen Kontakt hält und zusätzliche Leistungen wie höhere Hebel oder exklusive „Insider-Tipps“ verspricht. Die Kommunikation ist auf den Aufbau einer persönlichen Beziehung ausgelegt, wobei häufig Begriffe wie „VIP-Status“ oder „exklusives Konto“ verwendet werden. Diese Taktik erzeugt den Eindruck, dass der Nutzer Teil einer privilegierten Gruppe ist, die über besondere Chancen verfügt. Der Manager betont die Notwendigkeit, die Position zu vergrößern, um von den angeblich garantierten Renditen zu profitieren. In der Regel wird der Nutzer dann aufgefordert, weitere Beträge zwischen 5.000 € und 50.000 € einzuzahlen, wobei gelegentlich sogar Beträge von über 500.000 € verlangt werden. Die Dringlichkeit wird durch zeitlich begrenzte Angebote erhöht, sodass das Opfer unter Druck gesetzt wird, schnell zu handeln.

Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald der Anleger sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen lassen möchte, treten plötzlich zusätzliche Kosten in den Vordergrund. Folgende Gebühren werden üblicherweise vorgebracht, ohne dass sie jemals in der Vergangenheit von seriösen Brokern verlangt wurden:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten melden sich häufig Dritte: angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“, die versprechen, das Geld zurückzuholen. Sie fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In der Regel handelt es sich um dieselben Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen oder die Plattformen re-brandieren, um die Ermittlungen zu erschweren. Seriöse Anwälte und Behörden kontaktieren Sie niemals unaufgefordert via WhatsApp oder Telegram. Die Kontaktaufnahme über private Kanäle ist ein typisches Kennzeichen der Nachfolge-Scams.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jeder weitere Transfer erhöht das Risiko, dass Ihr Geld endgültig verloren geht.
  2. Alle Unterlagen, E-Mails, Chat-Protokolle und Transaktionsbelege sichern. Diese dienen als Beweismaterial, falls Sie den Fall der Polizei oder einer Aufsichtsbehörde melden.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Krypto-Börse, um die Konten zu sperren und verdächtige Transaktionen zu melden. So können weitere Auszahlungen verhindert werden.
  4. Reichen Sie bei der örtlichen Polizeidienststelle oder bei der Finanzaufsicht eine Strafanzeige ein. Ihr Fall kann in die Ermittlungen aufgenommen werden und erhöht die Chancen, weitere Opfer zu schützen.
  5. Ignorieren Sie alle Anfragen von angeblichen „Recovery-Teams“. Diese Versuche dienen lediglich dazu, noch mehr Geld von Ihnen einzuziehen.

Abschließende Empfehlung

Wenn Sie bereits Opfer von Metasphere (metasphereltd.org) geworden sind, sollten Sie unverzüglich rechtliche Schritte einleiten und Ihre Konten sperren. Durch frühzeitiges Handeln können Sie die Ausweitung des Betrugs stoppen und die Chance erhöhen, zumindest einen Teil Ihres Geldes zurückzugewinnen. Zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und melden Sie den Vorfall allen relevanten Behörden.

Das Netzwerk hinter Metasphere

Metasphere ist Teil eines Netzwerks von 79 weiteren Plattformen, die dieselben Betreiber und ähnliche Geschäftsmodelle nutzen.

und 73 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei metasphereltd.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei metasphereltd.org
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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