Momento Alfarex (momentoalfarex.net) im Faktencheck
Momento Alfarex (momentoalfarex.net) ist eine Plattform, die sich als Krypto- und Aktien-Investment-Anbieter präsentiert, jedoch erhebliche Unstimmigkeiten aufweist, die auf betrügerische Absichten hindeuten. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 3. Juni 2025 ausdrücklich vor Momentoalfarex unter dem Titel „BaFin warnt vor Plattformreihe – Investieren mit KI“. Die vollständige BaFin-Warnung zu Momentoalfarex steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.
Warum momentoalfarex.net unseriös ist
Die Analyse von momentoalfarex.net offenbart mehrere gravierende Unstimmigkeiten. Erstens fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer oder einer Aufsichtsbehörde, die die Legitimität eines Finanzdienstleisters bestätigen würde. Für seriöse Anbieter ist die Nennung einer Lizenz oder eines Aufsichtsorgans zwingend erforderlich. Zweitens bietet die Plattform Krypto-Investments und Aktienhandel an, doch die Zahlungsoptionen sind nicht klar definiert; es wird lediglich auf Bitcoin hingewiesen, ohne eine klare Bankverbindung anzugeben. Drittens wird ein Mindestdeposit von 250 Euro gefordert, während gleichzeitig „bis zu 5000 Euro pro Monat“ als Rendite versprochen wird: ein Versprechen, das ohne belegbare Performance nicht glaubwürdig ist. Schließlich weisen die Testimonial-Namen, die mehrfach wiederholt werden (Alexander, Julia, Andreas, Julia), keine eindeutigen Identifizierungen auf; es ist nicht klar, ob es sich um reale Kunden handelt oder ob die Namen generiert wurden. Diese Kombination aus fehlenden Regulierungsangaben, unrealistischen Renditeversprechen und dubiosen Testimonials ist ein klares Indiz für eine betrügerische Masche.
Wo Momento Alfarex angeblich sitzt
Die Plattform nennt die Adresse “Momento Alfarex Office”. In den öffentlichen Handelsregistern ist der Name unter dieser Adresse nicht verzeichnet, was Zweifel an der Existenz eines physischen Unternehmens aufkommen lässt.
Die geocodierten Daten zeigen in den USA auf ein Bürogebäude (yes) ("Momentum Leasing Office"). Eine solche Lokation ließe gewerbliche Nutzung zu, ohne dass damit aber die Tätigkeit dieser Plattform belegt wäre.
Beim genaueren Hinsehen fällt eine Diskrepanz ins Auge. Die Telefon-Vorwahl gehört zu Deutschland, die Adresse aber zu USA. Solche Diskrepanzen sind ein typisches Merkmal betrügerischer Plattformen, die hinter ausländischer Hosting-Infrastruktur eine seriöse Adresse vortäuschen.
- Adresse
- USA
- Server-Standort
- unbekannt
- Telefon-Vorwahl
- Deutschland
Wie der Betrug bei momentoalfarex.net abläuft
1. Erster Kontakt und Lockangebot
Die meisten Betroffenen werden zunächst über soziale Medien kontaktiert. In der Regel handelt es sich um gezielte Werbeanzeigen auf Plattformen wie Instagram, Facebook oder TikTok, die angebliche „Investmentberatungen“ versprechen. Diese Anzeigen nutzen häufig fiktive Testimonials und verweisen auf vermeintliche Erfolge mit hohen Renditen. Oft wird ein kleines Einzahlungsangebot von 250 Euro beworben, das als „Startkapital“ dient. Durch die niedrige Einstiegssumme wird die psychologische Hemmschwelle gesenkt, sodass der Interessent bereit ist, das Konto zu eröffnen, ohne die Risiken ausreichend zu prüfen.
2. Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung loggt sich der Nutzer auf der Plattform ein. Dort werden sofort „Buchgewinne“ angezeigt, die in wenigen Tagen stark ansteigen: beispielsweise von 250 Euro auf 800 Euro. Diese Zahlen entstehen nicht durch echte Handelsaktivitäten, sondern werden in einer Web-App generiert, die lediglich hübsche Diagramme und Zahlen ausgibt. Es existieren keine echten Aufträge an regulierten Börsen, keine Orderbuch-Daten und keine nachvollziehbare Transaktionshistorie. Der Mechanismus ist darauf ausgelegt, Vertrauen aufzubauen und den Eindruck von Profitabilität zu erwecken.
3. Drängen zu weiteren Einzahlungen
Sobald Vertrauen aufgebaut ist, wird der Nutzer durch einen „Account-Manager“ oder ein automatisiertes System aufgefordert, weitere Beträge einzuzahlen. Oft werden dabei Versprechen von hohen Hebelboni (z. B. 1:500) oder exklusiven IPO-Zugängen gemacht. Es gibt keine klare Information zu Risiken, und die Plattform nutzt häufig soziale Beweisfaktoren: fiktive Mit-Investor-Geschichten, „Zufalls“-Erfolge von angeblichen VIP-Konten. Zeitlich begrenzte Angebote („Nur heute“) werden genutzt, um den Nutzer zur schnellen Entscheidung zu drängen. In vielen Fällen investieren Betrüger 5 000 bis 50 000 Euro oder mehr, wobei gelegentlich sogar Beträge über 500 000 Euro erreicht werden.
4. Auszahlungswunsch und Gebührenfalle
Wenn der Nutzer versucht, Gewinne auszuzahlen, tauchen plötzlich Gebühren auf, die angeblich für die Abwicklung der Auszahlung notwendig sind. Typische Bezeichnungen dieser fiktiven Gebühren sind:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Der Nutzer verliert zusätzlich zu dem bereits gezahlten Betrag. Die angeblichen Gewinne sind nicht real, und selbst nach Zahlung dieser Gebühren erfolgt keine Auszahlung. Dieser Schritt ist die letzte Melkphase des Betrugs, in der das Vertrauen endgültig zerstört wird.
5. Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen oft externe „Experten“ auf, die angeblich das Geld zurückholen können. Darunter sind angebliche Anwälte, Krypto-Forensiker oder sogar „Polizei-Mitarbeiter“. Sie bieten an, das Vermögen zu sichern oder zurückzuholen, verlangen jedoch im Voraus „Gebühren“ für Beratungs- und Verwaltungsaufwand. In der Regel handelt es sich um weitere betrügerische Versuche, die bereits erbeuteten Daten zu monetarisieren. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich nie unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram und fordern Vorauszahlungen.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald die ersten Verdachtsmomente auftreten, sollte kein weiteres Kapital auf das Konto eingezahlt werden.
- Belege sichern. Sammeln Sie sämtliche E-Mails, Chat-Logs, Screenshots und Zahlungsnachweise. Diese dienen als Grundlage für spätere Ermittlungen.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Krypto-Börsen-Partner. Informieren Sie die Institution, um mögliche Sperrungen der Konten zu prüfen und weitere Transaktionen zu verhindern.
- Erstatten Sie eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle. Die Ermittler können den Fall aufnehmen und versuchen, die Täter zu verfolgen.
- Ignorieren Sie „Recovery-Scam“-Angebote. Betroffene sollten jegliche Anfragen nach Vorauszahlungen oder persönlichen Daten ablehnen und die entsprechenden Kontakte sofort melden.
- Informieren Sie sich über seriöse Plattformen. Nutzen Sie unabhängige Bewertungen und prüfen Sie, ob der Anbieter eine gültige Lizenz und eine verifizierte Aufsichtsbehörde hat.
Wenn Sie von Momento Alfarex betroffen sind oder weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen mit einer fundierten Analyse und konkreten Handlungsempfehlungen zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns, um Ihre Situation zu klären und mögliche Schadensbegrenzungen zu besprechen.
Das Netzwerk hinter Momento Alfarex
Momento Alfarex ist Teil eines Netzwerks von 684 Plattformen, die dieselbe technische Infrastruktur nutzen und häufig ähnliche Marketingstrategien teilen.
Aflonexitrpro
aflonexitrpro.de
Aimetirapro
aimetirapro.de
Airovexinvest
airovexinvest.vip
Alarionpipitor
alarionpipitor.de
Alergonex Invest
alergonex-invest.org
Alpcorepro
alpcorepro.com
und 678 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei momentoalfarex.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.