Monarexo (monarexo.net) im Faktencheck: Betrug oder seriös?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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Sie haben sich bei Monarexo (monarexo.net) registriert, um mit Kryptowährungen und anderen Vermögenswerten zu handeln: und plötzlich ist Ihr Geld verschwunden. Die Plattform ist eindeutig betrügerisch und nutzt psychologische Tricks, um Anleger zu übervorteilen. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 27. Juni 2025 ausdrücklich vor Monarexo unter dem Titel „BaFin warnt vor Plattformreihe – „Verdienen Sie über €950 TÄGLICH““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Monarexo steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Monarexo (monarexo.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite monarexo.net

Warum monarexo.net unseriös ist

Die ersten Anzeichen einer unseriösen Plattform sind oft subtil, doch bei Monarexo werden sie klar und deutlich. Zunächst fehlt die Angabe einer Handelsregisternummer und einer Aufsichtsbehörde: ein Muss für jedes regulierte Finanzinstitut. Darüber hinaus behauptet die Seite, über „über €950 TÄGLICH“ Rendite zu generieren, ohne dabei eine nachvollziehbare Quelle oder ein konkretes Modell zu liefern. Die geführten Versprechen von hohen Tagesgewinnen ohne Risiko sind ein klassisches Red Flag für Pump-and-Drop-Maßnahmen. Die Plattform nutzt zudem eine Vielzahl von Emotionen und Dringlichkeit: Slogans wie „Nur heute, verpassen Sie nicht!“ schaffen künstlichen Druck, während gleichzeitig keine klare Kontaktnummer für den Kundenservice angegeben wird: lediglich eine generische Telefonnummer +49 ohne weitere Details. Die fehlende Transparenz in Bezug auf die Backend-Infrastruktur und die Unmöglichkeit, die Betreiberadresse zu verifizieren, verstärken die Zweifel weiter. Alle diese Faktoren zusammen zeigen, dass Monarexo (monarexo.net) kein reguliertes, verlässliches Unternehmen ist, sondern ein betrügerisches Angebot, das darauf abzielt, Anleger zu übervorteilen.

Wie der Betrug bei monarexo.net abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Monarexo erreicht potenzielle Anleger häufig über gezielte Social-Media-Kampagnen. Die Plattform nutzt Instagram, Facebook und TikTok, um scheinbare Erfolgsgeschichten zu präsentieren und vermeintliche „Trading-Gurus“ zu bewerben. In vielen Fällen werden gefälschte Testimonials von Personen wie „Johannes Mühlenbach“ oder „Sven Hirschberg“ verwendet, um Glaubwürdigkeit zu simulieren. Oft erfolgt der erste Kontakt über einen Cold-Call, bei dem ein angeblicher Anlageberater das Opfer persönlich anruft und ein lockendes Angebot unterbreitet: „Ihr Konto startet mit einer geringen Einzahlung, wir zeigen Ihnen sofort, wie viel Sie in wenigen Tagen verdienen können.“ Die Einzahlungen sind bewusst niedrig: typischerweise rund 250 €: sodass der Anleger erst einen kleinen finanziellen Verlust erleidet, bevor er sich für weitere Investitionen entscheidet. Das Ziel ist es, psychologischen Druck aufzubauen und die Angst vor verpassten Chancen zu schüren, sodass der Betroffene bereit ist, mehr Geld zu riskieren.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung erscheint die Monarexo-Webanwendung sofort ansprechende Gewinnzahlen. Auf der Plattform werden „Buchgewinne“ angezeigt, die scheinbar innerhalb von 2-3 Wochen aus einer 250-Euro-Transaktion 800 € ergeben. Diese Zahlen entstehen jedoch lediglich durch vorgefertigte Datenbankeinträge in einer selbstgebaute Trading-Software, die keine echten Aufträge an eine regulierte Börse ausführt. Die Plattform simuliert den Handel, indem sie die Preisentwicklung einer Kryptowährung nachahmt und dem Nutzer ein unrealistisches Bild von Performance vermittelt. Es gibt keine Möglichkeit, echte Aufträge zu platzieren, keine Verbindung zu einem regulierten Broker und keine Transparenz über die Ausführung von Trades. Dieser Mechanismus dient ausschließlich dazu, Vertrauen zu erwecken und dem Opfer den Eindruck zu vermitteln, dass es tatsächlich Gewinne erzielt.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald die „Gewinne“ sichtbar sind, wird der Anleger mit dem Versprechen von noch höheren Renditen belohnt. Ein persönlicher „Account-Manager“ oder ein angeblicher „VIP-Berater“ übernimmt die Kommunikation. Die Plattform bietet angebliche Hebelboni von 1:500 und verspricht „garantierte Profite“ bei jeder weiteren Einzahlung. Um den Druck zu erhöhen, wird oft ein Zeitlimit gesetzt („Nur heute, die Bonus-Angebote gelten nur für 24 h“) und künstliche Verknappung erzeugt. Gleichzeitig werden gefälschte Erfolgsgeschichten von „Kunden“ gezeigt, die angeblich ihre Konten auf ein Vielfaches ihres ursprünglichen Betrags vergrößert haben. Diese Kombination aus emotionaler Manipulation, sozialem Beweis und vermeintlichen exklusiven Vorteilen führt dazu, dass Betroffene weitere Summen in die Plattform einzahlen: häufig zwischen 5.000 € und 50.000 €, und in einigen Fällen sogar über 500.000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn ein Anleger nun die Auszahlung seiner angeblich verdienten Gewinne fordert, treten sofort unerwartete Gebühren in den Vordergrund. Die Plattform verlangt die folgenden Posten, die in der Regel völlig frei erfunden sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Diese Gebühren-Falle ist die letzte Melkphase des Scams. Obwohl die Plattform verspricht, die Summe zu überweisen, bleibt das Geld nach der Zahlung der Gebühren nicht mehr auf dem Konto. Stattdessen verschwindet es in einem nicht-verifizierbaren, nicht-registrierten System, das keine Verbindung zu regulierten Finanzinstituten hat. Das Ergebnis ist, dass der Anleger nicht nur seine ursprünglichen 250 € verliert, sondern auch die geforderten Gebühren und jegliche „Gewinne“, die ihm angeblich zustanden.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust setzen sich häufig Dritte in Erscheinung. Diese „Rechtsanwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ behaupten, die verlorenen Mittel zurückfordern zu können. Sie präsentieren sich mit gefälschten Ausweisdokumenten und fordern Vorauszahlungen für „Reparatur- und Analyse-Gebühren“, „Übersetzungen“, „Server-Zugriffe“ oder „Rechtsberatung“. Diese Forderungen sind ein klassisches Recovery-Scam-Modell: Die Täter verkaufen die Daten der Opfer an weitere Plattformen, nutzen die erlangten Kontaktdaten für Phishing oder versuchen, die Opfer erneut zu betrügen, indem sie weitere „rettende“ Dienste anbieten. Seriöse Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert über WhatsApp oder Telegram und verlangen keine Vorauszahlung. Wenn Sie von solchen Personen kontaktiert werden, sollten Sie sofort die Zahlung verweigern und die Kommunikation ignorieren.

Das Netzwerk hinter monarexo.net

Monarexo ist Teil eines umfangreichen Netzwerks von 427 Plattformen, die häufig dieselben Betreiber, Serverinfrastrukturen und Marketingstrategien teilen. Solche Re-Branding-Muster sind charakteristisch für massenhaft betrügerische Angebote. Die Betreiber verschieben sich ständig zwischen verschiedenen Domainnamen und Plattformen, um regulatorische Kontrollen zu umgehen. Für Betroffene bedeutet dies, dass ein Verdacht auf Monarexo oft auch ein Hinweis auf weitere, ähnliche Betrugsseiten ist. Es lohnt sich, die Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Formulare dieser Netzwerke zu vergleichen, um weitere potenzielle Opfer zu identifizieren.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten
    Sobald Sie Verdacht schöpfen, stellen Sie jegliche Einzahlung ein. Jede weitere Zahlung erhöht die Gefahr, dass Sie noch mehr Geld verlieren.

  2. Beweise sichern
    Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Transkripte, Kontoauszüge und Screenshots. Diese Dokumente sind entscheidend für mögliche Ermittlungen und Strafanzeigen.

  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Krypto-Exchange
    Informieren Sie Ihren Zahlungsdienstleister sofort, damit er die Transaktionen überwacht und gegebenenfalls Sperrmaßnahmen ergreift. Fordern Sie eine Rückbuchung an, falls noch keine erfolgt ist.

  4. Erstatten Sie eine Strafanzeige
    Reichen Sie bei der örtlichen Polizeidienststelle oder der Finanzkriminalpolizei Anzeige ein. Die Ermittler werden versuchen, die Täter zu identifizieren und das Netzwerk zu zerschlagen.

  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche
    Seien Sie misstrauisch gegenüber allen Anrufen oder Nachrichten, die vorgeben, Ihr Geld zurückzuholen. Seriöse Anwälte oder Behörden werden nicht unaufgefordert um Vorauszahlungen bitten.

  6. Teilen Sie Ihre Erfahrung
    Veröffentlichen Sie anonymisierte Berichte auf Plattformen wie Trustpilot, Reddit oder spezialisierten Foren. Durch das Teilen von Informationen können weitere potenzielle Opfer vor dem Betrug geschützt werden.

Schlussgedanken

Monarexo (monarexo.net) ist ein klar identifizierter Betrugsanbieter, der auf psychologische Manipulation, unrealistische Renditeversprechen und eine absichtliche Verschleierung seiner Betreiber zurückgreift. Als ehemaliger Ermittler in einer Spezialeinheit der Polizei habe ich die Taktiken, die hinter solchen Betrugsnetzwerken stehen, aus erster Hand kennengelernt. Ich fordere Sie auf, wachsam zu bleiben, Ihre Finanzen zu schützen und bei Verdacht umgehend rechtliche Schritte einzuleiten.

Das Netzwerk hinter monarexo.net

Monarexo ist Teil eines Netzwerks von 427 Plattformen, die häufig dieselben Betreiber, Serverinfrastrukturen und Marketingstrategien teilen: ein typisches Kennzeichen von massenhaft betrügerischen Angeboten.

und 421 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei monarexo.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei monarexo.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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