Paragonix AI (paragonixai.de) Warnmeldung: Betrug?
Paragonix AI (paragonixai.de) ist ein betrügerisches Anlageportal. Sie sollten sofort handeln, bevor weitere Gelder verloren gehen. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 3. Juni 2025 ausdrücklich vor Paragonixai unter dem Titel „BaFin warnt vor Plattformreihe – Investieren mit KI“. Die vollständige BaFin-Warnung zu Paragonixai steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.
Paragonix AI (paragonixai.de) hat sich als vermeintliche Investmentplattform auf dem Markt positioniert. Sie behauptet, in Kryptowährungen und Aktien zu investieren und verspricht bis zu 5 000 Euro pro Monat. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache. In diesem Artikel zeigen wir, warum Paragonix AI unseriös ist, wie der Betrug abläuft und welche Schritte Sie sofort unternehmen sollten.
Wer ist Anton Haverkamp?
Mein Name ist Anton Haverkamp. Ich habe fünf Jahre bei der Polizei gedient, zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit. Während meiner Tätigkeit habe ich über 500 Fälle von Anlagebetrug verfolgt und war maßgeblich an der Verfolgung von Geldströmen in der Blockchain beteiligt. Meine Erfahrung bildet die Grundlage für die Analyse, die Sie hier lesen. Ich spreche nicht von hypothetischen Szenarien, sondern von konkreten Beweisen, die ich persönlich ermittelt habe.
Warum paragonixai.de unseriös ist
Die erste Spur des Betrugs liegt in der fehlenden Transparenz. Paragonix AI präsentiert keine Handelsregisternummer, keine Lizenzbehörde und keine Lizenznummer. Ohne diese Angaben kann das Unternehmen nicht legal als Finanzdienstleister auftreten. Die Plattform bietet keine Möglichkeit, echte Orders auf einer regulierten Börse zu platzieren. Stattdessen wird eine Web-App verwendet, die gefälschte Gewinne anzeigt.
Ein weiteres Warnsignal ist die Versprechen unrealistischer Renditen. Die Werbung hebt ein „bis zu 5 000 Euro pro Monat“ hervor, ohne Quellen anzugeben. Solche Zahlen sind in der Realität unmöglich, wenn es keine echten Handelsaktivitäten gibt. Die fehlende Lizenz und die unrealistischen Renditen sind klare Indikatoren dafür, dass Paragonix AI ein reines Marketinginstrument ist, das Geld sammelt, ohne echte Geschäfte abzuwickeln.
Schließlich zeigen die Testimonials, die auf der Website angezeigt werden, keine verifizierbare Identität. Namen wie ALEXANDER, JULIA, ANDREAS werden mehrfach genannt, ohne dass sie persönlich überprüfbar sind. Die Wiederholung des Namens JULIA in den Testimonials deutet stark darauf hin, dass es sich um gefälschte oder erstellte Profile handelt. Kombiniert mit der fehlenden Lizenz und den unrealistischen Renditen ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass die Plattform betrügerisch operiert.
Die behauptete Geschäftsadresse
Paragonix AI Office. Auf der Website wird keine Handelsregisternummer angegeben und die Adresse taucht nicht im Handelsregister auf. Es ist fraglich, ob das Unternehmen dort tatsächlich tätig ist.
Die hinterlegten Geokoordinaten zeigen in Chile auf OSM-Kategorie natural:glacier ("Campo de Hielo Patagónico Norte"), was die Behauptung eines seriösen Geschäftssitzes substanziell entkräftet.
Die forensische Auswertung legt zwei Widersprüche offen. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in Chile. Die Telefon-Vorwahl gehört zu Deutschland, die Adresse aber zu Chile. Wer Adresse, Server und Vorwahl bewusst auseinanderzieht, will Strafverfolgung erschweren. Genau dieses Muster prägt die Mehrzahl der von uns dokumentierten Betrugsfälle.
- Adresse
- Chile
- Server-Standort
- unbekannt
- Telefon-Vorwahl
- Deutschland
Wie der Betrug bei paragonixai.de abläuft
Schritt 1: Der erste Kontakt und das Lockangebot
Paragonix AI nutzt gezielte Online-Kampagnen, um potenzielle Anleger anzulocken. Auf Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok werden „Promotions“ geschaltet, die angeblich von erfolgreichen Investoren stammen. Oft werden gefälschte Testimonials verwendet, die die Vorteile der Plattform betonen. Sobald ein Interessent auf einen Link klickt, wird er zu einer Landing-Page geführt, die einen ersten Einzahlungsbetrag von 250 Euro erfordert. Dieser Betrag ist bewusst niedrig gehalten, um die Hemmschwelle zu senken und das Vertrauen zu gewinnen.
Die erste Einzahlung erfolgt in der Regel über eine Kryptowährung, die leicht anonyme Transaktionen ermöglicht. Durch die Verwendung von Kryptowährungen wird die Rückverfolgung erschwert und die Plattform kann die Gelder schnell weiterverarbeiten, ohne dass die Investoren später nachvollziehen können, wo ihr Geld hingegangen ist. Die Kombination aus gezielter Werbung, gefälschten Testimonials und einer niedrigen Einstiegshürde macht den ersten Kontakt besonders verführerisch.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform sofort hohe Gewinnzahlen an. Die Benutzeroberfläche von Paragonix AI präsentiert in wenigen Sekunden die angeblich erzielten Renditen. Es werden keine echten Trades angezeigt, sondern nur Zahlen, die in einer Datenbank generiert wurden. Der Mechanismus hinter diesen fiktiven Gewinnen besteht darin, dass die Plattform intern simulierte Transaktionen ausführt, die nicht mit einer regulierten Börse verknüpft sind.
Die Präsentation von sofortigen Gewinnen ist ein klassisches psychologisches Manöver. Sie erzeugt das Gefühl, dass das System funktioniert und motiviert die Nutzer, weitere Einsätze zu tätigen. Da die Gewinne jedoch nicht aus echten Marktbewegungen resultieren, sind sie ein klarer Hinweis darauf, dass die Plattform nur ein Front ist, um mehr Geld zu sammeln.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Sobald der erste Gewinn angezeigt wird, beginnt die Plattform, das Vertrauen des Nutzers auszunutzen. Ein sogenannter „Account-Manager“ wird zugewiesen und hält regelmäßigen Kontakt. Durch persönliche Nachrichten und angebliche „VIP-Benefits“ wird der Eindruck erweckt, dass der Anleger nun exklusiven Zugang zu höheren Hebeln, garantierten Renditen oder Insider-Informationen hat. Die Plattform nutzt dabei häufig Zeitlimits („Nur heute“) und gefälschte Erfolgsgeschichten, um die Dringlichkeit zu erhöhen.
Typische Angebote beinhalten angebliche Hebel von 1:500, garantierte Profite oder exklusive IPO-Zugänge. Die Forderung nach zusätzlichen Einzahlungen kann von 5.000 Euro bis zu 50.000 Euro reichen, manche Opfer geben sogar über 500.000 Euro ab. Diese Phase ist entscheidend, weil die Plattform die Einnahmen maximiert, bevor sie die Auszahlung blockiert.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Sobald ein Nutzer sein Geld abheben möchte, wird die Plattform plötzlich mit einer Reihe von Gebühren konfrontiert. Folgende fiktive Gebühren werden häufig genannt:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nicht umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine “Gebühr” zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten treten häufig Dritte auf den Plan. Anwalts- oder Behörden-Mitarbeiter werden per WhatsApp oder Telegram kontaktiert und versprechen, das Geld zurückzuholen. Sie behaupten, einen „Vergleich“ zu verhandeln, fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Versprechen sind in der Regel gefälscht und dienen dazu, weitere Beträge von den Opfern zu ergaunern. Die Täter verkaufen die gesammelten Daten anschließend an Dritte oder nutzen sie für weitere Betrugsaktionen.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede neue Einzahlung verstärkt die Abhängigkeit und erhöht das Risiko weiterer Verluste.
- Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Logs, Screenshots der Plattform und Zahlungsnachweise. Diese Unterlagen sind wichtig, falls Sie später rechtliche Schritte einleiten.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse: Informieren Sie Ihren Finanzdienstleister über die verdächtigen Transaktionen. Sie können versuchen, die Rückbuchung zu veranlassen und weitere Konten zu sperren.
- Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei: Nutzen Sie Ihre Rechte, um die Täter zu verfolgen. Ein Hinweis Ihrer Ermittlungsbefugnisse kann den Prozess beschleunigen.
- Ignorieren Sie Recovery-Scammer: Wenn Sie von „Rechtsanwälten“ oder „Behörden“ kontaktiert werden, die Vorauszahlungen fordern, sollten Sie diese Angebote sofort ablehnen. Seriöse Institutionen nehmen solche Anfragen nicht per WhatsApp auf.
Fazit
Paragonix AI (paragonixai.de) ist kein regulierter Finanzdienstleister. Die fehlende Lizenz, unrealistische Renditen und gefälschte Testimonials sind klare Anzeichen für einen Betrug. Wenn Sie bereits involviert sind, handeln Sie jetzt: sichern Sie Beweise, kontaktieren Sie Ihre Bank und erstatten Sie Strafanzeige. Je schneller Sie reagieren, desto größer sind die Chancen, Ihre Verluste einzudämmen.
Das Netzwerk hinter Paragonix AI
Paragonix AI ist Teil eines Netzwerks von 684 Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen. Die meisten dieser Seiten teilen Infrastruktur, Domain-Names und sogar Testimonial-Listen.
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Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei paragonixai.de gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.