Warnung vor pluraxai (pluraxai.pro): Was steckt dahinter?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Nach ausgiebiger Analyse haben wir festgestellt, dass pluraxai (pluraxai.pro) kein seriöser Broker ist, sondern ein gut strukturiertes Betrugsnetzwerk, das Anleger in ein finanzielles Gefängnis lockt. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 27. Juni 2025 ausdrücklich vor Pluraxai unter dem Titel „BaFin warnt vor Plattformreihe – „Verdienen Sie über €950 TÄGLICH““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Pluraxai steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Pluraxai (pluraxai.pro)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite pluraxai.pro

Fakten zu pluraxai

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu X:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
BaFin-Warnung
Offizielle Quelle
BaFin (offiziell)
Domain-Alter
158 Tage
IP-Adresse
188.114.97.3
SSL-Zertifikat
WE1
Netzwerk
427 verbundene Seiten

Aus der Sicht des Ermittlers

In meinen fünf Jahren bei der Polizei und meiner Tätigkeit als Finanzermittler in einer Spezialeinheit habe ich mehr als 500 Anlagebetrugs-Fälle verfolgt. Dabei war ich häufig damit konfrontiert, dass scheinbar legitime Broker in ein komplexes Betrugsnetzwerk eingebettet waren, das über mehrere Plattformen hinweg operiert. Die Plattform pluraxai (pluraxai.pro) ist ein weiteres Beispiel für diese Art von Operation. Durch die Kombination aus fehlender Transparenz, unbestätigten Behauptungen und der Nutzung moderner Technologien gelingt es den Tätern, das Vertrauen von Anlegern zu gewinnen und schließlich zu erpressen.

Was die Daten über pluraxai verraten

Die öffentlich zugänglichen Informationen zu pluraxai (pluraxai.pro) sind von entscheidender Bedeutung. Es fehlt eine Unternehmens­registrierungs­nummer und keine Angabe einer Aufsichts­behörde wird gemacht, obwohl ein Broker in Deutschland oder der EU immer einer entsprechenden Zulassung unterliegen muss. Darüber hinaus gibt es keine Kontakt­adresse, kein Telefon und keine E-Mail-Adresse, die mit dem Unternehmen verknüpft sind. Auch die Angabe zu einer Geschäftstätigkeit ist unklar, da lediglich „other“ als Geschäftstyp gelistet ist, was bei regulierten Brokern selten vorkommt.

Auf der Website von pluraxai (pluraxai.pro) finden sich keine Hinweise auf eine Handels­registernummer, keine Lizenznummer und keine Nachweise über eine regulatorische Genehmigung. Stattdessen werden allgemeine Aussagen über angebliche Renditen gemacht, ohne dass Quellen oder konkrete Zahlen genannt werden. Die Plattform akzeptiert Kryptowährungen als Zahlungsmittel, was zwar nicht illegal ist, aber ein weiteres Risiko signalisiert, da Kryptowährungen oft als Mittel für Geldwäsche genutzt werden.

Die fehlenden Kontakt­informationen und die Unvollständigkeit der Angaben lassen vermuten, dass die Betreiber von pluraxai (pluraxai.pro) nicht in einem regulierten Markt tätig sind. Diese Lücken sind typische Indizien für einen betrügerischen Broker, der keine Haftung gegenüber Anlegern übernimmt.

Vom ersten Kontakt zum Totalverlust bei pluraxai

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

In meiner langjährigen Erfahrung zeigen sich die Wege, auf denen Anleger zu solchen Plattformen gelangen, sehr unterschiedlich: über Werbeanzeigen, Suchmaschinen­treffer, persönliche Empfehlungen, Kalt­Anrufe oder eigene Online-Recherche zu Anlagemöglichkeiten. Das Vorgehen der Täter dahinter ist aber immer dasselbe. Die Plattform wird seriös und professionell präsentiert, damit der erste Eindruck Vertrauen weckt.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

In den meisten Fällen wird zunächst eine kleine Investition von rund 250 € oder einer ähnlichen Summe gefordert. Nachdem die Geschädigten das Geld eingezahlt haben, erhalten sie Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden in kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind allerdings nicht real, sondern werden von der Software selbst generiert.

Der persönliche „Berater"

Die Investoren erhalten einen eigenen Berater, der per E-Mail, Telefon oder WhatsApp Kontakt hält. Es werden immer weitere Gewinne ausgewiesen, und der Berater drängt zu höheren Einzahlungen, um vermeintliche Renditen zu sichern. Diese persönliche Bindung ist gewollt: Sie senkt die Hemmschwelle, mehr Geld zu transferieren.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst beim Auszahlungsversuch wird den meisten Geschädigten klar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Es werden plötzlich Gebühren verlangt, bevor eine Auszahlung erfolgen kann: getarnt als Transaktionsgebühr, Versicherungsgebühr oder Kosten wegen angeblichem Geldwäsche-Verdacht. Auch nach deren Zahlung folgen immer neue Forderungen. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen. Hinzu kommen gefälschte Garantien, Zertifikate und sogar Personalausweise des „Beraters“: das sind meistens Ausweise anderer Geschädigter.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Nachhinein melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Blockchain.com aus. Tatsächlich handelt es sich um dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten erhalten wollen. Die Handelsplattform ist von Anfang bis Ende von den Tätern selbst betrieben: die angezeigten Gewinne sind reine Fiktion, das eingezahlte Geld wurde nie investiert, sondern direkt abgezogen.

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Pluraxai Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Pluraxai

Das Netzwerk hinter pluraxai

pluraxai ist Teil eines Netzwerks von 427 Plattformen, die dieselben betrügerischen Praktiken teilen. Die gemeinsame technische Infrastruktur und häufige Re-Branding-Aktivitäten deuten auf ein koordiniertes Vorgehen hin.

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