Warnung vor PLUSDIRECT24 (plusdirect24.com): Betrugsmasche im Krypto-Handel

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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PLUSDIRECT24 (plusdirect24.com) ist keine legitime Krypto-Börse, sondern ein klassischer Betrugsanbieter, der Anleger mit scheinbaren Trading-Gelegenheiten lockt und sie anschließend finanziell ausbeutet.

Screenshot der Webseite Plusdirect24 (plusdirect24.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite plusdirect24.com

Warum plusdirect24.com unseriös ist

Die erste Anzeichen für ein Problem sind die fehlenden regulatorischen Informationen. Auf der Website von PLUSDIRECT24 (plusdirect24.com) findet sich weder eine Handelsregisternummer noch wird eine Aufsichtsbehörde genannt. In der Regel verlangen seriöse Krypto-Plattformen die Angabe einer Lizenz oder zumindest eines Aufsichtsgremiums, das ihre Tätigkeit überwacht. Der völlige Mangel an solchen Angaben ist ein starkes Warnsignal.

Weiterhin gibt es keinerlei Hinweise auf einen Firmensitz. Das Kontakt- und Adressfeld bleibt komplett leer, und es werden keine Telefonnummern oder E-Mail-Adressen bereitgestellt. In einer Branche, in der die Transparenz über den Standort und die Verantwortlichen entscheidend ist, ist das Fehlen dieser Daten ein klares Zeichen dafür, dass PLUSDIRECT24 keine echte Unternehmensstruktur besitzt.

Die angebotenen Dienstleistungen: Krypto-Trading, Exchange Arbitrage und Paper Trading: werden ohne jegliche Erläuterungen zu Handelsplattformen oder zu den zugrunde liegenden Mechanismen beworben. Eine seriöse Börse erklärt die Funktionsweise ihrer Orderbücher, die Ausführungsgeschwindigkeiten und die Sicherheitsmaßnahmen. PLUSDIRECT24 präsentiert lediglich vage Versprechungen von „profitable Trading-Strategien“, ohne konkrete Details oder Nachweise zu liefern.

Ein weiteres starkes Indiz ist die Abwesenheit jeglicher Zahlungsoptionen. Auf der Website sind keine Zahlungsmethoden angegeben, und die Plattform scheint keine gängigen Wege wie Banküberweisungen, Kreditkarten oder Krypto-Wallets zu akzeptieren. Solche Lücken deuten darauf hin, dass die Plattform keine realen Transaktionen abwickelt.

Zusammenfassend zeigen die fehlenden regulatorischen Angaben, die unsichtbare Unternehmensstruktur und die unklaren Zahlungswege, dass PLUSDIRECT24 (plusdirect24.com) keine verlässliche Krypto-Börse darstellt. Die Kombination dieser Faktoren legt nahe, dass die Plattform in Wahrheit ein Betrugssystem ist, das darauf abzielt, Anleger zu täuschen und zu betrügen.

Wie der Betrug bei plusdirect24.com abläuft

1. Erster Kontakt und Lockangebot

PLUSDIRECT24 nutzt gezielte Online-Marketingkampagnen, um potenzielle Opfer anzusprechen. In sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook und TikTok werden scheinbare „Trading-Gurus“ und vermeintlich erfolgreiche Anlegerprofile präsentiert. Diese Posts enthalten oft kurze Clips, in denen angebliche Profite von wenigen Wochen nach einer kleinen Investition gezeigt werden. Da die Plattform keine echten Transaktionsdaten bereitstellt, sind die dargestellten Gewinne rein simuliert.

Der erste Schritt besteht darin, ein kleines Einzahlungs-Ticket zu platzieren, das in der Regel zwischen 200 und 300 Euro liegt: ein Betrag, der niedrig genug ist, um die Hemmschwelle für den ersten Kontakt zu senken. Die Plattform verspricht dann sofortige Erträge, die in wenigen Tagen auf dem Konto sichtbar werden. Diese psychologische Taktik nutzt die menschliche Neigung aus, schnelle Gewinne zu erwarten und schafft Vertrauen, bevor die eigentliche Betrugsmethode beginnt.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nachdem der erste Einzahlungsbetrag eingegangen ist, zeigt die Benutzeroberfläche von PLUSDIRECT24 sofort hohe Gewinne an. Diese Zahlen werden durch ein internes System generiert, das keine Verbindung zu echten Börsen oder Orderbüchern hat. Das bedeutet, dass die Gewinne rein simuliert und nicht auf realen Marktbewegungen basieren.

Das Ziel ist klar: Durch die Darstellung von „Profit-Grafiken“ und „Live-Ergebnissen“ soll der Anleger das Gefühl bekommen, dass er in ein lukratives Geschäft investiert hat. Da die Plattform keine Möglichkeit bietet, echte Aufträge an den Markt zu senden, gibt es keine Grundlage für tatsächliche Handelsgewinne. Stattdessen werden die Gewinne einfach in die Benutzeroberfläche geschrieben, um den Eindruck von Erfolg zu erwecken.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein persönlicher „Berater“ oder ein automatisiertes System baut eine Beziehung zu dem Nutzer auf und betont die Notwendigkeit, mehr Kapital einzuzahlen, um von höheren Hebel-Raten und exklusiven Trading-Strategien zu profitieren. Die Plattform nutzt häufig Zeitlimits und vermeintlich knappe Angebote, um den Druck zu erhöhen. Man hört von „VIP-Konten“, „Leverage 1:500“ und „garantierten Profiten“. Diese Aussagen sind jedoch frei erfunden und dienen lediglich dazu, die Angst des Anlegers vor dem Verpassen von Chancen zu schüren.

Der Betrugszyklus besteht darin, dass der Anleger nach dem ersten kleinen Gewinn von mehreren Tausend bis Zehntausenden Euro „mehr einzahlen“ soll. In vielen Fällen wird von 5.000 bis 50.000 Euro gesprochen. Diese Summe wird oft in kleinen Raten über mehrere Wochen aufgetragen, während das System weiterhin unrealistische Renditen verspricht. Der Anleger ist überzeugt, dass er auf dem richtigen Weg ist, weil er bereits ein „Gewinn“ erzielt hat und nun von einem „exklusiven“ Angebot profitiert.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Der entscheidende Moment im Betrug ist, wenn der Anleger seine Gewinne auszahlen lassen möchte. In diesem Stadium präsentiert PLUSDIRECT24 plötzlich eine Reihe von Gebühren, die angeblich notwendig sind, um die Auszahlung durchzuführen. Diese Gebührenliste kann wie folgt aussehen:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde niemals Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu den bereits investierten Beträgen und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig vermeintliche „Experten“ auf, die vorgeben, das Geld zurückzuholen. Das können angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ sein, die eine eigene „Wallet-Wiederherstellungs-Software“ anbieten. Sie behaupten, dass sie Zugriff auf die ursprüngliche Wallet oder die Handelsplattform haben und das verlorene Geld wiederfinden können. Im Gegenzug verlangen sie Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“.

Dahinter steckt in der Regel dieselbe Gruppe von Tätern, die das ursprüngliche Betrugsnetzwerk betreiben. Die Täter verkaufen die gesammelten Daten weiter, nutzen die Konten für weitere Phishing-Aktionen oder generieren zusätzliche Einnahmen durch das Angebot von „Recovery-Services“. Echte Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram, und wenn sie es tun, ist es ein klarer Hinweis auf einen weiteren Betrug.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie merken, dass das System versucht, mehr Geld von Ihnen zu fordern, unterbrechen Sie sämtliche Transaktionen. Jede weitere Zahlung erhöht das Risiko, mehr Geld zu verlieren.

  2. Belege sichern: Speichern Sie sämtliche Screenshots, E-Mails, Chat-Protokolle und Kontoauszüge, die Ihre Transaktionen mit PLUSDIRECT24 dokumentieren. Diese Unterlagen sind entscheidend, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten oder eine Anzeige erstatten möchten.

  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank oder die Börse, von der Sie die Einzahlungen vorgenommen haben. Fordern Sie eine sofortige Sperrung Ihres Kontos und fordern Sie die Rückbuchung aller noch ausstehenden Zahlungen. Bitten Sie um eine Bestätigung der Kontosperrung, die Sie aufbewahren können.

  4. Anzeige bei der Polizei erstatten: Melden Sie den Betrug bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle. Geben Sie alle gesicherten Beweise vor und schildern Sie den Ablauf des Betrugs. Die Polizei kann Ermittlungen aufnehmen und die Täter verfolgen.

  5. Recovery-Scams ignorieren: Seien Sie skeptisch gegenüber jedem Angebot, das Ihnen vorgaukelt, Ihr Geld zurückzugewinnen. Seriöse Rechtsanwälte und Behörden werden nicht unaufgefordert auf Ihre Kontaktaufnahme reagieren. Ignorieren Sie solche Anfragen und verweisen Sie stattdessen auf die bereits eingereichte Anzeige.

  6. Vorsicht bei weiteren Kontakten: Bleiben Sie auf der Hut gegenüber neuen E-Mails, Nachrichten oder Anrufen, die angeblich von PLUSDIRECT24 oder deren angeblichen „Partnern“ stammen. Diese sind meistens Versuche, weitere Betrugsmaschen einzuführen oder Ihre Daten zu stehlen.

  7. Informieren Sie sich und Ihre Freunde: Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen, damit sie ebenfalls vor den Taktiken von PLUSDIRECT24 gewarnt sind. Je mehr Menschen informiert sind, desto weniger Chancen haben die Betrüger, ihre Opfer zu finden.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei plusdirect24.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei plusdirect24.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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