Warnung vor SaintQuant (saintquant.com): Erfahrungsberichte zur Auszahlung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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SaintQuant (saintquant.com) hat sich als betrügerische Plattform entpuppt, die Anleger durch falsche Renditeversprechen und manipulierte Kontoberichte anlockt. Die Betreiber versichern ein tägliches ROI von bis zu 2,50 % und nutzen ausschließlich Kryptowährungen als Zahlungsmittel, ohne jegliche regulatorische Aufsicht.

Screenshot der Webseite Saintquant (saintquant.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite saintquant.com

Warum saintquant.com unseriös ist

SaintQuant (saintquant.com) präsentiert sich als „Crypto-Exchange“ mit einer Vielzahl von Sprachen, um ein internationales Publikum anzusprechen. Doch die fehlenden regulatorischen Kennzeichen sind alarmierend: Es gibt keinerlei Angabe einer Handelsregisternummer, keine Lizenzbehörde und keinen Lizenznummernverweis. Ein seriöser Broker würde solche Angaben auf seiner Website veröffentlichen, um die Identität und die rechtliche Stellung zu belegen. Darüber hinaus fehlt die Transparenz bei den Kontaktdaten: weder E-Mail noch Telefon, nicht einmal eine Adresse.

Die Marketingbotschaften von SaintQuant sind ein weiteres Warnsignal. Die Plattform verspricht ein tägliches ROI von bis zu 2,50 % und akzeptiert ausschließlich Kryptowährungen als Einzahlungsmittel. Solche Renditeversprechen sind in der Regel unrealistisch und weisen darauf hin, dass die Gewinne nicht aus echter Marktaktivität stammen. Die Mindestdeponie von lediglich 99 € ist absichtlich niedrig gewählt, um das Vertrauen potenzieller Anleger zu gewinnen und sie zu einer höheren Investition zu bewegen.

Die angeblichen „Testimonial“-Namen James Okafor und Claire Beaumont sind nicht verifizierbar. In meiner Arbeit habe ich festgestellt, dass solche Namen oft von betrügerischen Plattformen verwendet werden, um Glaubwürdigkeit zu erwecken. Die Kombination aus fehlender Regulierungsnachweis, unrealistischen Renditeversprechen und unbestätigten Testimonials deutet eindeutig darauf hin, dass SaintQuant (saintquant.com) keine seriöse Anlageplattform ist.

Wie der Betrug bei saintquant.com abläuft

1. Erster Kontakt und Lockangebot

SaintQuant (saintquant.com) nutzt gezielte Werbekampagnen auf sozialen Netzwerken, um potenzielle Opfer anzusprechen. Typische Ansprachen sind „Tägliche Gewinne bis zu 2,50 %“ und „Automatisierte Trading-Bots, die rund um die Uhr arbeiten“. Oft wird die Plattform von vermeintlichen „Anlageberatern“ in privaten Telegram-Gruppen empfohlen. Der erste Kontakt erfolgt über ein kurzes Kontaktformular oder einen Chat, in dem die Interessenten aufgefordert werden, eine minimale Einzahlung von 99 € vorzunehmen. Die niedrige Summe dient dazu, die psychologische Hemmschwelle zu senken und das Vertrauen in die Plattform zu stärken.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung erfolgt ist, wird dem Anleger ein Dashboard präsentiert, das angeblich die Performance des eingesetzten Kapitals anzeigt. Die Software generiert künstliche Gewinne, die in wenigen Tagen von 99 € auf mehrere hundert Euro steigen. Diese „Gewinne“ entstehen nicht durch echte Markttransaktionen, sondern durch programmierte Zahlen, die sich nur im Frontend der Plattform darstellen. Das Ziel ist es, den Anleger von der Seriosität der Anlage zu überzeugen und ihn zu ermutigen, mehr Geld einzuzahlen.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach der ersten „Erfolgserfahrung“ beginnt ein sogenannter Account-Manager, der über einen längeren Zeitraum mit dem Anleger kommuniziert. Durch die Schaffung einer persönlichen Beziehung werden dem Nutzer Vorteile wie höhere Hebel, exklusive Handelsmöglichkeiten und angebliche „Insider-Tipps“ versprochen. Typische Aussagen lauten: „Ihr Konto ist fast voll ausgenutzt, weitere Investitionen maximieren Ihren Gewinn“ oder „Nur noch 24 h bis zum Bonus von 1:500“. Diese Taktiken zielen darauf ab, die Angst vor verpassten Chancen zu nutzen und den Anleger zur weiteren Geldanlage zu bewegen. Die Betrugsplattform fordert häufig Beträge im Bereich von 5.000 bis 50.000 € oder sogar darüber hinaus.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger schließlich eine Auszahlung beantragt, wird ihm plötzlich eine Reihe von Gebühren auferlegt. Typische Fake-Gebühren, die bei SaintQuant (saintquant.com) verlangt werden, sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.

Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu dem ursprünglichen Betrag noch diese fiktiven Kosten, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams, bei der die Opfer komplett ausgebeutet werden, bevor sie die Möglichkeit verlieren, ihr Geld zurückzuerlangen.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem Verlust der ersten Beträge tauchen häufig „Rechtsanwälte“ oder „Krypto-Forensiker“ auf, die behaupten, das Geld zurückzuholen. Sie präsentieren sich mit professioneller Kleidung und einer angeblichen Erfahrung im Bereich Blockchain-Forensik. Diese Personen verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Die Forderung ist ein weiterer Schwindel, da die Täter dieselben Personen sind, die zuvor die Plattform betrieben haben. Sie verkaufen die gesammelten Daten an Dritte oder nutzen sie für weitere betrügerische Vorhaben. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten
    Sobald Sie den Verdacht haben, dass Sie Opfer eines Betrugs geworden sind, stellen Sie sofort alle weiteren Transfers ein. Jede zusätzliche Zahlung verschärft Ihre Lage.

  2. Beweise sichern
    Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chats, Transaktionsbelege und Bildschirmfotos. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später eine Strafanzeige erstatten oder eine Rückerstattung beantragen.

  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Kryptobörsen-Provider
    Informieren Sie Ihre Bank über die verdächtigen Transaktionen und fordern Sie gegebenenfalls eine Rückbuchung oder Sperrung von Konten. Bei Kryptowährungen können Sie die Transaktionsdetails an die Plattform des Wallet-Providers weiterleiten.

  4. Erstatten Sie eine Strafanzeige
    Melden Sie den Vorfall bei der örtlichen Polizeidienststelle oder der Staatsanwaltschaft. Geben Sie alle gesammelten Beweise an. Die Ermittlungsbehörden haben die Befugnis, das Netzwerk zu verfolgen und die Verantwortlichen zu verfolgen.

  5. Ignorieren Sie Recovery-Scams
    Seien Sie skeptisch gegenüber jeder Person oder jedem Unternehmen, das Ihnen verspricht, Ihr Geld zurückzuholen, solange Sie vorab zahlen. Seriöse Anwälte werden keine Vorauszahlungen verlangen und arbeiten ausschließlich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben.

Fazit

SaintQuant (saintquant.com) ist eindeutig ein betrügerisches Netzwerk, das durch manipulierte Kontoberichte, unrealistische Renditeversprechen und gezielte psychologische Taktiken Anleger ausbeutet. Die fehlenden regulatorischen Nachweise, die unbestätigten Testimonials und die gefälschten Auszahlungsgebühren sind klare Indikatoren für eine illegale Praxis. Wer bereits Opfer geworden ist, sollte umgehend handeln, Beweise sichern und die zuständigen Behörden informieren.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei saintquant.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei saintquant.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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