Royal Trades (royatrads.org): Betrugsmasche im Fokus
Royal Trades (royatrads.org) ist ein klarer Fall von betrügerischer Plattform, die Anleger mit unrealistischen Versprechen lockt und dann ihre Mittel absichtlich einbehält. Wir zeigen, warum und wie der Betrug abläuft: und was Sie sofort tun sollten.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum royatrads.org unseriös ist
Die ersten Anzeichen einer unseriösen Plattform sind sofort erkennbar, wenn man die öffentlich zugänglichen Informationen prüft. Bei royatrads.org fehlt eine Handelsregisternummer, es wird keine Aufsichtsbehörde genannt und es gibt keine Lizenznummer. Diese drei Elemente sind für jeden seriösen Broker Pflicht. Der fehlende Registernummer- und Lizenznachweis bedeutet, dass die Plattform nicht unter die geltenden Finanzregulierungen fällt und somit keine rechtliche Haftung trägt.
Weiterhin gibt es auf der Website die Behauptung, bis zu 25 % täglich verdienen zu können. Diese Zahl ist schlicht übertrieben und ohne jegliche Quellenangabe. Die Plattform bietet keine Möglichkeit, reale Orders auf einer Börse zu platzieren. Stattdessen werden dem Nutzer in einer Web-App lediglich simulierte Gewinnzahlen angezeigt. Diese Zahlen entstehen durch ein internes Skript, das die Ausgangsinvestition manipuliert und die Gewinne auf der Oberfläche vergrößert. Sobald ein Nutzer mehr Geld einzahlt, steigt die angezeigte Rendite exponentiell: ein klassisches Kennzeichen einer Ponzi-ähnlichen Struktur.
Ein weiteres auffälliges Merkmal ist die fehlende Angabe von Zahlungsmethoden. Die Seite listet keine gängigen Banken oder Kreditkarten auf, sondern akzeptiert nur Kryptowährungen, die von der Plattform kontrolliert werden. Damit werden die Gelder schnell anonymisiert und das Risiko, die Einzahlungen zurückzufordern, erhöht. Kombiniert mit der fehlenden Transparenz in Bezug auf die Geschäftsadresse und die Lizenzierung entsteht ein klares Bild: royatrads.org ist ein Betrug.
Wo Royal Trades angeblich sitzt
Die Plattform nennt die Adresse „7 Bell Yard, London, England, WC2A 2JR“. In den öffentlichen Handelsregistern und bei der Stadt London ist jedoch keine Firma mit diesem Namen und dieser Adresse verzeichnet. Dies deutet stark darauf hin, dass die Adresse lediglich zur Täuschung dient und keine reale Geschäftsstätte existiert.
An der angegebenen Adresse im Vereinigten Königreich befindet sich ein Bürogebäude (moving_company) ("Movers not Shakers of London"). Eine geschäftliche Nutzung wäre dort grundsätzlich möglich, eine Tätigkeit dieses Anbieters konnte jedoch nicht verifiziert werden.
Die infrastrukturelle Spurensuche fördert einen Widerspruch zutage. Der Server steht in den USA, die behauptete Firmenadresse aber im Vereinigten Königreich. Wer Adresse, Server und Vorwahl bewusst auseinanderzieht, will Strafverfolgung erschweren. Genau dieses Muster prägt die Mehrzahl der von uns dokumentierten Betrugsfälle.
- Adresse
- Vereinigtes Königreich
- Server-Standort
- USA
- Hosting-Land
- USA
Wie der Betrug bei royatrads.org abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Royal Trades beginnt seine Masche in der Regel mit einer gezielten Ansprache. Potenzielle Opfer werden über Social-Media-Ads, Influencer-Posts oder sogar persönliche Nachrichten in Telegram-Gruppen erreicht. Die Anzeigen versprechen ein „schnelles, riskantes und hochprofitables“ Investment, das angeblich keine Vorkenntnisse erfordert. Der erste Einzahlungsbetrag ist bewusst niedrig: häufig 50 €: um die Hemmschwelle zu senken und das Vertrauen zu gewinnen. Die Plattform nutzt dabei auffällige Farben und ein professionelles Design, um einen seriösen Eindruck zu erwecken.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung zeigt die Benutzeroberfläche sofort steigende Gewinne. Die Zahlen bewegen sich innerhalb weniger Tage von 50 € auf mehrere hundert Euro. Dabei werden keine realen Transaktionen an Börsen abgewickelt; stattdessen nutzt die Plattform ein internes Tracking-System, das die Kontobewegungen manipuliert. Das Ziel ist es, dem Nutzer ein Gefühl von Sicherheit und Erfolg zu vermitteln, sodass er bereit ist, weitere Geldbeträge einzuzahlen. Diese simulierten Gewinne sind ein klassisches Red Flag bei betrügerischen Plattformen.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Sobald der Nutzer erste Gewinne sieht, beginnt die Plattform, ihn zu höheren Einzahlungen zu drängen. Ein persönlicher „Account-Manager“: meist ein Skript oder ein automatisierter Chat: verspricht exklusive Boni, höhere Hebel und Zugang zu „insider-Informationen“. Es werden häufig Zeitlimits gesetzt, z. B. „Nur noch heute: 1.000 € Einzahlung, um von 1:500 Hebel zu profitieren“. Diese Taktiken erzeugen ein Gefühl von Dringlichkeit und Exklusivität, das die emotionale Bindung verstärkt. In der Regel zahlen die Opfer zwischen 5.000 € und 50.000 €: und oft noch mehr, wenn sie sich zu sehr auf die Versprechungen einlassen.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn ein Anleger nun sein Geld abheben möchte, wird ihm plötzlich eine Reihe von Gebühren in Rechnung gestellt. Die Plattform listet mindestens fünf typische Fake-Gebühren auf, ohne Prozentangaben oder Eurobeträge:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu seinem ursprünglichen Einsatz das Geld, das er einzahlen wollte, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Dies ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach dem Scheitern der Auszahlung melden sich häufig Dritte: angebliche Anwälte, „Krypto-Forensiker“ oder sogar Behörden-Mitarbeiter. Sie bieten an, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Reparatur-Kosten“, „Übersetzung“ oder „Server-Zugriff“. Diese Personen sind meist Teil der ursprünglichen Tätergruppe und verkaufen die Daten der Opfer an Dritte. Sie nutzen das Vertrauen, das noch über die Plattform besteht, um weitere Betrugsmaschen zu starten. Ein echtes Strafverfolgungsamt oder ein seriöser Anwalt wird nie unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram mit einer solchen Aufforderung auf Sie zukommen.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie auf die Plattform zurückgreifen oder neue Einzahlungen tätigen, setzen Sie sich in die Falle. Stoppen Sie alle Transaktionen sofort.
- Beweise sichern: Speichern Sie alle E-Mails, Screenshots, Zahlungsbelege und Chatverläufe. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später Strafanzeige erstatten oder Ihre Bank um Rückbuchung bitten wollen.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse: Informieren Sie Ihre Bank darüber, dass die Gelder möglicherweise über Kryptowährungen abgewickelt wurden. Bitten Sie um Unterstützung bei der Rückverfolgung der Transaktionen. Ihre Bank kann Ihnen helfen, den Geldfluss zu stoppen.
- Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei: Setzen Sie sich mit der örtlichen Polizeidienststelle in Verbindung und reichen Sie Ihre Beweise ein. Die Ermittlungen können dabei helfen, weitere Opfer zu schützen und die Täter zu verhaften.
- Ignorieren Sie Recovery-Scam-Angebote: Seien Sie skeptisch, wenn Ihnen jemand anbietet, Ihr Geld zurückzugewinnen, und dafür Vorauszahlungen verlangt. Seriöse Anwälte und Behörden werden Sie niemals ohne vorherige Kontaktaufnahme nachfragen.
Fazit
Royal Trades (royatrads.org) ist ein klassischer Betrug, der durch eine sorgfältig konstruierte Online-Präsenz, falsche Lizenzangaben und manipulierte Gewinnzahlen funktioniert. Wenn Sie bereits Geld investiert haben, handeln Sie sofort, sichern Sie Ihre Beweise und melden Sie den Vorfall. Schützen Sie sich und andere vor dieser betrügerischen Plattform.
Das Netzwerk hinter royatrads.org
royatrads.org ist Teil eines Netzwerks von 60 weiteren Plattformen, die dieselben Betreiber hinter den Kulissen haben. Oft werden die Seiten nach einem Ausbruch neu gebrandet, die Domain gewechselt, doch die technischen Hintergründe, die Zahlungsinfrastruktur und die verwendeten Skripte bleiben unverändert. Dieses Vorgehen ermöglicht es den Tätern, schnell neue Namen zu registrieren und die Spur zu verwischen.

Accessfastcoin
accessfastcoin.com

Advanceminepro
advanceminepro.com

Astro Tradecapital
astro-tradecapital.com

Bitinvestments
bitinvestments.org

Bluewaveholding
bluewaveholding.ltd

Bullish Rise
bullish-rise.com
und 54 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei royatrads.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.