SicherWert 24 (sicherwert24.xyz): Ein seriöser Broker oder ein Betrugsversuch?
Sie haben von SicherWert 24 gehört, einer angeblichen Investment-Plattform, die verspricht, über 950 € Gewinn aus Kryptotransaktionen zu erwirtschaften. In Wahrheit handelt es sich um einen gut geplanten Betrug, bei dem Sie Ihr Geld verlieren und keine Auszahlung erhalten. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 27. Juni 2025 ausdrücklich vor Sicherwert24 unter dem Titel „BaFin warnt vor Plattformreihe – „Verdienen Sie über €950 TÄGLICH““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Sicherwert24 steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum sicherwert24.xyz unseriös ist
SicherWert 24 präsentiert sich als hochmoderne Investment-Plattform, die Kryptotransaktionen und KI-gestütztes Trading kombiniert. Doch bei genauerer Betrachtung tauchen sofort mehrere Inkonsistenzen auf, die bei seriösen Brokern nicht vorkommen. Erstens gibt es keine Handelsregisternummer, keine Angabe einer Aufsichtsbehörde und keinen Hinweis auf eine gültige Lizenz. Diese Leere ist ein deutliches Warnsignal, denn ein regulierter Broker muss stets seine Zulassung offenlegen. Zweitens werden angebliche Renditen von „über 950 €“ ohne jegliche Basisangaben oder historische Daten präsentiert. Solche Zahlen wirken zwar verlockend, sind aber ein klassischer Anreiz, um Vertrauen aufzubauen, ohne dass reale Handelsdaten existieren. Drittens nutzt die Plattform mehrere Prominente: von Hasso Plattner bis Sophie Brandt: als angebliche Befürworter. Die Namen tauchen häufig in Social-Media-Posts und Werbeanzeigen auf, aber es gibt keine nachvollziehbaren Kontaktdaten oder Bestätigungen der betreffenden Personen. Das Fehlen von unabhängiger Verifizierung deutet stark darauf hin, dass die Testimonials gefälscht sind. Viertens erzeugt die Seite einen starken Drang zum Handeln: „Nur heute“, „Jetzt handeln“, „Schnelle Gewinne“. Diese Formulierungen schaffen künstliche Notwendigkeit, sodass potenzielle Anleger in kurzer Zeit Geld einzahlen, bevor sie die langfristigen Risiken erkennen. Diese vier Punkte: fehlende Regulierung, unrealistische Gewinne, gefälschte Prominente und künstlicher Zeitdruck: zeigen klar, dass sicherwert24.xyz kein legitimer Broker ist.
Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot
Bei SicherWert 24 beginnt der Betrug meistens mit einem scheinbar harmlosen Kontakt. Häufig erreichen potenzielle Kunden über Social-Media-Ads, die von angeblichen „Anlageberatern“ gepostet werden, die in der Stimmung der „schnellen Gewinne“ leben. In den Werbeanzeigen tauchen oft gefälschte Testimonials von bekannten Persönlichkeiten auf: Hasso Plattner, Klaas Heufer-Umlauf und andere: die in kurzen Videos angeblich ihre Erfolge mit der Plattform schildern. Der erste Schritt besteht darin, das Interesse zu wecken, indem man ein kleines Einstiegskapital anbietet: meist rund 250 €, das als „Starter-Konto“ bezeichnet wird. Diese niedrige Summe senkt die psychologische Hemmschwelle und lässt den Anleger glauben, er könne mit wenig Risiko große Gewinne erzielen. Gleichzeitig werden dem Nutzer ein persönlicher „Account-Manager“ und exklusive „VIP-Ratschläge“ versprochen, die nur für die ersten Teilnehmer verfügbar seien. Dieses Vorgehen schafft eine Illusion von Individualität und Exklusivität, die den Betroffenen dazu verleitet, sich weiter zu engagieren.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Sobald das erste Geld auf das angeblich transparente Konto eingezahlt wurde, beginnt die eigentliche Täuschungsphase. Die Plattform zeigt sofort einen übertriebenen Gewinn von „über 950 €“ an, der angeblich innerhalb weniger Tage aus der ersten Einzahlung resultiert. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um simulierte Zahlen, die von einer internen Datenbank erzeugt werden. Es gibt keine echten Handelsaufträge, die an regulierte Börsen oder Kryptobörsen gesendet werden. Stattdessen nutzen die Betreiber eine eigene Web-App, die die Kontostände manipuliert, um den Eindruck zu erwecken, dass der Anleger tatsächlich profitiert. Dieses visuelle Feedback ist entscheidend, weil es das Vertrauen in die Plattform stärkt und die Illusion von Profitabilität aufrechterhält. Gleichzeitig bleibt die Plattform völlig unreguliert, und die angeblichen „Gewinne“ haben keinen realen wirtschaftlichen Unterbau.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Mit der ersten simulierten Rendite wird der Anleger nun in einen Zyklus aus kontinuierlichen Investitionen geführt. Ein persönlicher „Berater“: oft ein Skript oder ein minderqualifizierter Mitarbeiter: baut über Wochen oder Monate eine Beziehung auf. Durch die Kombination aus emotionaler Sprache, vermeintlichen Insider-Tipps und der Versprechung von exklusiven IPO-Zugängen wird der Anleger ermutigt, immer größere Summen einzuzahlen. Häufig wird ein „VIP-Konto“ mit angeblich hohem Hebel (bis zu 1:500) angeboten, das angeblich garantierte Profite verspricht. Diese Angebote sind jedoch reine Fiktion; die Plattform verfügt über keine realen Handelskonten. Der Druck wird durch künstliche Zeitlimits verstärkt: „Nur heute erhalten Sie den Bonus“, „Dieses Angebot läuft in 24 Stunden ab“. Dadurch wird der Betroffene in kurzer Zeit immer mehr Geld an die Plattform abgeben, ohne die langfristigen Risiken zu verstehen.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Der Höhepunkt des Betrugs tritt ein, sobald der Anleger seine angeblichen Gewinne oder sein ursprüngliches Kapital zurückziehen möchte. In diesem Moment werden plötzlich zahlreiche Gebühren eingeführt, die in keiner seriösen Finanzinstitution vorkommen. Die Plattform verlangt:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams, die darauf abzielt, alles Geld der Opfer zu ergaunern, bevor sie überhaupt die Chance haben, ihr Geld zurückzubekommen.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen häufig weitere „Hilfe-Angebote“ auf. Diese können in Form von angeblichen Anwälten, Behörden-Mitarbeitern oder sogar „Krypto-Forensik-Experten“ auftreten, die versprechen, das verlorene Geld zurückzuholen. Sie nutzen dabei emotionale Argumente wie „Wir retten Ihre Finanzen“ und verlangen Vorauszahlungen für angebliche Rechtskosten, Übersetzungen oder Server-Zugriffe. Diese Forderungen sind jedoch reine Fiktion. Hinter diesen Personen steckt meist derselbe Täter, der die Opferdaten weiterverkauft oder sie für weitere Betrugsversuche nutzt. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert über WhatsApp oder Telegram. Wenn Sie eine solche Nachricht erhalten, ignorieren Sie sie sofort und sichern Sie sich keine weiteren Daten.
Das Netzwerk hinter sicherwert24.xyz
SicherWert 24 ist Teil eines Netzwerks von 427 Plattformen, die dieselben betrügerischen Praktiken teilen. Diese Plattformen nutzen häufig dieselben Server-Infrastruktur, gemeinsame Domains oder ähnliche Domain-Namensmuster. Oft werden nach dem Aufdecken einer Plattform schnell neue Marken gestartet, die lediglich die gleiche Technik verwenden. Durch diesen Re-Branding-Ansatz gelingt es den Betrügern, die Aufmerksamkeit der Ermittlungsbehörden zu verschleiern und neue Opfer zu gewinnen. Das große Netz erlaubt es, Informationen und Techniken schnell zu teilen, sodass neue Plattformen in Rekordzeit starten können, ohne dass frühere Warnungen wirksam sind.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie den Verdacht haben, dass Ihre Plattform betrügerisch ist, stoppen Sie jegliche Transaktionen.
- Sichern Sie alle Beweismaterialien. Bewahren Sie E-Mails, Transaktionsnachweise, Screenshots der Plattform und jegliche Kommunikation auf. Diese Unterlagen sind für spätere Ermittlungen unerlässlich.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Krypto-Börse, bei der Sie Ihr Geld hinterlegt haben. Informieren Sie sie über die verdächtige Aktivität und fordern Sie eine sofortige Sperrung der Konten.
- Reichen Sie Anzeige bei der Polizei oder der zuständigen Finanzaufsichtsbehörde ein. Beschreiben Sie die Vorgehensweise und legen Sie die gesicherten Beweise bei.
- Ignorieren Sie jegliche „Recovery-Scam“-Angebote. Seriöse Anwälte oder Behörden werden Sie nicht per WhatsApp kontaktieren. Melden Sie solche Versuche stattdessen der Polizei.
Diese Schritte erhöhen Ihre Chancen, zumindest teilweise Ihr Geld zurückzufordern und weitere Opfer zu verhindern.
Wenn Sie sich in dieser Situation befinden, zögern Sie nicht, sofort zu handeln. Der Weg zurück ist oft lang, aber mit den richtigen Schritten erhöhen Sie Ihre Chancen erheblich. Bitte teilen Sie diese Informationen auch mit Freunden und Bekannten, um sie vor ähnlichen Betrugsversuchen zu schützen.
Das Netzwerk hinter sicherwert24.xyz
SicherWert 24 ist Teil eines weitreichenden Netzwerks von 427 Plattformen, die dieselben Techniken und oftmals dieselben Hintermänner nutzen. Dieses Zusammenschluss erhöht die Skalierbarkeit des Betrugs und erschwert es Opfern, die Quelle zu verfolgen.

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Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei sicherwert24.xyz gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.