start.balletsupport.online unter der Lupe: Analyse

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·3 Min. Lesezeit·
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Unsere Recherchen zu start.balletsupport.online bestätigen: Balletsupport ist nach unserer Einschätzung nicht vertrauenswürdig. Es bestehen erhebliche Zweifel an der Seriosität dieses Brokers.

Screenshot der Webseite Balletsupport (start.balletsupport.online)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite start.balletsupport.online

Warum start.balletsupport.online unseriös ist

Ballet behauptet, von der FDIC lizenziert zu sein, nennt jedoch keine Lizenznummer. Ohne eine nachvollziehbare Lizenz fehlt die gesetzliche Aufsicht. Die Plattform listet keine Handelsregisternummer, obwohl sie in den USA ansässig zu sein scheint. Die Zahlungsoptionen umfassen Kreditkarte und Überweisung, aber keine regulären Banken, was auf eine fehlende Bankverbindung hinweist. Die angeblichen Testimonials: Sarah Morris, John Davis, Emily Johnson: sind nicht verifizierbar; die Namen tauchen in keiner öffentlichen Datenbank auf. Außerdem bietet die Seite einen Bonus von $200 an, ohne klare Bedingungen. Diese Inkonsistenzen sind klare Anzeichen für Betrug.

Angegebene Adresse von Balletsupport

Auf der Webseite start.balletsupport.online wird folgende Adresse angegeben: 123 Banking Street, Financial District, New York, NY 10001. Unter dieser Adresse ist das Unternehmen jedoch nicht im Handelsregister eingetragen und auch sonst nicht nachweisbar geschäftlich tätig.

Am angeblichen Standort in den USA steht in Wirklichkeit OSM-Kategorie historic:district ("Stone Street Historic District"). Für die Tätigkeit als Online-Broker ist diese Lokation offensichtlich ungeeignet.

Bei genauerer Prüfung treten zwei Inkonsistenzen zutage. Der Server steht in Litauen, die behauptete Firmenadresse aber in den USA. Der Hosting-Anbieter ist in Zypern registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in den USA. Wer Adresse, Server und Vorwahl bewusst auseinanderzieht, will Strafverfolgung erschweren. Genau dieses Muster prägt die Mehrzahl der von uns dokumentierten Betrugsfälle.

Adresse
USA
Server-Standort
Litauen
Hosting-Land
Zypern

Wie der Betrug bei start.balletsupport.online abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Ballet erreicht potenzielle Opfer über gezielte Social-Media-Werbung und gefälschte Krypto-Foren. Oftmals beginnen sie mit einem scheinbar kostenlosen Testkonto. Der erste Einzahlungsbetrag wird bewusst niedrig gehalten: etwa 250 €: um die Hemmschwelle zu senken. Sobald das Geld eingegangen ist, wird der Nutzer in ein „exklusives“ Investmentpaket eingeführt, das von vermeintlichen „Expertensupport“ begleitet wird. Dieser Ansatz nutzt psychologische Druckpunkte, um Vertrauen aufzubauen und die Bereitschaft zur weiteren Zahlung zu erhöhen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach dem ersten Transfer zeigen die Darstellungen des Plattform-Frontends hohe Gewinne an. Die Zahlen werden in der Software simuliert, ohne dass echte Orderausführungen stattfinden. Der Nutzer sieht, wie 250 € in zwei Wochen zu 800 € anwachsen. Solche Darstellungen sind manipulativ, da sie auf zufälligen Daten basieren, nicht auf realen Handelsbewegungen. Das Ziel ist, ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln und die Angst vor Verlust zu minimieren.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein „Account-Manager“ baut eine persönliche Beziehung auf. Über Wochen wird die Kunde zu höheren Investitionen gedrängt, indem exklusive Hebelboni von 1:500 und angebliche IPO-Zugänge versprochen werden. Die Plattform nutzt Zeitlimits („nur heute“) und soziale Beweise: gefälschte Erfolgsstories: um den Druck zu erhöhen. In vielen Fällen zahlen Betroffene zwischen 5.000 € und 50.000 €. Das System ist so aufgebaut, dass die erste kleine Summe die Glaubwürdigkeit steigert und der Kunde sich zunehmend verpflichtet fühlt.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Kunde nun seine Gewinne auszahlen möchte, tauchen plötzlich Gebühren auf.

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen oft angebliche Anwälte oder „Krypto-Forensiker“ auf. Sie bieten an, das Geld zurückzuholen und fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Personen sind in der Regel Teil des gleichen betrügerischen Netzwerks und verkaufen die Daten der Opfer an Dritte. Echte Anwälte oder Behörden kontaktieren Sie niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Ignorieren Sie diese Angebote.

Das Netzwerk hinter start.balletsupport.online

Ballet ist Teil eines Netzwerks von 84 Plattformen, die dieselben betrügerischen Muster aufweisen. Diese Plattformen teilen häufig die gleiche technische Infrastruktur, nutzen identische Marketingvorlagen und re-brandieren sich nach Aufdeckung. Das Netzwerk ermöglicht es den Tätern, ihre Operationen schnell umzuschalten und neue Kunden zu gewinnen, während die Spuren verwischt werden. Die Verbindung zu diesen Seiten ist ein starkes Warnsignal.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede weitere Einzahlung verschafft den Tätern mehr Mittel, um Ihnen weitere „Gewinne“ zu versprechen.
  2. Sichern Sie sämtliche Beweismaterialien: E-Mails, Bildschirmfotos, Kontoauszüge und Nachrichten. Diese Unterlagen sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse, um die Konten zu sperren und verdächtige Transaktionen zu melden.
  4. Erstatten Sie eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle oder beim Bundesamt für Finanzmarktaufsicht.
  5. Ignorieren Sie Angebote von angeblichen Anwälten oder „Recovery-Services“. Diese sind Teil der Masche und fordern oft weitere Vorauszahlungen.

Sie haben ein Recht auf Schutz. Handeln Sie jetzt, bevor die Täter Ihre verbleibenden Mittel stehlen.

Zögern Sie nicht.

Verdächtige Verbindungen: Seiten mit Gemeinsamkeiten zu Balletsupport

Unsere Auswertung zeigt, dass Balletsupport technische und strukturelle Verbindungen zu weiteren Seiten aufweist. Alle Seiten sind ähnlich aufgebaut und werden offenbar von denselben Verantwortlichen betrieben:

und 78 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei start.balletsupport.online gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei start.balletsupport.online
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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