Warnung vor Roxtengraphs (trade.roxtengraphs.net): Was Sie wissen müssen

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Sie haben möglicherweise schon von Roxtengraphs gehört: ein angebliches Trading-Portal, das Ihnen unrealistische Renditen verspricht. Die Realität zeigt jedoch, dass es sich um einen klaren Anlagebetrug handelt, der Ihre Ersparnisse in Gefahr bringt.

Screenshot der Webseite Roxtengraphs (trade.roxtengraphs.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite trade.roxtengraphs.net

Die Eckdaten zu Roxtengraphs

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu Roxtengraphs:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
Nicht erkennbar
Domain-Alter
0 Tage
IP-Adresse
172.67.150.110
SSL-Zertifikat
WE1
Netzwerk
8 verbundene Seiten

Wer schreibt diesen Artikel?

Mein Name ist Anton Haverkamp. Während meiner fünfjährigen Tätigkeit bei der Polizei arbeitete ich in einer Spezialeinheit, die sich auf Finanzermittlungen konzentrierte. Dort verfolgte ich gezielt Anlagebetrugstaten und war für die Aufdeckung von Geldflüssen in der Blockchain verantwortlich. Insgesamt habe ich über 500 Fälle analysiert, in denen Täter ihre Opfer mit geschickten Manipulationen und falschen Versprechen in die Knie zogen. Dieses Wissen nutze ich, um Ihnen zu zeigen, welche Anzeichen auf einen Betrug hinweisen und wie Sie sich davor schützen können. Sie haben das Recht, Ihre Investitionen sicher zu verwalten; ich helfe Ihnen, dieses Recht zu wahren.

Was die Daten über Roxtengraphs verraten

Roxtengraphs präsentiert sich als Trading-Plattform, doch die verfügbaren Informationen sind komplett leer. Es fehlt ein Handelsregisternummer, kein Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde und keine Lizenznummer. Auch die Kontakt- und Adressdaten sind nicht vorhanden: weder eine E-Mail noch eine Telefonnummer. Die Plattform gibt keinerlei Hinweise auf Zahlungskanäle an, weder Fiat-Währungen noch Kryptowährungen. Auf der Website finden sich keine Testimonials, keine Erfolgsraten und keine Zertifikate, die Glaubwürdigkeit schaffen könnten. In der Praxis bedeutet dies, dass Sie keine Möglichkeit haben, die Identität des Betreibers zu überprüfen oder einen legitimen Kundenservice zu kontaktieren. Für einen seriösen Anbieter sind diese Angaben nicht nur Pflicht, sondern unverzichtbare Vertrauenssiegel. Das Fehlen aller dieser Elemente ist daher ein starkes Indiz dafür, dass Roxtengraphs keine reguläre, legitime Plattform ist, sondern ein Gefängnis für unerfahrene Anleger, die auf schnelle Gewinne hoffen.

Wie die Täter bei Roxtengraphs agieren

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Die Wege, über die Anleger zu solchen Plattformen gelangen, sind sehr unterschiedlich: Werbeanzeigen, Suchmaschinenergebnisse, persönliche Empfehlungen oder sogar kalte Anrufe. Das Vorgehen der Täter bleibt jedoch immer gleich. Sie präsentieren sich als professionell und seriös, um den ersten Eindruck zu gewinnen und Vertrauen zu schaffen. Sie nutzen ansprechende Grafiken, ein modernes Design und behauptete „Erfolge“, ohne dafür Belege zu liefern. Sobald ein Anleger Interesse zeigt, wird er zu einem persönlichen Gespräch oder einer Live-Demo eingeladen: oft über Video-Chat oder E-Mail.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

In den meisten Fällen wird zunächst eine kleine Einzahlung von etwa 250 Euro gefordert. Sobald das Geld eingegangen ist, erhält der Betroffene Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform, die sofort hohe Gewinne anzeigt. Diese Zahlen sind jedoch nicht real; sie werden von einer Software generiert, die keine echten Marktbewegungen widerspiegelt. Der Anreiz, mehr Geld einzuzahlen, wird verstärkt durch die scheinbare Steigerung der Rendite. Der Betroffene glaubt, dass er gerade ein lukratives Geschäft entdeckt hat, ohne zu wissen, dass das Geld sofort wieder aus dem System verschwindet.

Der persönliche „Berater“

Nach der ersten Einzahlung wird jedem Anleger ein persönlicher „Berater“ zugewiesen. Dieser kommuniziert über E-Mail, Telefon oder Chat-Apps und bietet regelmäßige Updates an. Er betont, dass weitere Einzahlungen notwendig seien, um die Renditen zu sichern, und dass der aktuelle Kontostand nur ein Ausgangspunkt sei. Die persönliche Bindung reduziert die Hemmschwelle für weitere Transfers, weil der Betroffene das Gefühl hat, in eine „professionelle“ Beziehung zu investieren. Diese Vorgehensweise ist bei allen bekannten Betrugsplattformen zu beobachten: Der „Berater“ wirkt sympathisch und sachkundig, doch in Wirklichkeit dient er nur dazu, das Vertrauen des Opfers weiter auszunutzen.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst wenn ein Betroffener versucht, sein Geld abzuheben, wird ihm klar, dass er Opfer eines Betrugs geworden ist. Die Plattform verlangt plötzlich Gebühren: angeblich Transaktionsgebühren, Versicherungsgebühren oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht. Nach der Zahlung dieser Gebühren kommt häufig noch eine neue Forderung auf. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren erheben, besonders nicht, wenn keine rechtlichen oder regulatorischen Verpflichtungen bestehen. Das Ziel ist klar: die Gebühren sollen den Betrag reduzieren, den der Betroffene tatsächlich zurückbekommt, und gleichzeitig die Illusion einer regulären Abwicklung aufrechterhalten.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Nach dem ersten Auszahlungsversuch melden sich „Dritte“, die behaupten, das Geld zurückholen zu können. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder Blockchain.com aus, um Vertrauen zu erwecken. In Wahrheit handelt es sich um dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten erhalten wollen. Die Plattform bleibt von Anfang bis Ende von den Betrügern selbst betrieben: die angeblichen Gewinne sind reine Fiktion, das eingezahlte Geld wurde nie investiert, sondern sofort an die Betreiber abgezweigt. Sobald ein Betroffener die Betrugsmasche erkennt, ist es oft zu spät, um etwas zu retten.

Roxtengraphs ist Teil eines Netzwerks von 8 weiteren Plattformen, die dieselbe Infrastruktur und oft die gleichen Betreiber nutzen. Diese Plattformen werden häufig nach einem Ausbruch neu markiert und erneut angeboten. Für Sie bedeutet das, dass die Gefahr nicht nur bei Roxtengraphs besteht, sondern in einem größeren betrügerischen Ökosystem, das ständig neue Angebote auf den Markt bringt.

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Roxtengraphs Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Roxtengraphs

Das Netzwerk hinter Roxtengraphs

Roxtengraphs ist Teil eines Netzwerks von 8 weiteren Plattformen, die häufig dieselben Betreiber hinterfragen. Das bedeutet, dass dieselbe Infrastruktur, dieselben Betreiber und oft wiederkehrende Betrugsmuster verwendet werden.

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