TRADEMONEX.PRO (trademonex.pro): Betrug oder Fake-Broker?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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Die Plattform TRADEMONEX.PRO hat sich in den letzten Monaten als raffinierter Betrug entpuppt. In unseren Recherchen haben wir eindeutig nachgewiesen, dass sie keine regulatorischen Genehmigungen besitzt und sämtliche Versprechen auf dem Papier leer sind.

Screenshot der Webseite Trademonex (trademonex.pro)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite trademonex.pro

Warum trademonex.pro unseriös ist

Die Analyse der öffentlich zugänglichen Informationen zu TRADEMONEX.PRO offenbart mehrere gravierende Unstimmigkeiten. Erstens fehlt jegliche Registernummer, die in Deutschland für ein Unternehmen verpflichtend ist. Ohne diese Nummer ist das Unternehmen nicht im Handelsregister eingetragen und kann somit nicht rechtlich existieren. Zweitens gibt es keine Angabe einer Aufsichtsbehörde oder einer Lizenznummer: ein klarer Hinweis darauf, dass die Plattform nicht von einer Finanzaufsichtsbehörde wie der BaFin genehmigt wurde. Drittens sind weder eine E-Mail-Adresse noch eine Telefonnummer hinterlegt, was bedeutet, dass potenzielle Kunden keinen direkten Kontakt aufnehmen können. Viertens werden keinerlei Zahlungs­methoden angeboten, geschweige denn ein Kundensupport, der bei Problemen weiterhilft. All diese Punkte zusammen bilden ein klares Bild: TRADEMONEX.PRO ist nicht nur regulierungslos, sondern auch völlig unzugänglich. Die fehlenden Transparenzmerkmale sind in der Finanzwelt ein entscheidender Warnsignal, denn seriöse Broker veröffentlichen stets ihre Kontaktdaten, Registernummern und Lizenznachweise. Das Fehlen dieser Elemente legt nahe, dass die Plattform ein Hochrisiko- und vermutlich betrügerisches Angebot darstellt.

Wie der Betrug bei trademonex.pro abläuft

Erster Kontakt und Lockangebot

Betrüger nutzen gezielt moderne Kommunikationskanäle, um potenzielle Opfer zu erreichen. Bei TRADEMONEX.PRO hat die erste Anlaufstelle in Form von gefälschten Social-Media-Kampagnen stattgefunden. Über Plattformen wie Instagram, TikTok und Facebook tauchen kurze, verlockende Anzeigen auf, die angebliche „Profit-Tipps“ von vermeintlichen Trading-Experten versprechen. Oft werden dabei auch gefälschte Testimonials von „Prominenten“ wie ehemaligen Reality-Show-Teilnehmern oder Influencern eingesetzt. Zusätzlich wird in Telegram-Gruppen eine Community von angeblichen „Trader-Gurus“ aufgebaut, in der sich neue Mitglieder mit dem Versprechen einer schnellen, risikofreien Rendite einfinden. Der erste Schritt der Masche besteht darin, das Vertrauen des Opfers zu gewinnen und einen kleinen Betrag: häufig um die 250 €: einzufordern. Dieser Betrag wirkt für die meisten Menschen verlockend, weil er relativ gering erscheint, aber er ist das Fundament für die weitere Manipulation.

Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung erfolgt ist, werden den Kunden sofort „Profit-Bilanzen“ angezeigt, die eine enorme Steigerung des Kontostandes in wenigen Tagen zeigen. Die Plattform nutzt eine Web-App, die lediglich Datenpunkte aus einer Datenbank ausliest und in einem hübschen Dashboard darstellt. Es gibt keine echten Orders, keine Verbindung zu einer regulierten Börse und keine Audits. Stattdessen wird ein fiktives „Trading-Dashboard“ generiert, das die Illusion eines erfolgreichen Handels vermittelt. Dieser Schritt ist entscheidend, weil er die Glaubwürdigkeit der Plattform stärkt und das Opfer davon überzeugt, dass die Gewinne real sind. Durch die scheinbare Transparenz der „Gewinne“ wird das Vertrauen vertieft und die Bereitschaft, mehr Geld zu investieren, steigt.

Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach der ersten Phase der vorgetäuschten Gewinne beginnt die eigentliche „Verkaufsstrategie“. Ein angeblicher „Account-Manager“ oder „Berater“ baut über Wochen oder Monate eine persönliche Beziehung auf, oft per WhatsApp oder E-Mail. Dabei werden Versprechen über VIP-Konten, Hebel-Boni von 1:500, garantierte Profite, exklusive IPO-Zugänge und „Insider-Tipps“ gemacht. Typische Drucktechniken sind Zeitlimits („Nur heute“) und künstliche Verknappung („Nur 10 Plätze für VIP-Kunden“). Der Kunde wird dazu ermutigt, größere Summen zu einzahlen: in der Regel zwischen 5.000 € und 50.000 €. Einige Opfer geben sogar mehr als 500.000 € ab, weil sie glauben, dass ihr Geld sicher und profitabel arbeitet. Dieser Schritt ist essenziell, denn die Betrüger bauen die gesamte Operation auf dem Vertrauen, das sie mit fiktiven Gewinnen geschaffen haben.

Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald der Kunde den Wunsch äußert, seine Gewinne auszuzahlen, tritt ein neuer, gefährlicher Abschnitt ein. Plötzlich werden Gebühren aufgelistet, die angeblich von einer angeblichen Finanzaufsichtsbehörde oder von der Plattform selbst erhoben werden. Diese Gebühren werden in der Regel in einem Bullet-Block präsentiert:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.

Der eigentliche Zweck dieser Forderungen ist es, das Opfer erneut zu erpressen und weitere Beträge abzuziehen, bevor die Auszahlung überhaupt in Betracht gezogen wird. Oft wird dem Kunden dann gesagt, dass die Gebühren nur „vorübergehend“ sind und dass die Auszahlung nach Begleichung sofort erfolgt. In Wirklichkeit bedeutet die Zahlung dieser fiktiven Gebühren lediglich, dass das Opfer noch mehr Geld verliert, während die Plattform weiterhin keine Auszahlung vornimmt. Diese Phase ist die letzte Melkphase des Scams.

Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust von Geldern tauchen häufig „Hilfe-Anbieter“ auf. Es handelt sich dabei um angebliche Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“, die sich als Retter ausgeben. Sie versprechen, die verlorenen Mittel zurückzuholen, und verlangen im Gegenzug Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter dieser Maske stecken in der Regel dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben, oder ihre geschätzten Partner. Echte Anwälte und Behörden melden sich nie unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram an. Diese Nachfolgephase dient dazu, weitere Beträge von bereits betroffenen Opfern zu ergaunern und die Opfer weiter zu belasten, bevor sie sich überhaupt von der ursprünglichen Plattform lösen können.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie den Verdacht haben, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, sollten Sie sofort auf jegliche weitere Überweisungen verzichten. Jede weitere Zahlung erhöht die Gefahr, dass Sie noch mehr Geld verlieren.
  2. Belege sichern: Sammeln Sie alle Transaktionsnachweise, E-Mails, Screenshots und jegliche Kommunikation mit der Plattform. Diese Unterlagen sind entscheidend für eine spätere Strafanzeige oder eine mögliche Rückforderung Ihrer Gelder.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank: Informieren Sie Ihre Bank über die Situation. Fragen Sie nach einer möglichen Rückbuchung der bereits geleisteten Zahlungen und lassen Sie Ihr Konto gesperrt werden, um weitere Auszahlungen zu verhindern.
  4. Erstatten Sie eine Strafanzeige: Gehen Sie zur nächstgelegenen Polizeidienststelle oder nutzen Sie das Online-Formular der örtlichen Polizeibehörde, um eine Strafanzeige zu erstatten. Geben Sie alle gesicherten Belege und Beschreibungen der Vorgehensweise an.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Angebote: Seien Sie vorsichtig bei allen Angeboten, die Ihnen angeblich helfen wollen, Ihr Geld zurückzubekommen. Seriöse Rechtsanwälte oder Behörden werden Sie nicht per WhatsApp anrufen. Vermeiden Sie jegliche Vorauszahlungen für angebliche „Rückgewinnungsdienste“.
  6. Informieren Sie andere: Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit Freunden, Familie und in Online-Foren. Je mehr Menschen über die Masche Bescheid wissen, desto weniger Opfer gibt es.
  7. Nutzen Sie Online-Sicherheits-Ressourcen: Besuchen Sie seriöse Plattformen wie die Website der BaFin oder die Verbraucherzentrale, um sich über weitere Schutzmaßnahmen zu informieren und aktuelle Warnungen zu erhalten.

Abschließende Worte

Der Betrug bei TRADEMONEX.PRO ist ein klassisches Beispiel dafür, wie moderne Technologie und gezielte Manipulation dazu verwendet werden können, Menschen zu täuschen. Wenn Sie bereits Geld an diese Plattform überwiesen haben, handeln Sie jetzt: je schneller Sie handeln, desto größer die Chance, zumindest einen Teil Ihres Geldes zurückzuerhalten. Bleiben Sie wachsam, sichern Sie Ihre Unterlagen und informieren Sie die Behörden. Nur so können wir gemeinsam gegen solche Betrugsnetzwerke vorgehen und die Finanzwelt sicherer machen.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei trademonex.pro gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei trademonex.pro
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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