TynavoCore (tynavocore-systems.de): Betrugsplattform oder Versprechen ohne Basis?
TynavoCore, die angeblich Investment-Plattform unter der Adresse tynavocore-systems.de, ist ein klassisches Beispiel für Online-Betrug. Die fehlenden regulatorischen Kennzeichen und die völlige Transparenzlosigkeit lassen sofort erkennen, dass hier keine seriöse Finanzdienstleistung betrieben wird. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 14. November 2025 ausdrücklich vor Tynavocore Systems unter dem Titel „Online-Vermittlung an Bildungseinrichtungen – BaFin warnt erneut vor diversen Webseiten“. Die vollständige BaFin-Warnung zu Tynavocore Systems steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum tynavocore-systems.de unseriös ist
Die erste Anzeichen, die bei einer gründlichen Analyse von tynavocore-systems.de aufkommen, sind die fehlenden regulatorischen Kennzeichen. Auf der Website ist weder eine Handelsregisternummer noch ein Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde sichtbar. In der Regel verlangen seriöse Broker, dass sie in ihrem Land registriert sind und die Lizenznummer öffentlich zugänglich machen. TynavoCore liefert keinerlei Beweis dafür, dass es überhaupt in einem regulatorischen Rahmen operiert. Weiterhin gibt es keine Angabe zu einer Unternehmensgründung, keine Jahreszahlen, keine Angaben zu Eigentümern oder zur Unternehmensgröße. Solche Daten sind bei legitimen Finanzdienstleistern Standard, weil sie die Transparenz erhöhen und das Vertrauen der Anleger stärken. Das Fehlen dieser Informationen ist ein klares Warnsignal.
Ein weiteres Problem ist die Kontaktinformation. Die Plattform listet lediglich eine Telefonnummer mit der Vorwahl +49, ohne weitere Identifikationsdaten wie eine E-Mail-Adresse, eine physische Adresse oder einen Ansprechpartner. In der Regel haben seriöse Broker ein vollständiges Kontaktprofil, das es ermöglicht, bei Unklarheiten sofort mit einem Vertreter zu sprechen. Hier fehlt jegliche Möglichkeit, Rückfragen zu klären. Dies verhindert jegliche Verfolgung und macht es zu einer „Black-Box“, in der die Betreiber unauffindbar sind.
Zudem fehlt auf der Plattform jegliche Aussage zu Lizenzierungs- oder Aufsichtsbehörden. Die Angaben zu den angebotenen Dienstleistungen beschränken sich auf „Investitionsausbildung“ und „Anlageberatung“, ohne dass ein konkreter Hinweis darauf erfolgt, dass die Beratung von lizenzierten Experten durchgeführt wird. Ohne Nachweise, dass die Berater über die notwendige Zulassung verfügen, kann die Beratung nicht als rechtskonform bewertet werden. Dies ist besonders alarmierend, weil in Deutschland der Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) strenge Vorgaben für Anlageberatung hat. Die komplette Abwesenheit von Lizenzangaben deutet darauf hin, dass die angeblichen Dienstleistungen lediglich Marketinginstrumente sind.
Die Kombination aus fehlender Registrierung, fehlender Lizenzinformation, fehlender E-Mail, fehlender Adresse und fehlenden Kontaktdaten macht die Plattform zu einer klaren „Schwarzmarkt“-Anlage. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Anleger hier keine rechtlichen Mittel hat, falls etwas schiefgeht. Das Risiko, dass das eingesetzte Kapital nicht zurückgezahlt wird, ist daher extrem hoch.
Wie der Betrug bei tynavocore-systems.de abläuft
Erster Kontakt und Lockangebot
Die meisten Opfer werden über gezielte Werbemaßnahmen auf TynavoCore aufmerksam. Oft beginnen die Kontakte mit scheinbar persönlichen E-Mails oder Direktnachrichten in sozialen Netzwerken, die vorgaukeln, von „Anlageberatern“ der Plattform zu stammen. Da keine E-Mail-Adresse vorhanden ist, wird der Kontakt häufig per Telefon initiiert. Das Telefonat ist meist kurz, der Anrufer präsentiert sich als „Berater“ und bietet ein „exklusives“ Einstiegskonto an. Dabei wird ein minimaler Einzahlungsbetrag von etwa 250 Euro vorgeschlagen, um die Hemmschwelle zu senken. Der Anrufer betont, dass die Investition schnell Gewinne abwirft, aber keine konkreten Zahlen oder Belege werden vorgelegt. Das Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen und die erste Zahlung zu erzwingen.
Vorgetäuschte Gewinne
Sobald die erste Einzahlung erfolgt, wird dem Anleger eine Online-Plattform präsentiert, die angeblich die Trades in Echtzeit anzeigt. In Wirklichkeit handelt es sich um eine statische Web-App, die nur vorgefertigte Gewinnzahlen anzeigt. Die Zahlen werden dynamisch hochgerechnet, um den Eindruck von echten Kursbewegungen zu erwecken. Oft wird behauptet, dass 250 Euro innerhalb von zwei Wochen zu 800 Euro aufgewertet werden. Diese Gewinne sind reine Simulation, da es keine Verbindung zu einer echten Börse oder einem echten Broker gibt. Der Anleger sieht sich mit beeindruckenden, aber erfundenen Zahlen konfrontiert, was die Glaubwürdigkeit erhöht.
Drängen zu weiteren Einzahlungen
Nach dem ersten Erfolg wird dem Anleger ein „VIP-Status“ oder ein „Premium-Konto“ angeboten, das angeblich höhere Hebel und exklusive Handelsstrategien freischaltet. Der angebliche Berater nutzt psychologischen Druck: er stellt Zeitlimits vor („Nur noch heute“), betont die Verknappung der Plätze und präsentiert gefälschte Erfolgsgeschichten anderer „Anleger“. Diese Taktiken zielen darauf ab, das Vertrauen zu festigen und den Anleger dazu zu bringen, zusätzliche Beträge zu investieren, die häufig im Bereich von 5.000 bis 50.000 Euro liegen. In vielen Fällen wird der Anleger sogar über 500.000 Euro in die Plattform einzahlen, weil er überzeugt ist, dass er damit noch höhere Renditen erzielen kann.
Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn der Anleger nun seine Gewinne auszahlen möchte, tritt die eigentliche Betrugsmasche ein. Plötzlich wird er aufgefordert, Gebühren zu bezahlen, bevor die Auszahlung erfolgen darf. Diese Forderungen umfassen:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung
- Versicherungsgebühr
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Der Anleger zahlt diese fiktiven Gebühren und verliert zusätzliches Geld, während die ursprüngliche Summe unverändert bleibt. Das Ergebnis ist, dass keine Auszahlung erfolgt, während der Betrüger die Gebühren mitnimmt. Diese Phase ist die letzte Melkphase des Scams, in der das Opfer vollständig ausgelohmt wird.
Recovery-Scam-Nachfolge
Nach dem Verlust der ersten Summe melden sich häufig Dritte, die sich als „Anwälte“, „Behörden“ oder „Krypto-Forensiker“ ausgeben. Sie behaupten, das Geld zurückzuholen und fordern im Gegenzug Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind ein weiterer Teil des Betrugs, bei dem die Täter das Vertrauen der Opfer erneut ausnutzen, um weitere Zahlungen zu erzwingen. In der Regel sind es dieselben Personen, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben; sie verkaufen die Kontodaten und die erbeuteten Gelder weiter. Ein echtes Anwaltsbüro oder eine offizielle Behörde würde niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram Kontakt aufnehmen.
Das Netzwerk hinter tynavocore-systems.de
TynavoCore ist Teil eines Netzwerks von 48 ähnlichen Plattformen. Diese Plattformen teilen häufig dieselbe Domain-Struktur, dieselbe Marketingkampagne und dieselben Kontaktdaten. Das deutet auf ein gemeinsames Management hin, das mehrere Marken gleichzeitig betreibt. Betrugsnetzwerke nutzen diese Strategie, um die Spuren zu verwischen und den Anschein von Vielfalt zu erwecken. Wenn ein Kunde von einer der Marken kontaktiert wird und Probleme hat, kann er leicht zu einer anderen Marke weitergeleitet werden, ohne dass die Ermittler die Verbindung erkennen. Diese Netzwerkstruktur macht die Aufdeckung von Betrugsfällen besonders schwierig, da die Verantwortlichen hinter verschiedenen Namen agieren.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie auf Aufforderungen stoßen, zusätzliche Gebühren zu zahlen, brechen Sie den Kontakt ab und überweisen Sie das Geld nicht.
- Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche Nachrichten, E-Mails, Telefonnotizen und Kontoauszüge. Diese Dokumente sind entscheidend für eine spätere Ermittlungsarbeit.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Krypto-Börse: Informieren Sie sie über die verdächtige Transaktion. Viele Banken haben spezielle Abteilungen für Betrugsfälle und können Ihnen helfen, die Gelder zu sichern.
- Erstatten Sie Strafanzeige: Gehen Sie zur örtlichen Polizeidienststelle oder nutzen Sie die Online-Meldung. Ein Ermittlungsverfahren kann starten, wenn genügend Beweise vorliegen.
- Ignorieren Sie angebliche „Recovery-Services“: Seien Sie skeptisch gegenüber jedem, der vorgibt, das Geld zurückzuholen. Seriöse Anwälte und Behörden setzen sich nicht per WhatsApp oder Telegram mit Ihnen in Verbindung, wenn Sie nicht selbst Kontakt aufgenommen haben.
Durch diese Schritte erhöhen Sie Ihre Chancen, das Opfer zu sein, und geben den Ermittlern die notwendigen Informationen, um die Täter zu verfolgen.
Wenn Sie weitere Fragen haben oder Unterstützung benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir empfehlen, Ihre Kontakte zu sichern und sofort professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um weitere Verluste zu verhindern.
Das Netzwerk hinter tynavocore-systems.de
TynavoCore ist Teil eines Netzwerks von 48 ähnlichen Plattformen. Diese Verbindung deutet auf ein gemeinsames Management oder eine gemeinsame Infrastruktur hin, die häufig bei Betrugsnetzwerken zu beobachten ist.
Axelonbit App
axelonbit-app.de

Axelonbit
axelonbit.com
Binavocore Solutions
binavocore-solutions.de
Bodiaedge Solutions
bodiaedge-solutions.de
Calyontechna
calyontechna.de
Dravion Bit
dravion-bit.de
und 42 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei tynavocore-systems.de gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.