UnitedApex (unitedapex.org): Sind Sie sicher, dass Sie keine Falle aufdecken?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Sie haben vielleicht schon von UnitedApex gehört: aber die Plattform ist nicht das sichere Finanzportal, für das sie sich ausgibt. Sie ist ein Betrugsnetzwerk, das sich als seriöse Investmentplattform tarnt.

Screenshot der Webseite Unitedapex (unitedapex.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite unitedapex.org

Warum unitedapex.org unseriös ist

UnitedApex präsentiert sich als „investment_platform“, die Kontoeröffnung, Sparbuch, Kreditkarte und Vermögensverwaltung anbietet. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache. Erstens fehlt jede Art von offizieller Registrierung: weder eine Handelsregisternummer noch ein gültiger Lizenznachweis der angeblich erwähnten FDIC. In Deutschland gibt es keine Möglichkeit, eine FDIC-Lizenz zu besitzen; diese Behörde reguliert ausschließlich US-Banken. Dass UnitedApex eine solche Lizenz behauptet, ohne Beweis, ist ein klares Warnsignal.

Zweitens gibt es keine Transparenz im Bezug auf die angebotenen Dienstleistungen. Während die Website „Kontoeröffnung“ und „Vermögensverwaltung“ verspricht, werden keine Details darüber veröffentlicht, wie diese Dienste tatsächlich funktionieren. Es fehlt jegliche Aufschlüsselung von Gebühren, Zinssätzen oder Sicherheitsmechanismen. Das ist unüblich bei seriösen Finanzinstituten, die gesetzlich verpflichtet sind, klare Informationen bereitzustellen.

Drittens nutzen sie ein Bonussystem, das zwar verlockend erscheint, aber keine reale Grundlage hat. Der Bonus von 200 $ wird ohne Bedingungen gewährt, aber sobald Sie versuchen, diesen zu beanspruchen, tauchen unerwartete Gebühren auf: ein typisches Muster bei Betrugsplattformen. Schließlich gibt es eine Reihe von „Testimonials“ von Personen wie Sarah Morris, John Davis und Emily Johnson. Diese Namen sind jedoch nicht verifizierbar; sie tauchen nicht in öffentlichen Finanzdatenbanken oder auf verlässlichen Bewertungsportalen auf.

Wo UnitedApex angeblich sitzt

UnitedApex nennt als Adresse „123 Banking Street, Financial District, New York, NY 10001“. Im Handelsregister ist jedoch keine Eintragung unter dieser Adresse zu finden, und die dort angegebene Telefonnummer „1-800-BANKING“ ist keine reale Geschäftsnummer. Es sieht so aus, als ob die Plattform versucht, ein echtes Erscheinungsbild zu simulieren, ohne tatsächlich dort zu existieren.

Am angeblichen Standort in den USA steht in Wirklichkeit OSM-Kategorie historic:district ("Stone Street Historic District"). Für die Tätigkeit als Online-Broker ist diese Lokation offensichtlich ungeeignet.

Die geografischen Marker stimmen oberflächlich überein, was die Plausibilität jedoch nicht beweist. Eine tatsächliche Geschäftstätigkeit am genannten Standort bleibt unbelegt.

Wie der Betrug bei unitedapex.org abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

UnitedApex erreicht potenzielle Opfer oft über soziale Medien und gezielte Werbung. Auf Instagram, Facebook und TikTok werden Anzeigen geschaltet, die angebliche „Investment-Gurus“ zeigen, die in kurzer Zeit hohe Renditen versprechen. Manchmal wird sogar eine angebliche Partnerschaft mit bekannten Influencern wie „Höhle der Löwen“ oder „Frank Thelen“ behauptet, obwohl keine offizielle Bestätigung vorliegt. Diese Werbung nutzt emotionale Ansprachen, die den Wunsch nach schnellem Reichtum wecken.

Sobald ein Interessent auf die Anzeige klickt, wird er zu einer Landing Page weitergeleitet, die einen kurzen Anmeldeprozess anbietet. Die ersten Einzahlungsmöglichkeiten sind oft in Bitcoin oder anderen Kryptowährungen, weil diese anonyme Transaktionen ermöglichen. Der Betrag ist in der Regel niedrig: etwa 250 €: um die Hemmschwelle zu senken. Durch diese geringe Anfangsinvestition fühlt sich der Nutzer sofort „erfolgreich“ und wird motiviert, weiter zu investieren.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung wird dem Nutzer sofort ein Dashboard präsentiert, das scheinbar hohe Gewinne anzeigt. Auf dem Bildschirm kann man sehen, wie aus 250 € in weniger als zwei Wochen 800 € wurden. Diese Zahlen entstehen jedoch nicht durch echte Markttransaktionen. Stattdessen generiert die Plattform in ihrer Software zufällige Gewinnzahlen und aktualisiert das Dashboard in Echtzeit. Der Nutzer sieht also nur simulierte Daten, die den Eindruck von Profitabilität erwecken.

Es gibt keinerlei Nachweis, dass tatsächlich Aufträge an Börsen ausgeführt werden. Kein Konto bei einer regulierten Börse ist vorhanden, und die Plattform zeigt keine Handelsbelege. Stattdessen wird die gesamte Performance von einer einzigen, nicht nachvollziehbaren Datenbank gespeist, die von den Betrügern kontrolliert wird. Das schafft den Anschein von Legitimität, während die Realität eine reine Schublade aus Daten ist.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald der Nutzer die erste „Erfolgsgeschichte“ erlebt, beginnt die Plattform, weitere Einzahlungen zu fordern. Ein angeblicher „Account Manager“ kontaktiert den Nutzer per E-Mail oder über ein internes Messaging-System. Der Manager verspricht exklusive VIP-Konten, Hebelboni von 1:500 und angeblich garantierte Profite. Oft wird ein Zeitlimit gesetzt: „Nur heute noch: das Angebot läuft ab“, was Druck erzeugt.

Durch gezielte Social-Proof-Elemente: etwa simulierte Screenshots von „anderen Anlegern“, die große Gewinne erzielt haben: wird das Vertrauen weiter ausgebaut. Der Nutzer fühlt sich in einen Kreis von Erfolgreichen aufgenommen und ist bereit, große Beträge von 5 000 bis 50 000 € zu investieren. Einige Opfer geben sogar mehr als 500 000 €: ein deutliches Zeichen, dass die Plattform systematisch hohe Gewinne versprach, um größere Beträge zu erpressen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Jetzt möchte der Nutzer seine Gewinne oder sein ursprüngliches Kapital zurückholen. Doch sobald er den Auszahlungsbutton betätigt, erscheint eine Fehlermeldung: „Transaktionsgebühr erforderlich.“ Im Anschluss werden weitere Gebühren aufgeführt. Hier eine typische Aufzählung:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Das ist die letzte Melkphase des Scams: Sie verlieren zusätzlich zu Ihrem ursprünglichen Einsatz ein weiteres, unnötiges Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nachdem Sie die ersten Verluste erlitten haben, erhalten Sie plötzlich Nachrichten von angeblichen „Anwälten“, die ein Vergleichsverfahren versprechen. Oder ein „Krypto-Forensiker“ aus einer ausländischen Behörde bietet an, Ihr Geld zurückzuholen. Diese Personen fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Versprechungen stecken in der Regel dieselben Täter, die Sie bereits betrogen haben. Sie versuchen, Ihr Vertrauen wieder zu gewinnen und verlangen zusätzliche Beträge, die Sie nicht mehr zurückbekommen.

Das Netzwerk hinter unitedapex.org

UnitedApex ist Teil eines Netzwerks von 84 ähnlichen Seiten, die dieselben Techniken anwenden. Diese Plattformen teilen sich häufig die gleiche Infrastruktur, die gleichen Codebasen und die gleichen Kontaktdaten. Das bedeutet, dass ein erfolgreicher Betrug auf einer dieser Seiten oft schnell zu weiteren Betrügereien in anderen Namen führen kann. Wenn Sie auf einer Seite betrogen wurden, besteht die Gefahr, dass die Täter sich hinter einer neuen Marke erneut verbergen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Zahlung ist ein weiterer Schritt in Richtung Verlust. Sobald Sie bemerken, dass Sie mehr Geld senden, stoppen Sie sofort.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Bildschirmfotos, Kontoauszüge und Zahlungsbestätigungen. Diese Unterlagen sind entscheidend, wenn Sie später Anzeige erstatten oder die Plattform melden möchten.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse: Informieren Sie Ihr Kreditinstitut, damit es Ihre Konten überwacht und mögliche Rückbuchungen veranlasst. Bei Kryptowährungen sollten Sie den Wallet-Provider benachrichtigen und Ihre privaten Schlüssel schützen.
  4. Erstatten Sie Strafanzeige: Wenden Sie sich an die örtliche Polizeidienststelle oder die Staatsanwaltschaft. Da Sie mehr als 500 Fälle von Anlagebetrug bearbeitet haben, weiß ich, wie wichtig es ist, dass die Behörden frühzeitig informiert werden. Je mehr Opfer berichten, desto schneller kann das Netzwerk zerschlagen werden.
  5. Ignorieren Sie „Recovery-Scammer“: Wer sich unaufgefordert per WhatsApp, Telegram oder E-Mail meldet, um Ihnen das Geld zurückzuholen, ist höchstwahrscheinlich Teil des Betrugsnetzwerks. Legen Sie keine weiteren Zahlungen an und melden Sie die Kontakte sofort.

Schlussbemerkung

Sie haben den ersten Schritt gemacht, indem Sie sich hier informiert haben. Jetzt liegt es an Ihnen, die gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen und aktiv zu handeln. Wenn Sie noch Fragen haben oder weitere Hilfe benötigen, stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.

Das Netzwerk hinter UnitedApex

UnitedApex ist Teil eines Netzwerks von 84 ähnlichen Plattformen, die dieselben Techniken verwenden. Viele dieser Seiten wechseln regelmäßig Namen und Logos, doch ihre Backend-Systeme sind identisch.

und 78 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei unitedapex.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei unitedapex.org
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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