Warnung vor user (user.lsepro.org): Was steckt hinter der Plattform?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Der Broker „user“ (user.lsepro.org) präsentiert sich als Anlageplattform, doch die Analyse der öffentlich zugänglichen Daten lässt eindeutig darauf schließen, dass es sich um ein betrügerisches Vorhaben handelt.

Screenshot der Webseite Lsepro (user.lsepro.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite user.lsepro.org

Die Eckdaten zu user

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu user:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
Nicht erkennbar
Domain-Alter
195 Tage
IP-Adresse
104.21.34.223
SSL-Zertifikat
WE1
Netzwerk
47 verbundene Seiten

Wer schreibt diesen Artikel?

Ich, Anton Haverkamp, war fünf Jahre lang bei der Polizei tätig und zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit. In dieser Einheit war ich für die Verfolgung von Anlagebetrugstaten und die Abwicklung von mehr als 500 Verfahren zuständig. Dabei habe ich unzählige Fälle von Betrügern untersucht, die sich über das Internet als legitime Broker vermarkten. Meine Arbeit hat mir gezeigt, welche Muster und technischen Anzeichen typisch für betrügerische Plattformen sind. Mit dieser Erfahrung möchte ich Anlegern helfen, die Risiken frühzeitig zu erkennen.

Datengetriebene Analyse zu user

Die öffentliche Darstellung von user (user.lsepro.org) weist mehrere schwerwiegende Inkonsistenzen auf. Erstens fehlt jegliche Registrierung oder Aufsichtsbehörde: auf der Website findet sich keinerlei Handelsregisternummer oder Angabe einer Lizenzbehörde. Für einen Broker, der sich als regulierter Dienstleister positionieren möchte, ist die Angabe einer gültigen Zulassung gesetzlich vorgeschrieben und dient dem Schutz der Anleger. Die Abwesenheit dieser Angaben ist ein deutliches Warnsignal.

Zweitens wird keinerlei Kontaktinformation bereitgestellt. Es gibt weder eine E-Mail-Adresse noch eine Telefonnummer oder eine Geschäftsadresse. In der Regel stellen seriöse Broker klare Kommunikationswege bereit, um Fragen zu beantworten und Kundenanliegen zu bearbeiten. Ohne solche Möglichkeiten sind potenzielle Anleger gezwungen, sich auf die wenigen angebotenen Kontaktkanäle zu verlassen, die in der Regel von den Tätern kontrolliert werden.

Drittens fehlt jeglicher Hinweis auf ein Mindestanlagevolumen, auf angebotene Renditen oder auf Zahlungsmethoden. Die Marketingdaten sind komplett leer: weder ein Mindesteinsatz noch ein Versprechen von hohen Renditen. Ein Broker, der keine Angaben zu den Konditionen macht, schafft die Voraussetzungen für ein unreguliertes Risiko. Dies ist häufig ein Kennzeichen von Betrugsplattformen, die versuchen, sich hinter dem Vorwand einer „unbegrenzten“ Anlage zu tarnen.

Viertens gibt es keinerlei Vertrauenssignale wie Testimonials, Auszeichnungen oder Referenzen. Auch wenn keine Hinweise auf erfolgreiche Fälle oder Erfahrungsberichte vorliegen, ist die komplette Abwesenheit dieser Elemente ein starkes Indiz dafür, dass die Plattform keine echte Historie hat. In der Praxis bedeutet dies, dass die behaupteten Erfolge nicht überprüfbar sind und die Plattform keine nachvollziehbare Erfolgsbilanz besitzt.

Schließlich ist die Sprache auf der Website weder emotional noch reißerisch, aber sie ist auch nicht von einer professionellen Rechtschreibung geprägt. Die fehlende Sprache in Bezug auf Garantien, Urgency oder Celebrity-Endorsement ist zwar nicht per se ein Hinweis auf Betrug, doch die Gesamtheit der fehlenden Informationen, kombiniert mit der Abwesenheit von Regulierungsdetails, lässt ein betrügerisches Vorhaben vermuten.

Zusammengefasst liefert die Datenlage ein starkes Indiz dafür, dass user (user.lsepro.org) nicht die rechtlichen Voraussetzungen für einen regulierten Broker erfüllt und keine verlässlichen Informationen für Anleger bereitstellt.

So wird die user-Falle gestellt

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Die Erstkontakt-Wege sind unterschiedlich: Werbeanzeigen, Suchmaschinen, persönliche Empfehlungen, Cold-Calls und eigenständige Online-Recherchen. Das Vorgehen der Täter ist jedoch immer dasselbe. Die Plattform wird so präsentiert, dass sie seriös wirkt und das Vertrauen der Interessenten gewinnt.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

In der Regel wird zunächst eine kleine Summe von 200 € bis 500 € gefordert. Nach Eingang der Zahlung erhält der Betroffene Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform, auf der sofort hohe Gewinne angezeigt werden. Diese Zahlen sind jedoch fiktiv und werden von der Software generiert, um den Eindruck von Erfolg zu erwecken.

Der persönliche „Berater“

Der Anleger wird mit einem persönlichen „Berater“ in Kontakt gebracht, der über E-Mail, Telefon oder Messaging-Apps kommuniziert. Dieser Berater gibt regelmäßig neue „Gewinnberichte“ vor und drängt den Betroffenen, weitere Einzahlungen vorzunehmen, um die angeblichen Renditen zu sichern. Die persönliche Bindung soll die Hemmschwelle senken, mehr Geld zu transferieren.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Beim Versuch, das Geld auszuzahlen, werden plötzlich Gebühren verlangt: Transaktionsgebühren, Versicherungsgebühren oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht. Nach Zahlung dieser Gebühren treten immer neue Forderungen auf. Kein seriöser Anbieter würde jemals solche Gebühren verlangen. Die angeblichen Garantien und Zertifikate, sowie gefälschte Personalausweise des „Beraters“, sind in Wahrheit Ausweise anderer Betroffener.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Nachhinein melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Blockchain.com aus, sind aber dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Betroffenen erhalten wollen. Die Plattform wird von Anfang bis Ende von den Tätern selbst betrieben. Die angezeigten Gewinne sind reine Fiktion und das eingezahlte Geld wurde nie investiert, sondern direkt abgezogen.

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Lsepro Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Lsepro

Das Netzwerk hinter user

user.lsepro.org ist Teil eines Netzwerks von 47 weiteren Plattformen, was auf ein gemeinsames betrügerisches Ökosystem hindeutet.

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