Warnung vor VellantiX Core 9.6 (vellantix-core-96.org): Erfahrungen zur Auszahlung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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Sie haben möglicherweise schon von VellantiX Core 9.6 gehört: ein Broker, der sich auf dem Markt als „einfacher Weg zu schnellen Renditen“ präsentiert. Die Realität ist jedoch anders: Die Plattform ist betrügerisch und führt Anleger in einen Abgrund ohne echte Handelsaktivitäten.

Screenshot der Webseite Vellantix Core 96 (vellantix-core-96.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite vellantix-core-96.org

Warum vellantix-core-96.org unseriös ist

Die Analyse der verfügbaren Daten lässt keine Zweifel: VellantiX Core 9.6 weist mehrere kritische Unstimmigkeiten auf, die bei seriösen Brokern nicht vorkommen. Erstens fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer oder einer Aufsichtsbehörde, was ein grundlegendes Element für die Glaubwürdigkeit eines Brokers ist. Zweitens wird keinerlei Lizenznummer oder Zertifizierung genannt: ein klares Signal, dass die Plattform nicht von einer anerkannten Finanzaufsichtsbehörde kontrolliert wird. Drittens ist die Website völlig leer, wenn es um konkrete Dienstleistungen oder Kontaktmöglichkeiten geht: keine Telefonnummer, keine detaillierte Adresse, keine klaren Informationen über die angebotenen Produkte. Stattdessen werden lediglich generische Formulierungen verwendet, die keine konkreten Aussagen über die Handelsmechanik liefern.

Ein weiteres deutliches Warnsignal ist die fehlende Transparenz bei der Zahlungsmethode. Obwohl die Plattform Bitcoin als akzeptiertes Zahlungsmittel erwähnt, gibt es keinerlei Hinweise auf die Einhaltung von Anti-Geldwäsche-Richtlinien oder KYC-Prozessen: wichtige Sicherheitsstandards, die bei seriösen Brokern selbstverständlich sind. Darüber hinaus gibt es keine Angaben zu Erfolgsraten, garantierten Renditen oder realistischen Handelsstrategien. Stattdessen werden die Besucher durch die Aussage „Erfolg ist nur einen Klick entfernt“ in die Irre geführt: ein typisches Muster bei Betrugsplattformen.

Schließlich ist die Tatsache, dass es keine klare Unternehmensadresse gibt, ein weiteres Indiz dafür, dass die Betreiber versuchen, ihre Herkunft zu verschleiern. In einem Umfeld, in dem Betrug häufig von Anonymität profitiert, ist das Fehlen einer nachvollziehbaren Unternehmensadresse ein starkes Warnsignal.

Wie der Betrug bei vellantix-core-96.org abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und lockendes Angebot

Die meisten Opfer werden zunächst durch gezielte Online-Werbung auf die Plattform aufmerksam. Auf Instagram, Facebook und TikTok erscheinen Anzeigen, die scheinbar erfolgreiche Trader und vermeintliche Influencer zeigen: ohne dass die Personen tatsächlich identifizierbar sind. Diese Anzeigen nutzen emotionale Trigger, indem sie schnelle Gewinne und ein einfaches Leben versprechen. Oft werden auch Telegram-Gruppen oder sogar Dating-Apps genutzt, um potenzielle Kunden mit scheinbar „exklusiven“ Trading-Gurus zu verbinden.

Die erste Einzahlung erfolgt meist in kleinen Beträgen, häufig um die 250 €: ein Betrag, der leicht zu verhandeln ist und die Hemmschwelle senkt. Durch die niedrige Summe wird das Vertrauen aufgebaut, und der Betroffene glaubt, dass das System funktioniert. Die Plattform präsentiert sich dabei als benutzerfreundliche Web-App, die sofortige Gewinne anzeigt, ohne dass der Betroffene den tatsächlichen Handel nachvollziehen kann.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung eingegangen ist, startet die Plattform einen automatisierten „Gewinnanzeigungsprozess“. Auf dem Dashboard des Nutzers erscheint sofort eine Grafik, die anzeigt, dass das investierte Kapital in wenigen Tagen auf mehrere hundert Euro angewachsen ist. Diese Zahlen sind jedoch reine Simulationen, die in der Software hinterlegt sind. Es werden keine echten Handelsaufträge an Börsen ausgeführt und keine echten Gewinne erzielt. Stattdessen nutzt die Plattform ein „Fake-Profit“-System, das lediglich darauf abzielt, das Vertrauen des Nutzers zu stärken und ihn zu ermutigen, mehr Geld zu investieren.

Die Plattform bietet keine Möglichkeit, die Trades einzusehen, noch gibt es klare Informationen darüber, wie die Gewinne erzielt werden. Stattdessen wird der Nutzer durch vage Aussagen über „Marktkenntnis“ und „exklusive Strategien“ weiter in den Bann gezogen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach den ersten wenigen Wochen des „Handels“ baut die Plattform einen persönlichen „Account-Manager“ auf: meistens ein automatisierter Chatbot oder ein vermeintlicher Berater. Dieser Kontakt nutzt gezielte psychologische Techniken: Er betont die Notwendigkeit, die Gewinne zu maximieren, indem man zusätzliche Mittel einzahlt. Er spricht von „VIP-Konten“, „Leverage-Boni“, „garantierten Profiten“ und „exklusiven IPO-Zugängen“. Diese Versprechen sind unrealistisch, weil es keine echten Handelsaktivitäten gibt.

Der Nutzer wird oft mit Zeitlimits konfrontiert, z. B. „Dieses Angebot gilt nur noch heute“, oder es wird ein Gefühl der Dringlichkeit erzeugt, indem behauptet wird, die Plattform habe „nur noch begrenzte Kapazitäten“. Durch die Kombination von Social-Proof-Effekten (fiktive Erfolgsgeschichten anderer Nutzer) und der psychologischen Bindung wird der Betroffene ermutigt, zusätzliche Beträge von 5.000 € bis zu 50.000 € zu überweisen. Einige Opfer zahlen sogar über 500.000 €, weil sie glauben, dass ihr Geld exponentiell wächst.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Der entscheidende Moment im Betrug ist, wenn der Nutzer versucht, Gewinne oder das ursprünglich investierte Kapital abzuheben. In diesem Stadium präsentiert die Plattform plötzlich eine Vielzahl von Gebühren, die angeblich erforderlich sind, um die Auszahlung abzuschließen. Typische Fake-Gebühren, die hier genannt werden, sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.

Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Sobald Sie eine dieser Gebühren bezahlen, verschwindet das Geld sofort: die Plattform hält das Kapital ein und blockiert die Auszahlung. Dies ist die letzte Melkphase des Scams: Die Betreiber nutzen die Angst der Nutzer vor verlorenen Geldern und zwingen sie, noch mehr zu bezahlen, um ihre „Auszahlungen“ zu sichern.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf: angebliche Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“, die versprechen, das Geld zurückzuholen. Diese Personen stellen sich als Experten vor und bieten „Wiederherstellungs-Software“ oder „Spezial-Verfahren“ an. Sie fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Versprechen steckt in der Regel dieselbe Gruppe von Tätern, die die Daten der Opfer verkaufen oder weiterverwenden. Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Seien Sie äußerst skeptisch, wenn Ihnen jemand per Nachricht anbietet, Ihre Verluste zurückzuerstatten.

Das Netzwerk hinter VellantiX Core 9.6

VellantiX Core 9.6 ist nicht allein. Das Netzwerk umfasst 26 weitere Plattformen, die dieselben Merkmale aufweisen: fehlende regulatorische Zulassung, keine klare Unternehmensadresse, aggressive Werbekampagnen mit unrealistischen Renditen und das Fehlen echter Handelsdaten. Diese Plattformen nutzen oft die gleichen Domain-Endungen oder ähneln sich in ihrem Design, was auf ein gemeinsames Betreiberteam hinweist. Solche Netzwerke sind häufig in der Betrugsszene zu finden, da sie Ressourcen teilen, Marken neu positionieren und das Risiko für einzelne Betreiber reduzieren. Wenn Sie eines dieser Netzwerke besuchen, sollten Sie sofort die gleichen Warnsignale beachten, die bei VellantiX Core 9.6 auftreten.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie alle Transaktionen. Jede weitere Zahlung erhöht das Risiko, Ihr Geld zu verlieren.
  2. Sichern Sie alle Belege: Bewahren Sie E-Mails, Kontoauszüge, Screenshots der Plattform und alle Kommunikationsprotokolle auf. Diese Dokumente sind entscheidend, um den Betrug zu belegen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihr Kryptobörsenkonto: Informieren Sie Ihren Finanzdienstleister darüber, dass Sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Bitten Sie um die Sperrung der betreffenden Konten, um weitere Geldflüsse zu verhindern.
  4. Erstatten Sie eine Strafanzeige: Reichen Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder der Staatsanwaltschaft Anzeige ein. Nutzen Sie die gesicherten Beweise, um die Ermittler bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche: Jede Aufforderung, weitere Gebühren zu zahlen, um das Geld zurückzugewinnen, ist ein weiterer Trick des Betrügers. Suchen Sie stattdessen Rat bei offiziellen Stellen oder unabhängigen Rechtsberatungen, die Erfahrung mit Finanzbetrug haben.

Abschließender Rat

Ihr Vertrauen in VellantiX Core 9.6 wurde ausgenutzt. Seien Sie wachsam und prüfen Sie die Glaubwürdigkeit von Online-Brokern gründlich, bevor Sie Geld investieren. Suchen Sie nach klaren Regulierungszertifikaten, nachvollziehbaren Kontaktinformationen und transparenten Handelsdaten. Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es es oft auch.

Das Netzwerk hinter VellantiX Core 9.6

VellantiX Core 9.6 ist Teil eines Netzwerks von 26 weiteren Plattformen, die ähnliche Anzeichen aufweisen. Diese Verbindungen deuten auf ein gemeinsames Hintergründe hin: gleichartige Domainnamen, identische Marketingbotschaften und wiederkehrende Muster in der Kundenbetreuung.

und 20 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei vellantix-core-96.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei vellantix-core-96.org
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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