Warnung vor velupantrex.de: Erfahrungen zur Auszahlung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Velupantrex.de ist ein betrügerisches Trading-Angebot, das Anlegerinnen und Anleger mit unrealistischen Versprechen lockt und anschließend Geld einbehält. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 3. Juni 2025 ausdrücklich vor Velupantrex unter dem Titel „BaFin warnt vor Plattformreihe – Investieren mit KI“. Die vollständige BaFin-Warnung zu Velupantrex steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Warum velupantrex.de unseriös ist

Bei einer gründlichen Untersuchung von velupantrex.de fallen mehrere gravierende Unstimmigkeiten auf. Erstens gibt es keinerlei Angaben zu einer Handelsregisternummer oder einer Aufsichtsbehörde. Auf der Website findet sich kein Hinweis auf eine Lizenznummer, weder in der Fußzeile noch im Impressum.
Zweitens bietet die Plattform keine klaren Kontaktdaten an. Es existiert weder eine E-Mail-Adresse noch ein Telefon, über das sich Kunden in Kontakt setzen könnten. Ein Unternehmen, das echte Dienstleistungen anbietet, stellt stets ein zuverlässiges Kommunikationsmittel zur Verfügung, um Anfragen zu beantworten.
Drittens fehlen jegliche Marketinginformationen. Die Seite listet keine Mindestdepozit, keine garantierten Renditen und keine Zahlungsoptionen auf. Stattdessen bleibt die Seite vage, was typisch für Betrugsplattformen ist, die ihre Angebote bewusst unvollständig halten, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden.
Viertens existieren keine Vertrauenssignale. Es sind keine Kundenbewertungen, Auszeichnungen oder Zertifizierungen vorhanden, und die Plattform verweist nicht auf einen Trustpilot-Link. Ohne unabhängige Bestätigung ist es schwierig, die Glaubwürdigkeit der angebotenen Dienste einzuschätzen.
All diese Punkte zusammen liefern klare Indizien dafür, dass velupantrex.de kein seriöser Anbieter ist, sondern ein Betrugsnetzwerk, das sich auf die Ausbeutung von Anlegern stützt.

Wie der Betrug bei velupantrex.de abläuft

1. Erster Kontakt + Lockangebot

Der erste Schritt beginnt meist mit einer gezielten Ansprache. Cold-Calls von angeblichen „Anlageberatern“ oder Werbeanzeigen auf Plattformen wie Instagram, Facebook oder TikTok locken potenzielle Opfer. Oft werden gefälschte Testimonials von angeblichen Prominenten verwendet, um Glaubwürdigkeit zu schaffen.
Ein weiteres Mittel sind Telegram-Gruppen, in denen sich „Trading-Gurus“ als Experten ausgeben. Dort werden ständig „Exklusive“ Signale und angeblich lukrative Handelssignale geteilt. Diese Gruppensitzungen wirken als soziales Umfeld, das Vertrauen aufbaut und die Hemmschwelle für die erste Einzahlung senkt.
In vielen Fällen ist die erste Einzahlung bewusst klein gehalten: häufig um die 250 €: um den Anleger emotional zu binden, ohne dass er sofort ein signifikantes Risiko eingeht. Sobald die Einzahlung erfolgt, wird dem Nutzer eine Online-Kontoverwaltung zur Verfügung gestellt, die sofortige Gewinne anzeigt.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung wird dem Anleger sofort ein Gewinn in Höhe von mehreren hundert Euro angezeigt. Diese Zahlen entstehen jedoch nicht durch echte Handelsaktivitäten; vielmehr werden sie von einer Software generiert, die nur das Aussehen einer Handelsplattform simuliert.
Es gibt keine echten Orders, die an eine Börse gesendet werden. Stattdessen werden die Kontostände in der internen Datenbank manipuliert, um den Anschein von Profitabilität zu erwecken. Der Anleger sieht, wie sein Kontostand steigt, ohne dass ein echter Handel stattfindet.
Das Ziel dieses Schrittes ist es, das Vertrauen des Opfers zu festigen und die Illusion einer sicheren und profitablen Investition zu schaffen.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach Wochen oder Monaten, in denen der Anleger weiterhin von „Gewinnen“ berichten wird, beginnt die Plattform, den Nutzer zu ermutigen, weitere Beträge einzuzahlen. Dabei werden häufig „VIP-Konten“, Hebelboni von 1:500 oder angeblich garantierte Profite versprochen.
Der Betreiber nutzt dabei Zeitlimits („Nur heute“) und soziale Beweise, indem er gefälschte Mit-Anleger-Storys präsentiert. Diese Technik erzeugt ein Gefühl der Dringlichkeit und des Wettbewerbs, sodass das Opfer dazu bewegt wird, größere Beträge: von 5.000 bis über 50.000 €: einzuzahlen, um von angeblichen exklusiven Chancen zu profitieren.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun seine Gewinne oder das ursprüngliche Kapital auszahlen lassen will, tauchen plötzlich Gebühren auf. Typische Fake-Gebühren, die im Gespräch genannt werden, sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
    Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
    Diese Gebühren sind die letzte Melkphase des Scams. Selbst wenn das Opfer zahlt, kommt es zu keiner Auszahlung: die Gelder bleiben bei den Betrügern.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten bieten häufig Dritte an, das verlorene Geld zurückzuholen. Anwaltskanzleien, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ melden sich per WhatsApp oder Telegram, um die „Wiederherstellung“ zu erklären. Sie fordern Vorauszahlungen für angebliche Gebühren, Übersetzungen oder Serverzugriffe.
Diese „Recovery-Scam“-Aktionen sind in der Regel Teil desselben Netzwerks. Die Täter nutzen das Vertrauen, das sie zuvor aufgebaut haben, um weitere Beträge zu ergaunern und ihre Kundendaten weiter zu verkaufen. Echte Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per Chat-App.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede zusätzliche Einzahlung verschärft die finanzielle Belastung und erhöht die Chancen, dass Sie vollständig aus dem System herausfallen.
  2. Beweise sichern. Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Nachrichten, Zahlungsnachweise und Kontobewegungen. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten oder Strafanzeige erstatten wollen.
  3. Bank oder Krypto-Börse informieren. Kontaktieren Sie die Institution, bei der Sie Ihr Geld hinterlegt haben, und erklären Sie die Situation. Bitten Sie um eine Sperrung Ihres Kontos, um weitere Transaktionen zu verhindern.
  4. Strafanzeige erstatten. Melden Sie sich bei der örtlichen Polizeidienststelle oder der Staatsanwaltschaft. Geben Sie alle gesicherten Beweise an und schildern Sie den Ablauf des Betrugs. Die Ermittlungen können dann offiziell aufgenommen werden.
  5. Recovery-Scam-Vorsicht. Ignorieren Sie jegliche Angebote von „Rechtsanwälten“ oder „Behörden“, die Sie telefonisch kontaktieren, um Ihr Geld zurückzuholen. Diese Anfragen sind in der Regel betrügerisch und zielen darauf ab, weitere Beträge zu ergaunern.
  6. Vermeiden Sie Weiterempfehlungen. Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit Freunden und Bekannten, aber vermeiden Sie das Teilen von persönlichen Kontoinformationen. So verhindern Sie, dass weitere Personen Opfer werden.
  7. Nutzen Sie öffentliche Plattformen. Veröffentlichen Sie Ihre Erfahrungsberichte auf Foren, Bewertungsportalen und sozialen Medien. Dies erhöht die Sichtbarkeit des Betrugs und kann andere davor warnen.

Abschließende Empfehlung

Sichern Sie Ihre finanziellen Interessen, indem Sie keine weiteren Zahlungen tätigen und alle verfügbaren Beweise dokumentieren. Kontaktieren Sie Ihre Bank, erstatten Sie Strafanzeige und meiden Sie alle angeblichen „Recovery-Scams“. Nur so können Sie Ihre Rechte wirksam wahrnehmen und verhindern, dass Sie erneut Opfer werden.

Das Netzwerk hinter velupantrex.de

Velupantrex.de ist Teil eines großen Netzwerks von 684 Plattformen, die dieselben hinterhältigen Praktiken anwenden. Diese Verknüpfung deutet darauf hin, dass die Betreiber mehrere Marken gleichzeitig nutzen, um ihre Identität zu verschleiern und ihre Kundenbasis zu erweitern.

und 678 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei velupantrex.de gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei velupantrex.de
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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