Vexakrosem (vexakrosem.org): Was steckt hinter dem Anlagemodell?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Vexakrosem hat sich als vermeintlich fortschrittliche Investmentplattform präsentiert, doch die Fakten deuten eindeutig auf einen betrügerischen Plan hin. Sie sollten sich bewusst sein, dass die angeblichen Renditen und das KI-Investmentangebot ein Trick sind, der Ihre Ersparnisse aufs Spiel setzen kann.

Screenshot der Webseite Vexakrosem (vexakrosem.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite vexakrosem.org

Die Eckdaten zu Vexakrosem

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu Vexakrosem:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
Nicht erkennbar
IP-Adresse
104.21.78.95
SSL-Zertifikat
WE1
Netzwerk
71 verbundene Seiten

Persönliches Vorwort

Ich bin Anton Haverkamp, ein ehemaliger Finanzermittler in einer Spezialeinheit der Polizei. Während meiner fünfjährigen Tätigkeit bei der Polizei und meiner späteren Arbeit als Spezialist für Anlagebetrug habe ich über 500 Fälle verfolgt und dabei immer wieder die gleichen Muster entdeckt: eine scheinbar seriöse Plattform, gefolgt von schnellen, unrealistischen Gewinnen und schließlich dem Verlust des investierten Kapitals. Mein Ziel ist es, Ihnen eine klare, nachvollziehbare Übersicht zu geben, damit Sie erkennen, worauf Sie bei Vexakrosem achten müssen. Sie haben keine Ahnung, wie sich diese Betrugsmasche in den letzten Jahren weiterentwickelt hat, und das ist genau der Punkt, den ich hier aufklären will.

Vexakrosem: Belege und Unstimmigkeiten

Die Plattform Vexakrosem (vexakrosem.org) präsentiert sich als „KI-Investitions“ und „automatisierter Aktien- und Krypto-Handel“. Doch die dahinterliegenden Fakten sind gravierend unklar. Für das Unternehmen gibt es keine Handelsregisternummer, keine Angabe einer Aufsichtsbehörde und auch keine Lizenznummer: alles, was ein seriöser Anbieter offenlegen würde. Das Impressum fehlt komplett, ebenso wie Kontaktinformationen wie E-Mail oder Telefon. So ist es für Anleger unmöglich, das Unternehmen zu verifizieren oder im Falle eines Problems Kontakt aufzunehmen.

Darüber hinaus gibt es keinerlei Hinweise auf ein bestehendes Regulierungsdatum, kein Geschäftsgeheimnis oder Zertifizierungen, die Vertrauen schaffen könnten. Die Website bietet keine klaren Angaben zu den angebotenen Dienstleistungen, außer der vagen Bezeichnung „KI-Investitionen“. Auch die Marketingseite enthält keinen Hinweis auf ein Mindestanlagevolumen: die einzige Angabe ist ein möglicher Einzahlungsbetrag von 250 € ohne weitere Kontext. Es werden keine garantierten Renditen versprochen und es gibt keine Hinweise auf Erfahrungsberichte oder Kundenreferenzen. Alle diese Elemente: fehlende Registrierung, fehlende Lizenz, fehlende Kontaktdaten, keine Erfahrungsberichte: sind klare Indikatoren dafür, dass Vexakrosem keine regulierte Investmentplattform ist.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Vexakrosem präsentiert sich mit einem glänzenden Front, doch die fehlenden Grundpfeiler einer seriösen Finanzdienstleistung machen das Unternehmen zu einem hohen Risiko für Anleger. Wenn Sie auf der Suche nach einer sicheren Anlagemöglichkeit sind, sollten Sie sich von Vexakrosem fernhalten.

Die Methodik der Täter hinter Vexakrosem

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Nach meiner langjährigen Erfahrung sind die Wege, auf denen Anleger zu solchen Plattformen kommen, sehr unterschiedlich: über Werbeanzeigen, Suchmaschinen-Treffer, persönliche Empfehlungen, Cold-Calls oder eigene Online-Recherche zu Anlagemöglichkeiten. Das Vorgehen der Täter dahinter ist aber immer dasselbe. Die Plattform wird seriös und professionell präsentiert, damit der erste Eindruck Vertrauen weckt.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

In den meisten Fällen wird zunächst eine kleine Investition von rund 250 € gefordert. Nachdem die Geschädigten das Geld eingezahlt haben, erhalten sie Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden in kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind allerdings nicht real, sondern werden von der Software selbst generiert.

Der persönliche „Berater“

Die Investoren erhalten einen eigenen Berater, der per E-Mail, Telefon oder WhatsApp Kontakt hält. Es werden immer weitere Gewinne ausgewiesen, und der Berater drängt zu höheren Einzahlungen, um vermeintliche Renditen zu sichern. Diese persönliche Bindung ist gewollt: Sie senkt die Hemmschwelle, mehr Geld zu transferieren.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst beim Auszahlungsversuch wird den meisten Geschädigten klar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Es werden plötzlich Gebühren verlangt, bevor eine Auszahlung erfolgen kann: getarnt als Transaktionsgebühr, Versicherungsgebühr oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht. Auch nach deren Zahlung folgen immer neue Forderungen. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen. Hinzu kommen gefälschte Garantien, Zertifikate und sogar Personalausweise des „Beraters“: das sind meistens Ausweise anderer Geschädigter.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Nachhinein melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Blockchain.com aus. Tatsächlich handelt es sich um dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten erhalten wollen. Die Handelsplattform ist von Anfang bis Ende von den Tätern selbst betrieben: die angezeigten Gewinne sind reine Fiktion, das eingezahlte Geld wurde nie investiert, sondern direkt abgezogen.


Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Vexakrosem Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Vexakrosem

Vexakrosem im Betrugsnetzwerk

Vexakrosem ist Teil eines Netzwerks von 71 weiteren Plattformen, was auf gemeinsame Hintermänner, geteilte Infrastruktur und häufiges Re-Branding hindeutet. Wenn ein Betreiber nach einem Aufspüren zusammenbricht, taucht oft ein neuer Name auf: die Gefahr bleibt jedoch bestehen.

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