Zeylor Pacte (zeylorpacte.fr): Ist die Plattform seriös?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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Zeylor Pacte, die sich als moderne Crypto-Trading-Plattform präsentiert, hat sich in der Analyse als betrügerische Einrichtung herausgestellt. Die fehlende regulatorische Zulassung und der Mangel an Transparenz deuten eindeutig auf einen ausgeklügelten Finanzbetrug hin.

Screenshot der Webseite Zeylorpacte (zeylorpacte.fr)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite zeylorpacte.fr

Warum zeylorpacte.fr unseriös ist

Die Analyse von zeylorpacte.fr offenbart mehrere alarmierende Inkonsistenzen. Erstens fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer oder eines Aufsichtsbehördennamens. In Deutschland und den meisten EU-Ländern ist die Angabe einer registrierten Nummer und einer zugelassenen Aufsichtsbehörde ein gesetzliches Minimum für jede Finanzplattform. Ohne diese Angaben kann keine rechtliche Prüfung der Unternehmensidentität durchgeführt werden. Zweitens existiert auf der Website keinerlei Kontaktinformation: weder E-Mail noch Telefonnummer, noch ein Impressum mit Adresse. Der Mangel an Sichtbarkeit unterstreicht die Absicht, die Haftung zu verschleiern. Drittens werden auf der Plattform ausschließlich Kreditkarte, Banküberweisung, PayPal und Stablecoins als Zahlungsmethoden angeboten, ohne dass eine entsprechende Lizenz zur Durchführung von Finanzgeschäften vorliegt. Solche Zahlungsmittel sind in der Regel an die Genehmigung einer Finanzaufsichtsbehörde gebunden. Viertens listet zeylorpacte.fr eine Reihe von Testimonials: Daniel Hughes, Sophie Mitchell, Michael Carter, James Robinson und Laura Bennett: ohne dass diese Personen verifiziert werden können. Die bloße Aufzählung von Namen ohne Kontext erzeugt einen falschen Eindruck von Glaubwürdigkeit. Schließlich ist das Fehlen jeglicher Angaben zu einem Mindestdepot, garantierten Renditen oder Bonusangeboten ein Hinweis darauf, dass das Geschäftsmodell auf Manipulation beruht, anstatt auf legitimen Handelsaktivitäten.

Wie der Betrug bei zeylorpacte.fr abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Zeylorpacte.fr nutzt gezielte Marketingkampagnen auf sozialen Medien, um potenzielle Anleger zu erreichen. Dabei kommen häufig „Anlageberater“ zum Einsatz, die in Chat-Gruppen oder Direktnachrichten auf Plattformen wie Instagram, Facebook oder TikTok auftauchen. Diese Berater stellen sich als Experten vor, bieten an, bei der ersten Einzahlung von rund 250 € einen „Begrüßungsbonus“ zu gewähren, und versprechen sofortige Gewinne. Der Lockfaktor liegt in der psychologischen Wirkung der geringen Einstiegssumme: sie lässt das Opfer glauben, es habe keine großen Risiken. Gleichzeitig wird durch die scheinbar legitimen Zahlungsmethoden das Vertrauen weiter gestärkt.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung erfolgt ist, wird dem Anleger innerhalb weniger Tage ein Dashboard präsentiert, das angeblich hohe Kursgewinne anzeigt. Die Zahlen entstehen in der Regel durch ein Skript, das zufällig generierte Gewinne simuliert. Es findet kein echter Handel statt; die Plattform leitet keine Aufträge an eine Börse oder einen echten Broker weiter. Der Zweck dieser Darstellung ist es, das Vertrauen zu festigen und die Illusion eines profitablen Geschäfts zu erzeugen. Die fehlende Möglichkeit, die Trades nachzuvollziehen, ist ein starkes Indiz für die Falschheit der angezeigten Erfolge.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach dem ersten Erfolg wird dem Anleger ein persönlicher „Account-Manager“ zugeteilt, der über mehrere Wochen hinweg den Kontakt pflegt. Durch gezielte Versprechen von VIP-Konto-Boni, Hebel von 1:500 und angeblich exklusiven IPO-Zugängen wird das Vertrauen weiter vertieft. Der Account-Manager nutzt Techniken wie künstliche Verknappung („Nur für heute“) und Social-Proof-Szenarien, in denen gefälschte Mit-Anleger-Stories präsentiert werden. Typische Betrugszahlen liegen zwischen 5.000 € und 50.000 €, doch in seltenen Fällen werden Opfer mit mehr als 500.000 € in die Falle geführt. Diese Phase des Betrugs ist entscheidend, da hier die eigentliche Geldwäsche stattfindet: das Geld wird in die Plattform zurückgeführt und von dort aus weitergeschoben.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Der Höhepunkt des Scams tritt ein, sobald ein Anleger seine Gewinne auszahlen möchte. Plötzlich wird ihm eine Reihe von Gebühren aufgezwungen, die von der Plattform als „verpflichtend“ dargestellt werden. Die typischen Fake-Gebühren sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert auch dieses zusätzliche Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust melden sich häufig Dritte: angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Versprechen stehen meistens dieselben Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen oder für weitere Betrugsoperationen nutzen. Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Solche Nachfassaktionen sind ein weiteres Kennzeichen des betrügerischen Vorgehens.

Das Netzwerk hinter zeylorpacte.fr

Die Tatsache, dass zeylorpacte.fr Teil eines Netzwerks von 57 Plattformen ist, unterstreicht die Professionalität und die organisierte Struktur hinter dem Betrug. Solche Netzwerke teilen häufig Serverinfrastruktur, Datenbanken und sogar die gleichen Domain-Namensmuster. Oft werden nach dem Auffliegen einer Plattform die Betreiber die Plattform umbenennen und neu registrieren, wobei die gleichen IP-Adressen und SSL-Zertifikate wiederverwendet werden. Durch die Verflechtung entsteht ein doppeltes Risiko: Erstens kann die Aufklärung eines Netzwerks mehrere Betrugseinheiten gleichzeitig aufdecken; zweitens kann das Ausmaß des Schadens weit über eine einzelne Plattform hinausgehen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Einzahlung verschiebt die Grenze des Verlustes. Stoppen Sie alle Transaktionen mit der Plattform sofort.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Screenshots, Transaktionsbelege und Chatverläufe. Diese Dokumente sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Melden Sie die Transaktionen Ihrer Bank oder der Börse, die Sie für die Ein- bzw. Auszahlungen genutzt haben. Bitten Sie um eine sofortige Sperrung von Konten oder Wallets, die mit der Plattform verbunden sind.
  4. Strafanzeige erstatten: Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder beim Bundeskriminalamt ein. Geben Sie alle gesammelten Beweise an.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Wenn Ihnen „Anwälte“ oder „Behörden“ per WhatsApp oder E-Mail anbieten, das Geld zurückzuholen, lehnen Sie diese Angebote ab. Seriöse Fachleute setzen nicht auf Vorauszahlungen.

Rechtliche Konsequenzen für Betreiber

Betriebsstätten wie zeylorpacte.fr, die ohne Zulassung Finanzdienstleistungen anbieten, verstoßen gegen mehrere nationale Gesetze. Sie stellen sich der Aufsicht der jeweiligen Finanzaufsichtsbehörden aus und riskieren damit strafrechtliche Verfolgung. In Deutschland können solche Betreiber mit Geldstrafen, Freiheitsstrafen und der Beschlagnahme von Vermögenswerten belegt werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass die Betreiber wegen betrügerischer Handelspraktiken in Haft genommen werden.

Historische Vorfälle von Zeylor Pacte

Obwohl es keine öffentlich zugänglichen Gerichtsakten zu Zeylor Pacte gibt, deuten die Muster, die in der Analyse identifiziert wurden, stark auf frühere betrügerische Vorfälle hin. In ähnlichen Fällen wurden Plattformen wie zeylorpacte.fr nach kurzer Zeit von internationalen Ermittlungen geschlossen. Die Betreiber haben häufig die gleichen Taktiken wie bei Zeylor Pacte angewendet: fehlende Regulierungen, gefälschte Testimonials und ein umfangreiches Netzwerk von Re-Branding-Plattformen. Diese Wiederholungen sind ein klarer Hinweis darauf, dass es sich um ein organisiertes, wiederkehrendes Betrugsmodell handelt.

Fazit

Zeylor Pacte (zeylorpacte.fr) präsentiert sich als moderne Crypto-Trading-Plattform, doch die Analyse zeigt eindeutig, dass es sich um ein betrügerisches System handelt. Fehlende regulatorische Zulassungen, unvollständige Kontaktdaten, gefälschte Testimonials und ein komplexes Netzwerk von ähnlichen Plattformen sind die Hauptindikatoren für einen ausgeklügelten Finanzbetrug. Anleger sollten sofort handeln, ihre Beweise sichern und die entsprechenden Behörden informieren, um weitere Verluste zu verhindern und zur Aufdeckung des Netzwerks beizutragen.

Das Netzwerk hinter zeylorpacte.fr

Zeylor Pacte ist Teil eines Netzwerks von 57 ähnlichen Plattformen, die häufig die gleiche Infrastruktur und dieselben Hintermänner teilen. Solche Verbindungen deuten stark auf ein organisiertes Betrugssystem hin.

und 51 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei zeylorpacte.fr gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei zeylorpacte.fr
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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