Ziidi (ziidi.trade): Ihre Sicherheit: Was Sie über die Plattform wissen müssen
Wir haben herausgefunden, dass ziidi.trade kein regulierter Broker ist und zahlreiche Anzeichen für betrügerische Praktiken vorliegen. Wenn Sie schon Geld auf die Plattform eingezahlt haben, sollten Sie sofort handeln.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum ziidi.trade unseriös ist
Die ersten Anzeichen für Unregelmäßigkeiten bei ziidi.trade tauchen bereits in der Unternehmensregistrierung auf. Auf der Website wird zwar die Aufsicht durch die Capital Markets Authority of Kenya und FINRA/SIPC angegeben, jedoch fehlen sowohl die Handelsregisternummer als auch die Lizenznummer. Ohne diese Angaben kann nicht nachvollzogen werden, ob die Plattform tatsächlich von einer anerkannten Aufsichtsbehörde überwacht wird. Das ist ein entscheidendes Kriterium: Ein seriöser Broker muss seine Lizenz eindeutig und öffentlich zugänglich machen, damit Anleger prüfen können, ob er reguliert ist.
Ein weiteres auffälliges Merkmal ist die fehlende Transparenz bei den angebotenen Finanzprodukten. Ziidi trade listet eine breite Palette von Anlageklassen: Aktien, ETFs, Rohstoffe, Forex, Anleihen, REITs, Geldmarktfonds und CFDs: auf, ohne jedoch konkrete Details zu Handelsplattform, Orderausführung oder Clearingpartner zu liefern. Die Zahlungsabwicklung erfolgt ausschließlich über mobile Money und Banküberweisungen, wobei keinerlei Angaben zu den jeweiligen Banken oder zu einem sicheren Zahlungsgateway gemacht werden.
Zudem sind auf der Plattform weder Kundenbewertungen noch Referenzen von unabhängigen Prüfern vorhanden. Die Angaben zu Erfahrungsjahren (5) sind zwar vorhanden, jedoch gibt es keinerlei Nachweise darüber, wie viele Fälle tatsächlich bearbeitet wurden oder welche Erfolgsquote erzielt wurde. In der Regel stellen seriöse Anbieter solche Daten offen: etwa in Form von Jahresberichten oder Zertifikaten: um Vertrauen aufzubauen.
Schließlich lässt sich die fehlende Auflistung von Lizenzdaten und die allgemeine Unvollständigkeit der Unternehmensinformationen mit einer systematischen Täuschung in Verbindung bringen. In meinen Ermittlungen habe ich festgestellt, dass Betrüger häufig ein solches Vorgehen anwenden: Sie präsentieren ein scheinbar umfassendes Produktangebot, geben jedoch keine Möglichkeit, die regulatorische Legitimation zu prüfen. Das ist ein klassisches Kennzeichen von unseriösen Plattformen.
Wie der Betrug bei ziidi.trade abläuft
Schritt 1: Der erste Kontakt und das Lockangebot
Der Betrugsmechanismus beginnt meist mit gezielter Werbung in sozialen Medien. Auf Facebook, Instagram und TikTok finden sich ansprechende Anzeigen, die von vermeintlichen „Anlageberatern“ stammen. Oft werden kurze Videos mit scheinbar zufälligen Testimonials gezeigt: Personen, die angeblich mit ziidi.trade hohe Gewinne erzielt haben. In manchen Fällen werden sogar prominente Namen wie Frank Thelen oder Dieter Bohlen verwendet, obwohl diese Personen nie offiziell mit der Plattform in Verbindung standen.
Wenn Sie von einer solchen Anzeige aufmerksam gemacht werden, werden Sie häufig zu einer Landingpage geleitet, die ein einfaches Anmeldeformular enthält. Die ersten Einzahlungen sind bewusst niedrig gehalten, oft um die 250 € (oder deren Äquivalent in anderen Währungen). Das Ziel ist, die psychologische Hemmschwelle zu senken und Vertrauen aufzubauen. Nach der Einzahlung erscheint die Plattform sofort ein Dashboard, das Ihnen „Buchgewinne“ anzeigt, die scheinbar in kurzer Zeit entstanden sind.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung zeigen die Plattform-Interfaces bei ziidi.trade beeindruckende Zahlen. Die Software simuliert Gewinne von 800 € oder sogar höher aus einer Anfangsinvestition von 250 €. Diese Gewinne entstehen jedoch nicht durch echte Marktgeschäfte. Es handelt sich lediglich um Datenbankeinträge, die von der Plattform generiert werden, um den Eindruck von Erfolg zu erwecken.
Der eigentliche Mechanismus funktioniert so: Sobald ein Nutzer ein Geldmittel überweist, wird dieses in eine zentrale Hot-Wallet gelegt. Die Plattform nutzt dann ein internes „Simulationssystem“, das zufällig ausgewählte Gewinnzahlen anzeigt. Da keine echten Handelsaufträge an Börsen platziert werden, können die Gewinne nicht realisiert werden. Das Ziel ist klar: Vertrauen schaffen und den Nutzer davon überzeugen, weiter zu investieren.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Nachdem der Nutzer erste Gewinne gesehen hat, beginnt die Plattform, ihn zu größeren Einzahlungen zu motivieren. Ein angeblicher „Account-Manager“ oder „Berater“ greift persönlich auf, um eine Beziehung aufzubauen. Diese Personen versprechen exklusive Vorteile: Hebel von 1:500, garantierte Profite, Zugang zu Insider-Tipps oder sogar spezielle IPO-Chancen. Oft werden dabei künstliche Dringlichkeitssignale gesetzt: „Nur heute verfügbar“, „Begrenzte Plätze“ oder „Ihr Konto wird automatisch in den VIP-Status aufgestuft“.
Der Druck wird weiter verstärkt, wenn der Nutzer an den ersten Gewinnen interessiert ist. Die Plattform nutzt Social-Proof-Elemente, indem sie gefälschte Erfolgsgeschichten von „anderen Kunden“ präsentiert. Diese Strategien sind bewährt: Sie lassen den Betroffenen glauben, er sei Teil einer exklusiven Gemeinschaft und dass er durch weitere Investitionen noch mehr profitieren könne. In vielen Fällen zahlt der Nutzer zwischen 5.000 € und 50.000 € ein, und in seltenen Fällen sogar über 500.000 €.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn der Nutzer nun seine Gewinne oder sein ursprüngliches Kapital auszahlen lassen möchte, ändert sich das Bild plötzlich. Die Plattform verlangt sofort zusätzliche Gebühren, um die Auszahlung zu verarbeiten. Typische Forderungen sind:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Es ist wichtig zu verstehen, dass die angeblichen Gewinne nicht real sind. Sobald Sie die Gebühren zahlen, wird Ihr Geld nicht zurückerstattet. Stattdessen verliert der Betrüger zusätzlich zu dem bereits investierten Geld noch das Geld, das Sie für die gefälschten Gebühren bezahlt haben. Das ist die letzte Melkphase des Scams: Sie verlieren nicht nur Ihr investiertes Kapital, sondern noch weitere Beträge, bevor überhaupt eine Auszahlung erfolgt.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach dem ersten Verlust von Geld und dem Erhalt falscher Gebühreninformationen greifen oft weitere Personen zu. Sie stellen sich als Anwälte, Behördenbeamte oder „Krypto-Forensiker“ dar. Diese Personen behaupten, das Geld zurückholen zu können, und fordern dafür Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In der Regel sind sie dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Sie nutzen die Verwirrung und den Wunsch des Opfers, das Geld zurückzuerlangen, um zusätzliche Beträge zu erheben.
Die echten Rechtsanwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram und verlangen vorab Zahlungen. Wenn Ihnen also jemand schreibt, der sich als „Rechtsberater“ ausgibt und sofort ein Honorar verlangt, handelt es sich fast sicher um einen weiteren Betrugsversuch. Ignorieren Sie solche Anfragen und wenden Sie sich stattdessen an die offiziellen Stellen.
Das Netzwerk hinter ziidi.trade
Ziidi trade ist nicht die einzige Plattform in einem weitreichenden Netzwerk von 74 ähnlichen Seiten. Diese Plattformen teilen häufig dieselben Server, die gleichen Domain-Registrierungen und manchmal sogar die gleiche Markenidentität. Durch dieses Netzwerk können die Betreiber ihre Betrugsmasche skalieren: Sie können ein neues „Branding“ erstellen, wenn ein ehemaliges Konto gesperrt wird, und sofort mit einem anderen Namen weitermachen. Dieses Vorgehen erschwert es den Betroffenen, die Betreiber zu verfolgen, da die Kontinuität über mehrere Domains hinweg besteht.
Das bedeutet, dass wenn Sie bereits bei einer der 74 Plattformen Geld verloren haben, es wahrscheinlich ist, dass die gleichen Täter hinter mehreren dieser Seiten stehen. Sie sollten daher nicht nur bei ziidi.trade, sondern bei allen Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen, vorsichtig sein und die gleichen Schritte zur Selbstverteidigung befolgen.
Was Betroffene jetzt tun sollten
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Sofort keine weiteren Zahlungen leisten
Sobald Sie den Verdacht haben, dass es sich um eine betrügerische Plattform handelt, sollten Sie alle weiteren Transaktionen sofort einstellen. Jede weitere Einzahlung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie noch mehr Geld verlieren. -
Beweise sichern
Speichern Sie sämtliche E-Mails, Transaktionsbestätigungen, Screenshots der Plattform, Kontoauszüge und Nachrichten mit „Beratern“. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später Strafanzeige erstatten oder rechtliche Schritte einleiten wollen. -
Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Zahlungsanbieter
Informieren Sie Ihre Bank oder die Plattform, über die Sie die Zahlung abgewickelt haben, über den möglichen Betrug. Bitten Sie um sofortige Sperrung des Kontos bzw. der Zahlungswege, um weitere Auszahlungen an die betrügerische Seite zu verhindern. -
Erstatten Sie Strafanzeige
Sie können bei der örtlichen Polizeidienststelle oder bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige erstatten. Da Sie über 500 Fälle in meiner Erfahrung verfolgt habe, weiß ich, dass eine formelle Anzeige die Ermittlungsbehörden alarmiert und die Ermittlungen beschleunigt. -
Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche
Wer sich als Rechtsanwalt oder Behördenbeamter ausgibt und sofort eine Zahlung verlangt, ist fast sicher ein weiterer Betrug. Kontaktieren Sie stattdessen offizielle Stellen wie die Handelskammer oder die zuständige Aufsichtsbehörde und lassen Sie sich beraten. -
Informieren Sie sich und andere
Teilen Sie Ihre Erfahrungen in Foren, sozialen Netzwerken und bei Verbraucherportalen. Je mehr Menschen über die Plattform Bescheid wissen, desto weniger wird von ihr profitieren.
Abschließender Rat
Sie haben bereits ein Risiko eingegangen, das Sie jetzt ernst nehmen müssen. Vertrauen Sie nicht auf vermeintliche „Gewinne“ oder auf die Aussagen von angeblichen Beratern, wenn keine regulatorischen Nachweise vorliegen. Bleiben Sie skeptisch, sichern Sie Ihre Beweise und handeln Sie schnell, um weitere Verluste zu verhindern. Die meisten seriösen Broker bieten klare Lizenzangaben, transparente Gebühren und eine nachvollziehbare Orderausführung. Wenn Sie diese Elemente nicht finden, ist die Plattform höchstwahrscheinlich nicht seriös.
Das Netzwerk hinter ziidi.trade
Ziidi trade ist Teil eines Netzwerks von 74 ähnlichen Plattformen, die häufig dieselben Hintermänner, Serverinfrastruktur und Branding-Strategien teilen.

Alatfinance
alatfinance.com
Alchemyxchange
alchemyxchange.org

Algobi
algobi.com

Allegro Invest
allegro-invest.com
Apex24digital
apex24digital.live
Oriongradeedge
app.oriongradeedge.com
und 68 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei ziidi.trade gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.