Zinscore (zinscore.at) im Faktencheck
Zinscore ist eine betrügerische Trading- und Krypto-Plattform. Der Betreiber nutzt raffinierte Taktiken, um Anleger systematisch auszunutzen. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 27. Juni 2025 ausdrücklich vor Zinscore unter dem Titel „BaFin warnt vor Plattformreihe – „Verdienen Sie über €950 TÄGLICH““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Zinscore steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Achtung
Betrugsverdacht
Wer ist Anton Haverkamp?
Ich habe fünf Jahre bei der Polizei gearbeitet und war zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit tätig. In dieser Einheit habe ich über 500 Fälle von Anlagebetrug verfolgt, unter anderem solche, die die Blockchain betreffen. Durch meine Erfahrung kenne ich die typischen Muster, die Betrüger anwenden, und kann diese Muster schnell identifizieren.
Warum zinscore.at unseriös ist
Zinscore präsentiert sich als Trading-Plattform, doch die Daten widersprechen dieser Behauptung. Die Website bietet keine Angabe einer Handelsregisternummer, noch wird eine Aufsichtsbehörde genannt. Auf der Seite fehlen sämtliche Lizenznachweise, die ein seriöser Broker vorweisen müsste. Das Fehlen einer Kontaktnummer oder einer E-Mail-Adresse verhindert jegliche Rückfrage. Darüber hinaus sind die angebotenen Zahlungsmethoden nicht aufgeführt, sodass Anleger nicht sehen können, welche Mittel akzeptiert werden. Diese fehlenden Transparenzpunkte sind klassische Indikatoren für unseriöse Operationen.
Wie der Betrug bei zinscore.at abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
In der Regel erreichen potenzielle Opfer durch gezielte Online-Werbung. Anzeigen auf TikTok, Instagram oder Facebook zeigen scheinbar erfolgreiche Trader, die angeblich hohe Renditen erzielen. Oft werden gefälschte Testimonials verwendet, die den Eindruck von Erfolg erwecken. Sobald ein Nutzer Interesse signalisiert, wird ihm ein „Einsteiger-Bonus“ angeboten, der bei einer ersten Einzahlung von ca. 250 € freigegeben wird. Dieses lockende Angebot senkt die psychologische Hemmschwelle und lässt den Anleger glauben, dass er einen sicheren Einstieg hat.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der Einzahlung zeigt die Plattform dem Anleger angeblich große Gewinne an. Die Software aktualisiert die Kontostände in Echtzeit, sodass der Nutzer sieht, wie aus 250 € in zwei Wochen 800 € werden. Diese Zahlen entstehen jedoch nicht durch echte Handelsaktivitäten, sondern durch interne Datenbank-Manipulationen. Es gibt keine realen Aufträge an Börsen, keine Orderbücher und keine Handelsprotokolle. Der Gewinn ist lediglich ein visuelles Illusionselement, das Vertrauen aufbauen soll.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Ein persönlicher „Account-Manager“ wird dem Anleger zugewiesen. Über mehrere Wochen wird Vertrauen aufgebaut. Der Manager spricht von exklusiven VIP-Konten, Hebel-Boni von 1:500 und garantierten Profiten. Er betont, dass nur innerhalb eines kurzen Zeitfensters weitere Einzahlungen möglich sind. Durch soziale Beweise: gefälschte Mit-Anleger-Stories: und künstliche Verknappung wird der Anleger unter Druck gesetzt. In dieser Phase investieren viele Opfer zwischen 5.000 € und 50.000 €. Einige geben sogar bis zu 500.000 € ab, wenn sie glauben, ein „sicherer“ Handel zu betreiben.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Sobald der Anleger seine Gewinne auszahlen möchte, tauchen plötzlich Gebühren auf. Typische Fake-Gebühren sind:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich das Geld, das er einzahlen wollte, und erhält trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten treten häufig Dritte in Kontakt. Sie stellen sich als Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ dar und behaupten, das Geld zurückzuholen. Sie fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In Wirklichkeit handeln die gleichen Täter weiter. Diese Nachfolge-Masche dient dazu, weitere Gelder zu erlangen und die Opfer zu verwirren. Echte Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Zahlung verschärft die Situation und verschafft den Tätern mehr Mittel, um die Operation fortzusetzen.
- Beweismaterial sichern: Speichern Sie alle E-Mails, SMS, Chat-Logs, Kontoauszüge und Screenshots. Diese Daten sind entscheidend, wenn Sie den Fall später melden.
- Bank und Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Krypto-Börse, bei der Sie Geld hinterlegt haben. Bitten Sie um Sperrung der Konten und fordern Sie eine Rücküberweisung an.
- Strafanzeige erstatten: Melden Sie den Betrug bei der örtlichen Polizeidienststelle oder dem Bundeskriminalamt. Geben Sie alle gesicherten Beweise an.
- Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Lehnen Sie Angebote ab, die Vorauszahlungen verlangen. Seriöse Anwälte oder Behörden kontaktieren Sie nicht ohne Ihr Einverständnis.
Fazit
Zinscore (zinscore.at) ist ein klarer Betrugsfall. Die fehlenden Transparenz- und Lizenzdaten, die gefälschten Gewinne und die gefälschten Auszahlungsgebühren sind eindeutige Warnsignale. Als Opfer sollten Sie sofort handeln, Beweismaterial sichern und die Strafverfolgungsbehörden einschalten. Nur so können Sie verhindern, dass weitere Anleger in die gleiche Falle tappen.
Das Netzwerk hinter zinscore.at
Zinscore ist Teil eines Netzwerks von 427 Plattformen, die dieselben Hintermänner und technische Infrastrukturen nutzen. Diese Verbindung macht es den Tätern leicht, sich nach Auffliegen zu tarnen und ihre Operationen zu verschleiern.

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Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei zinscore.at gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.