Warnung vor CMC Trading (cmctrading.eu): Erfahrungen zur Auszahlung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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CMC Trading (cmctrading.eu) ist keine regulierte Handelsplattform: die Beweise zeigen, dass es sich um einen klassischen Betrug handelt, bei dem Anleger ihr Geld verlieren.

Screenshot der Webseite Cmctrading (cmctrading.eu)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite cmctrading.eu

Warum cmctrading.eu unseriös ist

Der erste Hinweis auf die unseriöse Natur von cmctrading.eu ist die fehlende regulatorische Legitimation. Auf der Website wird keine Aufsichtsbehörde genannt und es fehlt jegliche Angabe zu einer Lizenznummer: ein absolutes Must-have für seriöse Broker, die im europäischen Binnenmarkt tätig sein wollen. Das Fehlen einer registrierten Handelsnummer (LN02448409) und die nicht vorhandene Angabe eines Gründungsjahres lassen vermuten, dass die Betreiber versuchen, die Transparenz zu verschleiern.

Ein weiteres Warnsignal ist die Diskrepanz zwischen der angegebenen Adresse und den öffentlichen Registern. Der Standort „133 Houndsditch, London, EC3A 7BX“ taucht in keiner offiziellen Unternehmensliste auf. In der Regel müsste ein reguliertes Unternehmen dort einen Firmensitz haben, der im Handelsregister vermerkt ist. Das Fehlen solcher Daten ist ein klassisches Symptom für ein gefälschtes Unternehmen, das lediglich die Illusion eines Londoner Sitzes erzeugt, um internationales Vertrauen zu erwecken.

Die Marketingseite von cmctrading.eu präsentiert angeblich 58 470 „Kunden“ oder „Fälle“, doch diese Zahl ist nicht nachvollziehbar. Es gibt keine unabhängige Quelle, die diese Statistik belegt, und die Plattform bietet keinerlei Transparenz bezüglich der Herkunft dieser Angaben. Ein seriöser Broker würde solche Daten offenlegen und sie durch unabhängige Prüfungen stützen: hier fehlt es an jeglicher Verifizierbarkeit.

Auch die fehlenden Zahlungsoptionen sind ein starkes Indiz. Die Seite gibt an, dass ein Minimum von 250 € einzahlen sei, zeigt aber keine konkreten Zahlungsmethoden an. In der Praxis bedeutet das, dass potenzielle Anleger sich mit einer völlig unklaren Einzahlungsroute konfrontiert sehen, was häufig auf betrügerische Hintergründe hinweist, bei denen das Geld erst später im Prozess „verloren“ geht.

Schließlich stützen die angeblichen Testimonials: Sophia Lee, John Anderson und Emily Roberts: das Bild einer glaubwürdigen Plattform. Ohne Möglichkeit, diese Personen zu verifizieren, bleiben sie reine Marketing-Elemente, die Vertrauen erwecken sollen, ohne dass ein unabhängiger Nachweis ihrer Existenz vorliegt. Zusammen bilden diese Punkte eine klare Beweislinie dafür, dass cmctrading.eu keine regulierte, transparente Plattform ist, sondern vielmehr ein betrügerisches Vorhaben, das Anleger systematisch ausnutzt.

Angegebene Adresse von CMC Trading

Die Plattform nennt als Geschäftsadresse „133 Houndsditch, London, EC3A 7BX“. In offiziellen Handelsregisterdaten kann jedoch keine Firma mit diesem Namen und dieser Adresse gefunden werden. Das lässt vermuten, dass die Adresse nur als Tarnung dient, um das Unternehmen in Großbritannien erscheinen zu lassen, obwohl es keine dortige Zulassung besitzt.

Am angeblichen Standort im Vereinigten Königreich steht in Wirklichkeit eine öffentliche Einrichtung (pub) ("The Alice"). Für die Tätigkeit als Online-Broker ist diese Lokation offensichtlich ungeeignet.

Beim genaueren Hinsehen fällt eine Diskrepanz ins Auge. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Diese Konstellation ist klassisch für Operationen, die in einem Land ihren Ruf aufbauen und in einem anderen ihre technischen Spuren verwischen.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
unbekannt
Telefon-Vorwahl
Vereinigtes Königreich

Wie der Betrug bei cmctrading.eu abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Der Einstieg in die Masche beginnt meist mit gezielten Werbemaßnahmen auf sozialen Medien. In Instagram- und TikTok-Posts werden oft vermeintlich erfolgreiche Trader oder Influencer gezeigt, die von „geheimen“ Handelsgeheimnissen berichten. In manchen Fällen werden sogar angebliche „Krypto-Gurus“ in Telegram-Gruppen vorgestellt, die das Gefühl einer exklusiven Gemeinschaft schaffen. Sobald ein potenzieller Kunde auf diese Anzeigen reagiert, erhält er eine E-Mail oder einen Anruf von einem angeblichen „Berater“. Dieser nennt eine sehr niedrige Einstiegsrate von 250 €, die als „Testkonto“ beworben wird: so soll die Hemmschwelle für das erste Geld in die Plattform gesenkt werden. Die Psychologie dahinter ist klar: Durch die geringen Kosten wird das Risiko für den Anleger minimiert und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass er weitere Einzahlungen tätigt, sobald er die ersten „Erfolge“ sieht.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung erfolgt ist, wird dem Nutzer auf dem Dashboard der Plattform ein stark optimiertes Gewinnbild präsentiert. Es wird angezeigt, dass das Startkapital von 250 € in wenigen Tagen in über 800 € aufgestockt wurde. Diese Zahlen entstehen jedoch nicht durch echte Marktbewegungen, sondern durch ein internes Skript, das die Kontostände manipuliert. Die Plattform nutzt keine echten Orderbuchdaten und es gibt keine Möglichkeit, echte Trades auszuführen. Stattdessen werden die Gewinne nur visuell dargestellt, um den Eindruck von Profiten zu erwecken und Vertrauen zu schaffen. In vielen Fällen werden dem Anleger auch „Live-Charts“ gezeigt, die jedoch nicht mit realen Börsendaten synchronisiert sind. Dies ist eine bewusste Täuschung, die darauf abzielt, die Illusion eines erfolgreichen Handels zu verstärken.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach den ersten „Gewinnen“ baut das Team von cmctrading.eu eine persönliche Beziehung zum Anleger auf. Über einen „Account-Manager“: meist ein automatisiertes System: erhält der Nutzer regelmäßige Nachrichten, in denen ihm exklusive Boni, hohe Hebel von 1:500 und garantierte Profite versprochen werden. Diese Versprechen sind jedoch völlig unrealistisch und beruhen auf einem ausgeklügelten psychologischen Druck: Zeitlich begrenzte Angebote („nur heute“) und gefälschte Erfolgsgeschichten von „anderen Investoren“ schaffen die Illusion, dass man nur jetzt von der Plattform profitieren kann. Oft wird dem Anleger auch ein „VIP-Status“ angeboten, der angeblich den Zugang zu Insider-Informationen ermöglicht. Durch diese Kombination aus emotionaler Manipulation und finanziellen Anreizen werden Anleger dazu gebracht, mehrere tausend Euro einzuzahlen, um die vermeintlichen Renditen zu sichern.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger schließlich sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen möchte, stößt er auf einen völlig neuen Hindernisblock: die Auszahlungsgebühren. Das System verlangt plötzlich eine Reihe von Gebühren, die in keiner seriösen Plattform vorkommen. Zu dieser Liste gehören:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu seinem ursprünglichen Betrag. Das ist die letzte Melkphase des Scams: die Betrüger wollen, dass Sie mehr Geld in ihre Taschen stecken, bevor sie Ihr Konto endgültig sperren und das Geld für immer verschwinden lassen.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig neue „Helfer“ auf. Diese behaupten, Anwälte, Behördenmitarbeiter oder Krypto-Forensiker zu sein, die das verlorene Geld zurückholen können. Sie bieten „Vergleichsverfahren“, „Server-Zugriffe“ oder sogar eigene Wallet-Wiederherstellungs-Software an. Im Gegenzug fordern sie Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Rechtshilfe“. In der Regel sind diese Angebote von denselben Tätern, die das ursprüngliche Unternehmen betrieben haben. Sie nutzen die Verwirrung und das Bedürfnis der Opfer, ihr Geld zurückzuerlangen, aus und fordern weitere Zahlungen ein, die niemals zu einer Rückerstattung führen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie Verdacht haben, dass die Plattform betrügerisch ist, stoppen Sie sämtliche Transaktionen. Jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko, dass Ihr Geld endgültig verloren geht.
  2. Belege sichern: Bewahren Sie sämtliche E-Mails, Screenshots von Kontoständen, Zahlungsbestätigungen und jegliche Kommunikation auf. Diese Unterlagen sind entscheidend, wenn Sie später Ermittlungsbehörden oder Banken um Hilfe bitten.
  3. Bank/Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Plattform, auf der Sie das Geld hinterlegt haben, und teilen Sie ihnen mit, dass Sie mit einem Betrugsfall konfrontiert sind. Bitten Sie um Sperrung von Konten und Rücküberweisung, wenn möglich.
  4. Strafanzeige erstatten: Reichen Sie bei der örtlichen Polizeidienststelle oder bei der Bundeskriminalamt-Einheit für Finanzbetrug eine Anzeige ein. Ihre Erfahrung und die gesammelten Beweise sind wertvoll für die Ermittlungen.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Akzeptieren Sie keine Angebote von angeblichen Anwälten oder Forensikern. Seriöse Fachleute werden sich nicht per WhatsApp oder Telegram an Sie wenden und fordern Vorauszahlungen. Melden Sie solche Kontakte an die zuständigen Behörden.

Zusammenfassung

CMC Trading (cmctrading.eu) nutzt ein klassisches Betrugsmodell: es lockt mit niedrigen Einstiegskosten, bietet gefälschte Gewinne und drängt dann auf weitere Einzahlungen, bevor es schließlich Auszahlungsgebühren verlangt und den Zugriff auf das Konto sperrt. Die fehlende Lizenz, der unklare Firmensitz und die mangelnde Transparenz in Bezug auf Zahlungsoptionen sind klare Indikatoren, dass es sich um einen unseriösen Betreiber handelt. Nutzen Sie die hier aufgeführten Schritte, um Ihre Vermögenswerte zu schützen und handeln Sie schnell, bevor weitere Opfer hinzukommen.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei cmctrading.eu gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei cmctrading.eu
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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