easetrades.top: Diesem Broker nicht vertrauen

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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Easetrades auf easetrades.top weist alle Merkmale eines klassischen Anlage-Betrugs auf. Die Plattform ist nicht reguliert und Betroffene berichten, dass eingezahltes Geld nicht zurückgezahlt wird.

Screenshot der Webseite Easetrades (easetrades.top)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite easetrades.top

Warum easetrades.top unseriös ist

EASetrades.top präsentiert sich als „Trading-Platform“, die Forex, Krypto und allgemeines Trading anbietet. Doch bei genauerer Betrachtung der verfügbaren Informationen tauchen sofort mehrere Inkonsistenzen auf:

  1. Fehlende Registrierung und Lizenz: Die Plattform gibt keine Handelsregisternummer an und verweist auf keine Aufsichtsbehörde. In Deutschland ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass jeder Broker eine Zulassung besitzt und seine Registrierung öffentlich zugänglich ist. Das Fehlen dieser Angaben ist ein starkes Warnsignal.

  2. Unklare Unternehmensstruktur: Es gibt weder einen Firmensitz noch Kontaktinformationen. Die Adresse fehlt komplett, ebenso wie ein Ansprechpartner oder eine E-Mailadresse. Für seriöse Unternehmen ist ein transparenter Kontaktkanal unerlässlich.

  3. Übertriebene Erfolgsaussagen: Auf der Website wird „Earn huge return on investment“ versprochen. Gleichzeitig gibt es keine nachvollziehbaren Quellen, wie diese Renditen erzielt wurden. Garantierte Renditen sind ein klassisches Merkmal von Betrug, weil sie unrealistisch sind und die Anleger in eine falsche Erwartungshaltung führen.

  4. Testimonial-Liste ohne Verifizierbarkeit: Die Plattform listet Namen wie Patricia Feghhi-Levine oder Paula Wilson, ohne anzugeben, woher die Aussagen stammen oder ob die Personen tatsächlich involviert sind. In der Regel werden solche Namen aus sozialen Medien oder von anderen gefälschten Plattformen kopiert.

  5. Ungewöhnliche Marketing-Strategie: Die Plattform akzeptiert Banküberweisungen und Bitcoin, zwei Zahlungsmethoden, die häufig von Betrügern genutzt werden, weil sie schwer nachverfolgbar sind. Außerdem gibt es ein Mindest-Einzahlungspaket von 500 €: ein Betrag, der hoch genug ist, um die Opfer zu locken, aber niedrig genug, um sie nicht sofort zu alarmieren.

  6. Ausgeprägtes Versprechen von schnellen Renditen: Die Plattform behauptet, dass Anleger in kurzer Zeit hohe Gewinne erzielen können. Diese Versprechen sind im Einklang mit der typischen Strategie von Betrügern, die schnelle Gewinne als Anreiz nutzen, um das Vertrauen der Anleger zu gewinnen.

All diese Punkte zusammen bilden ein starkes Bild von EASetrades.top als betrügerisches Unternehmen. Die fehlende Transparenz, die unrealistischen Versprechen und die fehlende Regulierung sind nicht nur Warnzeichen: sie sind Beweise dafür, dass die Plattform nicht den Standards eines seriösen Brokers entspricht.

Wie der Betrug bei easetrades.top abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Der Betrug beginnt häufig mit einer gezielten Ansprache. Cold-Calls von angeblichen „Anlageberatern“ oder Social-Media-Ads auf Instagram, Facebook und TikTok locken potenzielle Kunden in ein scheinbar professionelles Profil. Oft wird ein kurzer, emotional gefärbter Pitch präsentiert, der die Angst vor verpassten Chancen ausnutzt. Die ersten Einzahlungen werden bewusst niedrig gehalten: etwa 250 €: um die psychologische Hemmschwelle zu senken. Sobald das Geld eingegangen ist, wird der Nutzer in ein personalisiertes Dashboard eingeführt, das eine scheinbare Transparenz und Kontrolle verspricht.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform sofort „gewinne“: in der Regel mehrere hundert Prozent in nur wenigen Tagen. Diese Gewinne sind jedoch reine Simulationen. Es gibt keine echten Orders, die an einen regulierten Börsenmarkt ausgelöst werden. Stattdessen erzeugt die Web-App zufällige Zahlen, die den Eindruck erwecken, dass der Markt in die gewünschte Richtung läuft. Das Ziel ist klar: Vertrauen aufbauen. Der Nutzer glaubt, dass seine Investition nun bereits profitabel ist und ist bereit, mehr Geld zu riskieren.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Der nächste Schritt ist die gezielte Beziehungspflege. Ein „Account-Manager“ oder ein persönlicher Berater baut über Wochen oder Monate eine Bindung auf. Er verspricht VIP-Konten, Hebelboni von 1 : 500, garantierte Profite und exklusive IPO-Zugänge. Durch die Schaffung von FOMO (Fear Of Missing Out) werden Zeitlimits gesetzt („nur heute“). So entsteht der Eindruck, dass der Nutzer die Chance verpasst, falls er nicht sofort investiert. Diese Technik führt häufig zu weiteren Einzahlungen zwischen 5 000 und 50 000 €, und in einigen Fällen sogar bis zu 500 000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Der entscheidende Moment des Betrugs ist die Auszahlung. Sobald der Anleger sein Geld oder die angeblichen Gewinne abheben möchte, werden plötzlich Gebühren eingeführt. Im Folgenden sind typische Fake-Gebühren, die EASetrades.top verlangen könnte:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. In der Realität sind die angeblichen Gewinne nicht existent: wenn ein Betrüger verlangt, dass Sie vor der Auszahlung bezahlen, bedeutet das, dass das Geld bereits von Ihnen weg ist und keine Auszahlung erfolgt.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf: angebliche Anwälte, die ein „Vergleichsverfahren“ anbieten, Behördenmitarbeiter oder sogar „Krypto-Forensiker“, die versprechen, die verlorenen Gelder zurückzuholen. Sie verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In der Regel sind das dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Sie verkaufen die Daten der Opfer an Dritte oder nutzen sie für weitere Betrugsaktionen. Seriöse Anwälte und Behörden kontaktieren Sie nicht per WhatsApp oder Telegram, um Ihnen eine Lösung anzubieten.

Das Netzwerk hinter easetrades.top

EASetrades.top ist Teil eines Netzwerks von 52 weiteren Plattformen, die häufig dieselbe Infrastruktur nutzen und sich nach einem Aufspüren re-brandieren. Das bedeutet, dass dieselben Entwickler, die Server und die Backend-Logik hinter der Plattform stehen, auch die anderen Seiten betreiben. Dieses Muster ist typisch für Betrugsnetzwerke: Sobald ein Betreiber von den Behörden oder den Nutzern entdeckt wird, wird die Plattform umbenannt und wieder online gestellt, um den Schaden zu minimieren und neue Opfer anzuziehen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten
    Sobald Sie bemerken, dass zusätzliche Gebühren eingefordert werden, stoppen Sie sofort jede weitere Einzahlung. Jeder weitere Betrag erhöht Ihre Verluste und verschafft dem Betrüger mehr Ressourcen, um Ihre Daten zu monetarisieren.

  2. Alle Transaktionsbelege sichern
    Bewahren Sie Screenshots, Kontoauszüge und E-Mails auf, die die Kommunikation mit EASetrades.top dokumentieren. Diese Beweise sind entscheidend, falls Sie die Plattform melden oder rechtliche Schritte einleiten wollen.

  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Krypto-Börse
    Informieren Sie Ihre Bank darüber, dass Sie Opfer eines Betrugs geworden sind, und fordern Sie eine Sperrung Ihres Kontos. Bei Kryptowährungen prüfen Sie, ob die Adresse, an die Sie Geld gesendet haben, noch aktiv ist, und melden Sie den Vorfall bei der Krypto-Börse.

  4. Melden Sie den Vorfall bei der Polizei
    Reichen Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle eine Strafanzeige ein. Nutzen Sie die Erfahrung von Ermittlern wie mir, um Ihre Anzeige zu präzisieren: insbesondere die fehlende Lizenz, die unrealistischen Renditen und die gefälschten Testimonials.

  5. Ignorieren Sie „Recovery-Scams“
    Seien Sie skeptisch bei jedem Anruf oder jeder Nachricht, die Ihnen verspricht, Ihre Gelder zurückzubekommen. Seriöse Anwälte oder Behörden werden Sie nicht unaufgefordert kontaktieren. Melden Sie solche Anfragen als Phishing oder Betrugsversuch an die entsprechenden Behörden.

  6. Informieren Sie die Öffentlichkeit
    Teilen Sie Ihre Erfahrung in sozialen Medien oder auf Plattformen wie Reddit, um andere vor dem Betrug zu warnen. Oftmals haben andere Opfer ähnliche Muster bemerkt, und gemeinsam können Sie den Betrüger aus dem Weg räumen.

  7. Nutzen Sie Forensik-Tools
    Falls Sie über technisches Know-how verfügen, untersuchen Sie die IP-Adressen und Domain-Registrierungen der Plattform. Oft lassen sich solche Daten leicht mit kostenlosen Tools ermitteln und liefern wichtige Hinweise für Ermittlungen.

Abschließende Worte

EASetrades.top ist keine regulierte Trading-Plattform. Die fehlende Transparenz, die unrealistischen Renditen und die gefälschten Testimonials zeigen deutlich, dass es sich um einen gut organisierten Betrug handelt. Als ehemaliger Finanzermittler und Ermittler in einer Spezialeinheit weiß ich, welche Taktiken solche Betrüger nutzen, um ihr Ziel zu erreichen. Ich rufe alle potenziellen Anleger dazu auf, vorsichtig zu sein und die oben genannten Schritte zu befolgen, um weitere Verluste zu vermeiden.

Verdächtige Verbindungen: Seiten mit Gemeinsamkeiten zu Easetrades

Unsere Auswertung zeigt, dass Easetrades technische und strukturelle Verbindungen zu weiteren Seiten aufweist. Alle Seiten sind ähnlich aufgebaut und werden offenbar von denselben Verantwortlichen betrieben:

und 46 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei easetrades.top gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

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Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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