Euro Sense (eurosense-it.net) im Faktencheck
Euro Sense (eurosense-it.net) ist eine Plattform, die sich als Anlage- und Trading-Dienstleister präsentiert, aber sämtliche Anzeichen einer betrügerischen Operation aufweist.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum eurosense-it.net unseriös ist
Die Analyse von eurosense-it.net offenbart mehrere schwerwiegende Unstimmigkeiten. Erstens fehlt jeglicher Nachweis einer Registrierung bei einer anerkannten Finanzaufsichtsbehörde. Das Fehlen einer Handelsregisternummer sowie eines klaren Lizenznachweises ist in der Finanzbranche ein klassisches Warnsignal. Zweitens nutzt die Plattform ein Sprachmuster, das auf übertriebene Versprechen abzielt: „guadagni illimitati“ (unbegrenzte Gewinne) wird ohne jegliche Quellenangabe oder nachvollziehbare Erfolgsrate propagiert. Drittens ist die Kontakttelefonnummer lediglich auf „+39“ beschränkt, was auf eine unvollständige oder absichtlich verschleierte Kontaktinformation hindeutet.
Ein weiteres auffälliges Merkmal ist die fehlende Angabe eines konkreten Unternehmensstandorts. Obwohl die Website die Adresse „Sede Euro Sense“ nennt, kann diese nicht in handelsregisterdatenbanken bestätigt werden, was auf eine fiktive Adresse hinweist. Zusätzlich fehlt die Angabe von Zahlungsoptionen; weder Banküberweisungen noch etablierte Kryptowährungs-Wallets werden explizit genannt. Dies steht im Widerspruch zu den Anforderungen einer regulierten Finanzplattform, die klare, nachvollziehbare Zahlungswege anbieten muss.
Schließlich zeigen die Marketingbotschaften ein starkes Zeitdruckelement („creates_urgency: true“) und unrealistische Versprechen („promises_unrealistic_speed: true“). Solche Elemente sind typische Kennzeichen von Phishing- und Scam-Aktivitäten, die darauf abzielen, Opfer schnell zu bewegen, ohne dass die Plattform die Fähigkeit hat, tatsächlich Gewinne zu erzielen.
Angegebene Adresse von Euro Sense
Die Adresse lautet „Sede Euro Sense“. In öffentlich zugänglichen Registern ist jedoch keine Eintragung dieser Adresse im Zusammenhang mit Euro Sense verzeichnet. Dies wirft sofort Fragen hinsichtlich der tatsächlichen Geschäftsführung und des Standortes auf.
Die hinterlegten Geokoordinaten zeigen in Singapur auf ein Geschäft (beauty) ("Euro Sense"), was die Behauptung eines seriösen Geschäftssitzes substanziell entkräftet.
Bei genauerer Prüfung treten zwei Inkonsistenzen zutage. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in Singapur. Die Telefon-Vorwahl gehört zu Italien, die Adresse aber zu Singapur. Solche Diskrepanzen sind ein typisches Merkmal betrügerischer Plattformen, die hinter ausländischer Hosting-Infrastruktur eine seriöse Adresse vortäuschen.
- Adresse
- Singapur
- Server-Standort
- unbekannt
- Telefon-Vorwahl
- Italien
Wie der Betrug bei eurosense-it.net abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot
Die meisten Opfer werden zunächst durch gezielte Social-Media-Kampagnen auf eurosense-it.net aufmerksam gemacht. In kurzen Videos oder bezahlten Anzeigen erscheinen angebliche „Erfolgsstorys“ von Nutzern wie ALESSANDRO, GIULIA, ANDREA und SOFIA. Diese Namen werden ohne Verifizierbarkeit präsentiert und wirken als soziale Bestätigung. Die Plattform lockt mit einem niedrigen Einstiegskapital von 250 EUR, um die Hemmschwelle zu senken. Die Nutzer werden aufgefordert, eine kleine Zahlung zu tätigen, um Zugang zu einer angeblich hochprofitablen Trading-Umgebung zu erhalten.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung zeigen die Nutzer angeblich sofortige Gewinne. Die Web-App von eurosense-it.net generiert automatisch steigende Zahlen, die auf den ersten 250 EUR hinweisen, dass diese in wenigen Wochen in mehrere Hundert Euro gewachsen seien. Dabei handelt es sich lediglich um simulierte Daten, die aus einer Datenbank generiert werden. Es finden keine echten Orderausführungen statt, und die angeblichen Gewinne entstehen ausschließlich durch die Software. Diese Technik dient dazu, das Vertrauen der Nutzer zu stärken und sie von der Glaubwürdigkeit der Plattform zu überzeugen.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
In den darauffolgenden Wochen baut ein vermeintlicher „Account-Manager“ eine persönliche Beziehung auf. Über E-Mails, Messaging-Apps oder Telefonate werden dem Nutzer exklusive Angebote wie Hebelboni von bis zu 1 : 500, garantierte Profite oder angebliche Zugangsmöglichkeiten zu IPO-Deals präsentiert. Die Plattform nutzt gezielte Zeitlimits („nur heute“) und künstliche Verknappung, um den Druck zu erhöhen. Oft werden in diesen Gesprächen auch angebliche Erfahrungsberichte von „anderen erfolgreichen Investoren“ genannt. Diese Strategie führt dazu, dass die Nutzer in den nächsten Monaten weitere Einzahlungen von mehreren Tausend Euro tätigen, manchmal sogar bis zu 500 000 EUR.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn der Nutzer seine angeblichen Gewinne auszahlen lassen möchte, wird plötzlich ein komplexes Gebührenmodell eingeführt.
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Dies ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten treten häufig Dritte auf den Plan: angebliche Anwälte, die ein „Vergleichsverfahren“ versprechen, oder „Krypto-Forensiker“, die eine Wallet-Wiederherstellungs-Software anbieten. Diese Personen verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Versprechen steckt in der Regel dieselbe Tätergruppe, die die ursprüngliche Plattform betrieben hat. Sie verkaufen die Daten der Opfer an andere Betrugsnetzwerke oder nutzen sie für weitere Phishing-Aktionen. Ein echter Anwalt oder eine echte Behörde kontaktiert die Betroffenen niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko, das gesamte Geld zu verlieren.
- Belege, E-Mails, Screenshots und sämtliche Kommunikationsnachweise sichern. Diese Dokumente sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Krypto-Börse, um alle Transaktionen zu blockieren und ggf. Rückbuchungen zu prüfen.
- Reichen Sie eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle ein. Geben Sie alle gesammelten Beweise an, um die Ermittlungen zu unterstützen.
- Ignorieren Sie alle „Recovery-Scam“-Angebote von angeblichen Anwälten oder Forensik-Experten. Diese sind Teil des Betrugsnetzwerks und führen zu weiteren Verlusten.
- Melden Sie die Plattform bei der nationalen Finanzaufsichtsbehörde und beim Verbraucherzentrale-Netzwerk.
- Nutzen Sie die bereitgestellten Online-Tools, um die Domain „eurosense-it.net“ zu überwachen und weitere potenzielle Betrugsversuche zu erkennen.
Die Kombination aus rechtlicher Expertise, systematischer Analyse und schnellem Handeln ist entscheidend, um weitere Opfer zu schützen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.
Sie haben nun ein klares Bild von der Funktionsweise des Betrugs, den konkreten Schritten und den notwendigen Maßnahmen zur Schadensbegrenzung.
Das Netzwerk hinter eurosense-it.net
Euro Sense ist Teil eines Netzwerks von 81 weiteren Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen und häufig von denselben Hintermännern betrieben werden. Diese Verbindungen ermöglichen es den Tätern, ihre Operationen zu skalieren und bei einer Aufdeckung einer Plattform schnell auf eine andere umzulenken.

Activondaia
activondaia.com

Ai Baykar
ai-baykar.com

Ai Eurosense
ai-eurosense.com

Ai Helderinvion
ai-helderinvion.com

Ai Murvoxit
ai-murvoxit.net

Ai Senvix
ai-senvix.com
und 75 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei eurosense-it.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.