Exacto Creditant (exacto-creditant.es) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Exacto Creditant (exacto-creditant.es) ist ein betrügerisches Krypto-Broker. Wenn Sie dort Geld einzahlen, verlieren Sie es.

Screenshot der Webseite Exacto Creditant (exacto-creditant.es)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite exacto-creditant.es

Warum exacto-creditant.es unseriös ist

Die erste Anzeichen der unseriösen Natur von exacto-creditant.es sind die fehlenden rechtlichen Grundlagen. Auf der Website findet sich weder eine Handelsregisternummer noch Angaben zu einer Aufsichtsbehörde. Das Fehlen einer registrierten Lizenz ist ein deutliches Warnsignal, denn seriöse Broker müssen ihre Zulassung offenlegen.
Zudem wird der Betreiber von keiner anerkannten Aufsichtsbehörde kontrolliert. In der Finanzwelt ist es üblich, dass Regulierungsstellen die Einhaltung von Geldwäsche- und Verbraucherschutzbestimmungen prüfen. Exacto Creditant bietet diese Transparenz nicht an, was die Glaubwürdigkeit stark untergräbt.
Ein weiteres Inkonsistenzsignal ist die fehlende Angabe von Zahlungsbedingungen. Die Plattform listet eine Vielzahl von Zahlungsmethoden: Kredit- und Debitkarten, Banküberweisungen, PayPal, elektronische Geldbörsen und stabile Münzen: auf, lässt jedoch keine Informationen zu Gebühren, Rückzahlungsfristen oder Kündigungsmodalitäten offen. Ohne klare Konditionen bleibt die Plattform ein Schacht für unerfahrene Anleger.
Darüber hinaus gibt es keine verifizierbaren Referenzen zu angeblichen Kunden. Die Website präsentiert Namen wie Marcos Rodríguez, Sofía García oder Miguel Hernández, ohne dass diese Personen ihre Identität oder ihre Handelserfolge nachweisen. Solche Testimonials wirken zwar überzeugend, sind aber leicht zu fälschen.
Schließlich ist das Marketing von exacto-creditant.es auf schnelle Gewinne ausgerichtet. Die Seite betont, dass „schnelle Erträge“ möglich seien, ohne konkrete Quellen anzugeben. Solche Versprechen sind typisch für Betrugsplattformen, die den Eindruck einer echten Handelsplattform erzeugen wollen, um Vertrauen zu gewinnen.

Wie der Betrug bei exacto-creditant.es abläuft

Schritt 1: Erstkontakt und Lockangebot

Exacto Creditant nutzt aggressive Online-Werbung, um potenzielle Anleger zu erreichen. Auf Instagram, Facebook und TikTok tauchen Anzeigen auf, die schnelle Erträge versprechen. Oft wird ein vermeintlicher „Anlageberater“ in der Nähe des Nutzers präsentiert, der einen kostenlosen Testkauf anbietet. Diese erste Einzahlung, meist etwa 250 €, dient dazu, die Hemmschwelle zu senken und das Vertrauen in die Plattform zu erhöhen. Das „Angebot“ klingt glaubwürdig, weil die Seite professionelle Bilder und ein modernes Design verwendet, doch die zugrunde liegende Technik ist völlig simuliert.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform plötzlich hohe Buchgewinne: etwa 800 € aus 250 € in zwei Wochen. Diese Zahlen stammen aus einer Software, die lediglich hübsche Zahlen anzeigt. Es findet kein echter Handel statt; keine Orders werden an Börsen oder Märkte gesendet. Die Gewinne sind reine Simulationen, die den Eindruck erwecken, dass die Plattform tatsächlich arbeitet. Dieser Trick baut Vertrauen auf und ermutigt den Nutzer, mehr Geld einzuzahlen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein angeblicher „Account-Manager“ kontaktiert den Nutzer persönlich, meist per Messenger. Durch eine persönliche Beziehung und das Versprechen von „VIP-Konten“, Hebelboni von 1:500 und exklusiven IPO-Zugängen wird der Investor unter Druck gesetzt. Zeitlich begrenzte Angebote („nur heute“) und gefälschte Erfolgsgeschichten anderer Anleger verstärken den Eindruck, dass das Geld sofort wachsen wird. Typische Betrugszahlen liegen zwischen 5.000 € und 50.000 €, manche Opfer geben sogar mehr als 500.000 € ab.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald der Anleger sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen will, kommt plötzlich eine Reihe von Gebühren auf ihn zu. Die Plattform listet fünf typische Fake-Gebühren:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten melden sich häufig Dritte: angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“, die eine Wallet-Wiederherstellungs-Software anbieten. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ und „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Versprechen stecken oft dieselben Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen. Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Ignorieren Sie diese Angebote.

Das Netzwerk hinter exacto-creditant.es

Exacto Creditant agiert innerhalb eines Netzwerks von 45 weiteren Plattformen. Diese Verbindungen bedeuten, dass die Betreiber dieselben Hintermänner, dieselbe Infrastruktur und dieselben Marketing-Techniken nutzen. Oft werden Plattformen nach Auffliegen umbenannt oder unter neuen Domains betrieben, sodass das Risiko für neue Nutzer steigt. Dieses Netzwerk ermöglicht es den Tätern, ihre Aktivitäten zu verschleiern und die Wiederkehr von Betrugsfällen zu minimieren.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Einzahlung verschärft die finanzielle Belastung.
  2. Alle Belege sichern: Screenshots der Kontoauszüge, E-Mails, Zahlungsverträge und Chat-Logs sind entscheidend, um den Betrug nachzuweisen.
  3. Ihre Bank und die jeweilige Krypto-Börse informieren: Teilen Sie ihnen die Details mit und fordern Sie eine Sperrung der betroffenen Konten an.
  4. Eine Strafanzeige erstatten: Reichen Sie bei der örtlichen Polizeidienststelle oder dem Finanzamt eine Anzeige ein. Nutzen Sie dabei die gesammelten Beweise.
  5. Recovery-Scammer ignorieren: Jede Forderung nach Vorauszahlung oder zusätzlichen Gebühren ist ein weiterer Betrug. Schließen Sie den Kontakt ab und melden Sie die Angebote bei den zuständigen Behörden.

Schluss

Exacto Creditant (exacto-creditant.es) ist keine regulierte Plattform. Jede Interaktion mit ihr birgt ein hohes Risiko, Ihr Geld zu verlieren. Seien Sie wachsam und handeln Sie sofort, wenn Sie verdächtige Aktivitäten bemerken.

Das Netzwerk hinter Exacto Creditant

Exacto Creditant ist Teil eines Netzwerks von 45 weiteren Plattformen, die ähnliche Techniken nutzen und oft unter unterschiedlichen Namen operieren. Diese Verbindungen deuten auf ein gemeinsames Geschäftsmodell und geteilte Infrastruktur hin.

und 39 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei exacto-creditant.es gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei exacto-creditant.es
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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