Warnung vor Fundalitengs (fundalitengs.net): Erfahrungen zur Auszahlung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Fundalitengs (fundalitengs.net) ist ein betrügerisches Krypto-Handelsportal, das Anleger in ein Täuschungsnetzwerk lockt. Die Plattform gibt vor, reguliert zu sein, bietet jedoch keinerlei rechtliche Grundlage und führt zu massiven Verlusten.

Screenshot der Webseite Fundalitengs (fundalitengs.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite fundalitengs.net

Warum fundalitengs.net unseriös ist

Die ersten Anzeichen für Unregelmäßigkeiten erscheinen bereits bei der ersten Berichterstattung über die Plattform. Fundalitengs gibt an, ein reguliertes Krypto-Exchange zu sein, liefert jedoch keine Handelsregisternummer, Lizenzbehörde oder Lizenznummer. Diese fehlenden Angaben sind ein klarer Hinweis auf fehlende regulatorische Überprüfung. Weiterhin ist die Website ausschließlich auf Französisch verfügbar, obwohl der Hauptanspruch des Unternehmens darauf abzielt, ein internationales Publikum zu bedienen. Dies erhöht das Risiko, dass potenzielle Anleger sich nicht über die rechtlichen Gegebenheiten im Klaren sind.

Ein weiteres Warnsignal ist die Auswahl der akzeptierten Zahlungsmethoden. Kreditkarte, PayPal, Virement instantané, E-Wallets und Stablecoins werden als Optionen angeboten. Diese Vielfalt, kombiniert mit fehlender Transparenz hinsichtlich der Zahlungsabwicklung, lässt vermuten, dass die Plattform Zahlungen lediglich als Mittel zum Geldfluss nutzt, nicht als legitimes Handelsinstrument. Die fehlende Angabe eines Mindest- oder Höchstbetrags für Einzahlungen lässt Anleger unbemerkt große Summen einzahlen.

Die Marketingbotschaften der Plattform erzeugen ein Gefühl der Dringlichkeit, ohne konkrete Quellen oder Nachweise zu liefern. Aussagen über schnelle Gewinne werden ohne Belege präsentiert und nutzen die Technik der schnellen Renditen, die in betrügerischen Krypto-Angeboten häufig vorkommt. Die Plattform verwendet keine glaubwürdigen Testimonials: die angegebenen Namen (Marc Dubois, Sophie Martin, Michel Laurent, Daniel Petit, Jacques Moreau, Laura Bernard) sind nicht verifizierbar. Ohne unabhängige Bestätigung der Erfolge bleibt die Glaubwürdigkeit der Plattform fraglich. All diese Punkte zusammengenommen zeigen, dass Fundalitengs (fundalitengs.net) ein betrügerisches Unternehmen ist, das darauf abzielt, Anleger zu täuschen und zu betrügen.

Wie der Betrug bei fundalitengs.net abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Die meisten Opfer werden durch gezielte Werbeanzeigen auf Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook oder TikTok auf die Plattform aufmerksam. Die Anzeigen zeigen vermeintliche „Anlageberater“ und nutzen ansprechende Grafiken, die schnellen Reichtum versprechen. Oft wird ein „Willkommen-Bonus“ von 10 % bei der ersten Einzahlung beworben, obwohl keine klare Definition des Bonusbetrags vorhanden ist. Die erste Einzahlung wird bewusst niedrig gehalten: typischerweise 250 €: um die psychologische Hemmschwelle zu senken. Diese niedrige Summe lässt das Opfer glauben, es könne jederzeit aussteigen, was die weitere Bindung erleichtert.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald das Geld eingegangen ist, zeigt die Web-App von Fundalitengs scheinbar hohe Buchgewinne. In wenigen Wochen wird aus 250 € angeblich ein Gewinn von 800 € angezeigt. Diese Zahlen sind reine Software-Simulationen; keine echten Aufträge werden an eine regulierte Börse oder einen Broker gesendet. Stattdessen handelt es sich um eine manipulierte Anzeige, die dem Anleger den Eindruck von Profitabilität erweckt. Der Betreiber nutzt diese Illusion, um das Vertrauen des Kunden zu festigen und weitere Einzahlungen zu fordern.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach der ersten „Erfolgsstory“ beginnt ein persönlicher „Account-Manager“, der über die Plattform kommuniziert, das Verhältnis zu vertiefen. Durch regelmäßige E-Mails und Chat-Nachrichten werden dem Kunden „VIP-Konto“, Hebelboni von bis zu 1:500 und garantierte Profite versprochen. Dabei werden Zeitlimits gesetzt, zum Beispiel: „Nur heute erhalten Sie 20 % Bonus“. Solche künstlichen Engpässe erzeugen den Eindruck, dass das Angebot knapp ist, was die Entscheidung zu weiteren Einzahlungen beschleunigt. Typische Betrugsbeträge liegen zwischen 5 000 € und 50 000 €, manche Opfer investieren sogar über 500 000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn ein Kunde seine Gewinne auszahlen möchte, wird er plötzlich mit einer Reihe von Gebühren konfrontiert. Zu den üblichen Anfragen gehören:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu dem bereits verlorenen Kapital. Der Betreiber nutzt diese letzte Phase als letzte Melkphase, um das restliche Geld zu stehlen, bevor er sich verschwinden kann.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig angebliche „Wiederherstellungs­experten“ auf. Diese präsentieren sich als Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder Krypto-Forensiker und behaupten, das Geld zurückzuholen. Sie fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In Wirklichkeit handelt es sich um dieselben Täter, die das Geld weiter verkaufen oder für neue Betrugsfälle nutzen. Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Jede Kontaktaufnahme dieser Art sollte als klarer Scam betrachtet werden.

Das Netzwerk hinter fundalitengs.net

Fundalitengs ist Teil eines Netzwerks von 45 ähnlichen Plattformen, die häufig dieselben Betreiber und Infrastruktur teilen. Durch diese Vernetzung kann der Betreiber schnell neue Marken einführen und alte Plattformen bei Auffliegen abschalten. Die gemeinsamen Server, Datenbanken und Zahlungsgateways ermöglichen es, die Betrugsmasche nahtlos zu replizieren. Investoren, die in eine dieser Plattformen eingezahlt haben, finden oft nur noch ähnliche Websites, die dieselben Warnsignale aufweisen. Das Netzwerk sorgt für eine höhere Reichweite und erschwert es den Behörden, die Täter vollständig zu verfolgen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung ist ein potenzieller Verlust. Stoppen Sie sofort alle Transaktionen mit der Plattform.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Nachrichten, Kontoauszüge und Screenshots. Diese Dokumente sind wichtig für spätere Ermittlungen.
  3. Bank und Krypto-Börsen informieren: Melden Sie die verdächtige Transaktion bei Ihrer Bank und bei der Plattform, auf der Sie die Krypto-Währungen erworben haben. Fordern Sie eine Sperrung des Kontos an.
  4. Polizeiliche Anzeige erstatten: Kontaktieren Sie Ihre örtliche Polizeidienststelle oder das Finanzamt, um den Fall zu melden. Eine Anzeige erleichtert den Ermittlungen und kann zu einer Rückerstattung beitragen.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Jeder, der angeblich das Geld zurückholen kann, ist Teil des gleichen Betrugsnetzwerks. Schließen Sie alle Kontakte ab und informieren Sie sich bei offiziellen Stellen über seriöse Rechtsberatung.

Fazit

Fundalitengs (fundalitengs.net) ist ein klar erkennbarer Betrugsfall, der sich durch fehlende regulatorische Angaben, manipulierte Gewinne, aggressive Verkaufspsychologie und eine ausgeklügelte Gebühren-Falle auszeichnet. Die Verbindung zu einem Netzwerk von 45 ähnlichen Plattformen erhöht das Risiko und erschwert die Aufklärung. Betroffene sollten sofort handeln, Beweise sichern und die zuständigen Behörden informieren, um ihre Chancen auf Rückerstattung und strafrechtliche Verfolgung zu maximieren.

Das Netzwerk hinter fundalitengs.net

Fundalitengs ist Teil eines Netzwerks von 45 ähnlichen Plattformen, die häufig dieselben Betreiber und Infrastruktur teilen.

und 39 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei fundalitengs.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei fundalitengs.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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