Femaxatus (femaxatus.nl) im Faktencheck: Warum die Plattform betrügerisch ist

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
Teilen:

Die angebliche Investmentplattform Femaxatus (femaxatus.nl) ist kein seriöser Broker. Alle auf der Website gezeigten Renditeversprechen und Kundenberichte sind manipuliert, um Anleger zu überlisten.

Screenshot der Webseite Femaxatus (femaxatus.nl)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite femaxatus.nl

Warum femaxatus.nl unseriös ist

Femaxatus präsentiert sich als „Investmentplattform“ mit Angeboten in Aktien und Kryptowährungen. Bereits die ersten Anzeichen einer Unstimmigkeit sind erkennbar:

  1. Fehlende Registernummer und Aufsichtsbehörde: Auf der Website fehlt jegliche Angabe zu einer Handelsregisternummer oder einer lizenzierten Aufsichtsbehörde. In Deutschland und den Niederlanden ist die Angabe einer solchen Nummer für regulierte Broker zwingend vorgeschrieben.
  2. Unklare Standortangaben: Die einzige Adresse, die genannt wird, ist „Femaxatus Kantoor“. Diese Adresse taucht nicht in öffentlichen Registerdaten auf, und es gibt keine verifizierbare Unternehmenspräsenz vor Ort.
  3. Versprechen unrealistischer Renditen: Die Plattform gibt an, „bis zu 5000 Euro pro Monat“ zu erzielen. Ohne konkrete Handelsstrategie oder nachweisbare Transaktionen ist ein solcher Gewinn völlig unrealistisch und entspricht dem klassischen Modell von Pump-and-Dump-Schemata.
  4. Mangel an verifizierbaren Testimonials: Die aufgelisteten Namen („JAN“, „ANOUK“, „SVEN“, „EMMA“) sind ohne weitere Identifikationsmerkmale und ohne belegbare Erfolge. Solche Namen sind häufig generiert, um Vertrauen zu fälschen.
  5. Fehlende Zahlungsoptionen: Es werden weder traditionelle Banküberweisungen noch etablierte Zahlungssysteme angeboten. Stattdessen wird lediglich die Nutzung von Kryptowährungen angedeutet, ohne konkrete Wallet-Informationen zu liefern.

Diese Punkte deuten stark auf ein betrügerisches Vorhaben hin, bei dem die Plattform vorgibt, reguliert zu sein, während sie tatsächlich keine regulatorische Zulassung besitzt.

Wie der Betrug bei femaxatus.nl abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Frauen und Männer werden zunächst durch gezielte Online-Kampagnen angesprochen. In sozialen Netzwerken erscheinen Anzeigen, die „Schnelle Renditen“ versprechen, begleitet von gefälschten Video-Testimonials. Der erste Schritt ist immer ein kostenloses „Demo-Konto“, das mit einer geringen Einzahlung von 250 € eröffnet wird. Dieses Lockangebot dient dazu, das Vertrauen zu gewinnen und den potenziellen Kunden psychologisch an die Plattform zu binden.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der Einzahlung werden dem Anleger über eine benutzerfreundliche Oberfläche angebliche Gewinne angezeigt. Die Software simuliert Transaktionen, die in wenigen Tagen einen Gewinn von mehreren hundert Euro ausgeben. Da keine echten Orders an Börsen ausgeführt werden, bleiben die Gewinne ausschließlich im System. Der Anleger sieht also einen scheinbar steigenden Kontostand, der nicht auf realen Marktbewegungen basiert.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Der nächste Schritt besteht darin, den Anleger zu ermutigen, weitere Summen zu einzahlen. Der angebliche „Account-Manager“ bietet exklusive „VIP-Konten“ an, die angeblich höhere Hebel (z. B. 1:500) und garantierte Gewinne versprechen. Durch Zeitdruck, z. B. „Nur noch heute“, wird der Anleger dazu bewegt, mehr Geld zu investieren, oft in Höhe von 5 000 bis 50 000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun versucht, die simulierten Gewinne auszuzahlen, tauchen plötzlich mehrere Gebühren auf. Diese können wie folgt beschrieben werden: Transaktionsgebühr, Steuervorauszahlung, Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“, KYC-Verifizierungsgebühr, Konto-Aktivierungsgebühr, Anti-Geldwäsche-Hinterlegung.
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real; sobald ein Anleger diese Gebühren bezahlt, verschwindet das restliche Geld ohne Auszahlung.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten treten häufig Dritte auf den Plan: angebliche Anwälte, die ein „Vergleichsverfahren“ versprechen, oder „Krypto-Forensiker“, die angeblich eine Wallet-Wiederherstellungs-Software besitzen. Sie fordern Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter dieser Maske stehen meist die gleichen Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen.

Das Netzwerk hinter femaxatus.nl

Femaxatus agiert nicht isoliert, sondern ist Teil eines weitreichenden Netzwerks von 99 ähnlichen Plattformen. Diese Plattformen teilen sich häufig Hosting-Infrastruktur, Domain-Varianten und sogar dieselben Kundensupport-Kontakte. Das Muster deutet darauf hin, dass dieselben Betreiber ihre Dienste unter neuen Namen neu aufbauen, sobald Regulierungsbehörden Ermittlungen aufnehmen. Durch die Verteilung auf viele Domains erschweren sie die Aufklärung, weil jede Plattform individuell registriert ist und die Betreiber sich hinter neuen Namen verstecken.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie erkennen, dass die Plattform keine regulierte Lizenz besitzt, sollten Sie keine zusätzlichen Einzahlungen tätigen. Jede weitere Zahlung erhöht das Risiko, das Geld zu verlieren.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Transaktionsprotokolle, Screenshots der angeblichen Gewinne und sämtliche Kommunikationsnachweise. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später Strafanzeige erstatten oder rechtliche Schritte einleiten.
  3. Bank und Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank oder die Plattform, über die Sie die Einzahlung getätigt haben, und informieren Sie sie über die betrügerische Aktivität. Fordern Sie eine sofortige Sperrung Ihrer Konten und die Rückabwicklung von Transaktionen.
  4. Strafanzeige erstatten: Melden Sie den Vorfall bei der örtlichen Polizeidienststelle oder bei der nationalen Finanzaufsicht. Nutzen Sie Ihre gesicherten Beweise, um den Fall glaubhaft zu machen.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Sobald Sie Angebote von „Rechtsanwälten“ oder „Forensik-Spezialisten“ erhalten, die angeblich Ihre Gelder zurückholen wollen, lehnen Sie diese ab. Seriöse Fachleute werden Sie niemals unaufgefordert kontaktieren und verlangen keine Vorauszahlungen.

Abschluss

Femaxatus (femaxatus.nl) ist ein klar erkennbares Betrugsmodell, das auf falschen Renditeversprechen, fehlender Regulierung und gezielter psychologischer Manipulation beruht. Betroffene sollten sofort handeln, Beweise sichern und sich an die zuständigen Behörden wenden, um ihre Rechte zu schützen.

Das Netzwerk hinter femaxatus.nl

Femaxatus ist Teil eines Netzwerks von 99 Plattformen, die über ähnliche Domain-Variationen und gemeinsame Hosting-Provider laufen. Diese Struktur deutet auf ein Re-Branding-Muster hin, bei dem dieselben Betreiber ihre Dienste unter wechselnden Namen anbieten, sobald Aufseher Alarm schlagen.

und 93 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei femaxatus.nl gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei femaxatus.nl
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

Kontakt

Anfrage stellen

Schildern Sie kurz, was passiert ist. Sie bekommen eine Rückmeldung mit erster Einschätzung und Empfehlung, wie es weitergeht.

Vertraulich · Berufliche Verschwiegenheit · Unverbindlich

Kurz schildern

Ein paar Angaben genügen. Danach melden wir uns mit einer ersten Einschätzung.

Vertraulich · Unverbindlich

Bei Femaxatus Geld verloren?

Kostenlose Fall-Prüfung in 24h

Prüfen