Grow Investment (growvex.info): Was steckt hinter dem vermeintlich lukrativen Investment?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Grow Investment ist keine seriöse Anlageplattform: sie lockt mit unrealistischen Renditen, nutzt Bitcoin als einziges Zahlungsmittel und bietet keine regulatorische Transparenz. Anleger, die ihr Geld hier anlegen, riskieren, dass ihr gesamter Kapitalschein in die Hände von Betrügern gelangt. Auch die Financial Conduct Authority (FCA) warnt ausdrücklich vor Growvex unter dem Titel „growvex.info (new)“. Die vollständige FCA-Warnung zu Growvex steht auf der offiziellen Seite der FCA zur Verfügung.

Grow Investment: Belege und Unstimmigkeiten

Grow Investment präsentiert sich als moderne Investmentplattform, die angeblich Krypto-Investments, Forex-Trading, Aktien, Anleihen und Immobilien anbietet. Das Unternehmen wurde 2019 gegründet und behauptet, bereits drei Jahre Erfahrung zu haben: ein kurzer Zeitraum, der jedoch von der enormen Zahl von 3 Millionen angeblich betreuten Kunden überschattet wird.

Die fehlende Handelsregisternummer und die Abwesenheit einer registrierten Lizenznummer lassen sofort Zweifel aufkommen. Obwohl Grow Investment die Aufsicht durch die FCA und CySec verspricht, gibt es keinerlei Nachweis, dass eine solche Zulassung tatsächlich besteht. Das Fehlen einer Angabe zu einer Aufsichtsbehörde, einer Lizenznummer oder sogar eines regulären Unternehmenskontakts (keine E-Mail, kein Telefon, keine Adresse) ist ein klassisches Warnsignal, denn seriöse Anbieter stellen diese Informationen offen und leicht zugänglich bereit.

Die Marketingstrategie von Grow Investment ist auf schnelle Renditen ausgelegt: Mit einer Mindesteinzahlung von 100 Euro wird ein Gewinn von 20 % innerhalb von acht Tagen versprochen: ein Versprechen, das sowohl unrealistisch als auch rechtlich fragwürdig ist. Die einzige akzeptierte Zahlungsmethode ist Bitcoin, was die Rückverfolgung von Geldern erschwert und das Risiko von Geldwäsche erhöht. Zudem werden keine Boni oder zusätzliche Anreize klar kommuniziert, obwohl das Unternehmen angeblich 3 Millionen Kunden hat.

Die auf der Website aufgeführten Testimonials: „Ron DiCicco“, „Diane Podmanik“, „Joe Tantillo“ und „Rodriguez Benjamin“: sind ohne weitere Identifikationsdaten oder Verifizierungen. Solche Namen wirken eher als Marketingtrick denn als echte Kundenreferenzen. Auch die angeblichen Auszeichnungen wie die „BTC TradeON Summit 2017“, „BTC CIS Awards EXPO 2020“ oder die „AZTOMARKETS EXPO Dubai 2019“ sind zwar prestigeträchtig klingende Titel, jedoch keine regulatorischen Zertifikate, die die Legitimität des Unternehmens belegen.

Schließlich deuten die sprachlichen Feinheiten auf eine gezielte Manipulation hin. Grow Investment garantiert Renditen, obwohl es keine klare Erklärung dafür gibt, wie diese erzielt würden. Das Versprechen schneller Gewinne ohne Risiko, das Fehlen einer regulären Kontoverbindung und die Nutzung von Bitcoin als einziges Zahlungsmittel sind klassische Elemente von Anlagebetrug. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Grow Investment in keiner Weise die Merkmale einer regulierten Investmentplattform aufweist und die vorhandenen Daten stark auf betrügerische Praktiken hindeuten.

Wie der Betrug bei Grow Investment abläuft

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

In meiner langjährigen Ermittlungsarbeit beobachte ich, dass die Wege, über die Anleger zu Plattformen wie Grow Investment gelangen, äußerst vielfältig sind. Ob über auffällige Online-Werbeanzeigen, organische Suchmaschinen-Ergebnisse, persönliche Empfehlungen von Bekannten oder unerwartete Kaltakquise-Anrufe: die ersten Kontakte werden stets so gestaltet, dass sie Vertrauen erwecken. Die Plattform präsentiert sich mit professionellen Grafiken, ansprechenden Erfolgsgeschichten und einer klaren Botschaft: „Ihr Geld arbeitet für Sie.“ Diese scheinbare Glaubwürdigkeit ist das Fundament, auf dem die gesamte Masche aufbaut.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

Sobald ein Anleger ein wenig Interesse zeigt, wird ihm eine minimale Einzahlungsanforderung unterbreitet: typischerweise zwischen 200 € und 500 €. Grow Investment verlangt hierfür ausschließlich Bitcoin, was die Rückverfolgung des Geldes stark erschwert. Nach der Einzahlung erhält der Betroffene sofort Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden in wenigen Sekunden beeindruckende, aber künstlich erzeugte Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind nicht das Ergebnis echter Marktbewegungen, sondern von Software generiert, die das Vertrauen des Anlegers weiter festigt.

Der persönliche „Berater“

In den darauffolgenden Tagen wird dem Investor ein persönlicher „Berater“ zugewiesen, der über E-Mail, Telefon oder gelegentlich WhatsApp kommuniziert. Dieser Berater nutzt die persönliche Bindung, um weitere Einzahlungen zu fordern. Er präsentiert weiterhin angeblich hohe Gewinne und betont, dass höhere Einlagen notwendig seien, um die Rendite zu sichern. Durch die persönliche Beziehung senken die Täter die Hemmschwelle der Betroffenen, noch mehr Geld zu überweisen.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst wenn ein Anleger versucht, sein Geld abzuheben, kommt die eigentliche Falle zum Vorschein. Grow Investment verlangt sofort eine Reihe von Gebühren: von Transaktionsgebühren über angebliche Versicherungsgebühren bis hin zu „Geldwäsche-Kontrollen“. Diese Gebühren werden als notwendig dargestellt, um den Auszahlungsprozess zu beschleunigen. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen. Selbst nach Zahlung der ersten Gebühr folgen immer weitere Forderungen, die von scheinbar legitimen „Sicherheitsmaßnahmen“ begründet werden, jedoch in Wirklichkeit lediglich dazu dienen, den Betrugszyklus zu verlängern.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Anschluss an die Auszahlungsphase melden sich häufig Dritte, die sich als BaFin, FCA, Polizei oder sogar als Blockchain.com ausgeben. Diese sogenannten „Recovery-Scammer“ behaupten, sie könnten das Geld der Betroffenen zurückholen. Sie verlangen jedoch zusätzliche Zahlungen, um den Prozess zu starten, und nutzen dabei die Angst der Geschädigten aus. Tatsächlich handelt es sich bei diesen „Helfern“ meist um dieselben Täter, die weiterhin versuchen, weiteres Geld von den Betroffenen zu ergaunern. Der gesamte Ablauf: von der ersten Einleitung über die gefälschte Rendite bis hin zur endgültigen Geldabzug: wird von den Betrügern selbst gesteuert, sodass die angeblichen Gewinne niemals realisiert wurden.

Verdächtige Verbindungen zu Grow Investment

Grow Investment ist Teil eines Netzwerks von 94 weiteren Plattformen, die auf ähnliche Weise operieren. Diese enge Verbindung deutet auf geteilte Infrastruktur und oft gemeinsame Betreiber hin, was das Risiko eines systematischen Betrugs deutlich erhöht.

und 88 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei growvex.info gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei growvex.info
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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