InfinityMaxEdge (infinitymaxedge.net): Erfahrungen und Warnungen

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·3 Min. Lesezeit·
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InfinityMaxEdge ist ein betrügerisches Trading-Portal, das Anleger mit scheinbar attraktiven Renditen lockt. Die Plattform bietet keine rechtlichen Zulassungen, keine klare Unternehmensidentität und nutzt gezielt unklare Zahlungsoptionen, um Geld zu beschlagnahmen.

Screenshot der Webseite Infinitymaxedge (infinitymaxedge.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite infinitymaxedge.net

Warum infinitymaxedge.net unseriös ist

Die Plattform präsentiert sich als professionelle Trading-Website, doch die Daten sprechen eine andere Sprache. Es fehlt eine Handelsregistrierungsnummer und eine Angabe einer Aufsichtsbehörde: Grundvoraussetzungen für jede seriöse Finanzplattform. Das Gründungsjahr ist nicht erkennbar, was auf fehlende Transparenz hindeutet. Die angebotenen Dienstleistungen: Trading, Kontoeröffnung und Finanzberatung: werden ohne jegliche Zulassungsnachweise beworben. Das Impressum enthält lediglich eine Telefonnummer aus der Schweiz (+41 (22) 505 38 42) und eine E-Mail-Adresse, jedoch keine klare Unternehmensstruktur. Die Angabe „Über 35 Zahlungsoptionen“ ist vage; keine konkreten Methoden werden erläutert. Die Minimaleinzahlung von 100 € erscheint niedrig, aber die Plattform verspricht keine realistischen Renditen; stattdessen werden auf der Website lediglich ansprechende Grafiken gezeigt. Die Testimonials, die Namen wie „Emilia K.“ oder „Tomas G.“ enthalten, sind nicht verifizierbar: keine öffentlichen Profile oder Kontaktdaten. Diese Inkonsistenzen sind typische Indikatoren für einen betrügerischen Aufbau: fehlende rechtliche Identität, vage Zahlungsmodalitäten, unklare Unternehmenshistorie und nicht nachvollziehbare Erfolgsgeschichten. In meinen Ermittlungen hat sich gezeigt, dass Plattformen mit diesen Merkmalen häufig ein einheitliches Muster verfolgen: sie locken mit schnellen Gewinnen, führen die Anleger in eine Abhängigkeit und erheben dann versteckte Gebühren, bevor sie das Geld abschleppen. InfinityMaxEdge erfüllt exakt dieses Profil, und die Daten bestätigen die Gefahr, die hier besteht.

Die behauptete Geschäftsadresse

Die Adresse lautet 1226 Thônex, Place du Traité-de-Turin 9. In öffentlichen Handelsregistern ist InfinityMaxEdge unter dieser Adresse nicht registriert, was den Eindruck erweckt, dass das Unternehmen nur ein Schein ist. Die Angabe einer Adresse ohne Nachweis einer gültigen Handelsregistrierung wirft sofort Fragen auf.

An der angegebenen Adresse in der Schweiz befindet sich ein Ort. Eine eigenständige Geschäftstätigkeit eines Online-Brokers an diesem Standort ist nicht plausibel.

Beim genaueren Hinsehen fällt eine Diskrepanz ins Auge. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in der Schweiz. Wer Adresse, Server und Vorwahl bewusst auseinanderzieht, will Strafverfolgung erschweren. Genau dieses Muster prägt die Mehrzahl der von uns dokumentierten Betrugsfälle.

Adresse
Schweiz
Server-Standort
unbekannt
Telefon-Vorwahl
Schweiz

Anatomie des Betrugs bei InfinityMaxEdge

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Nach meiner langjährigen Erfahrung sind die Wege, auf denen Anleger zu solchen Plattformen kommen, sehr unterschiedlich: über Werbeanzeigen, Suchmaschinen-Treffer, persönliche Empfehlungen, Cold-Calls oder eigene Online-Recherche zu Anlagemöglichkeiten. Das Vorgehen der Täter dahinter ist aber immer dasselbe. Die Plattform wird seriös und professionell präsentiert, damit der erste Eindruck Vertrauen weckt.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

In den meisten Fällen wird zunächst eine kleine Investition von rund 200 € bis 300 € gefordert. Nachdem die Geschädigten das Geld eingezahlt haben, erhalten sie Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden in kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind allerdings nicht real, sondern werden von der Software selbst generiert.

Der persönliche „Berater"

Die Investoren erhalten einen eigenen Berater, der per E-Mail, Telefon oder WhatsApp Kontakt hält. Es werden immer weitere Gewinne ausgewiesen, und der Berater drängt zu höheren Einzahlungen, um vermeintliche Renditen zu sichern. Diese persönliche Bindung ist gewollt: Sie senkt die Hemmschwelle, mehr Geld zu transferieren.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst beim Auszahlungsversuch wird den meisten Geschädigten klar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Es werden plötzlich Gebühren verlangt, bevor eine Auszahlung erfolgen kann: getarnt als Transaktionsgebühr, Versicherungsgebühr oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht. Auch nach deren Zahlung folgen immer neue Forderungen. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen. Hinzu kommen gefälschte Garantien, Zertifikate und sogar Personalausweise des „Beraters“: das sind meistens Ausweise anderer Geschädigter.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Nachhinein melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Blockchain.com aus. Tatsächlich handelt es sich um dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten erhalten wollen. Die Handelsplattform ist von Anfang bis Ende von den Tätern selbst betrieben: die angezeigten Gewinne sind reine Fiktion, das eingezahlte Geld wurde nie investiert, sondern direkt abgezogen.

Das Netzwerk hinter InfinityMaxEdge

InfinityMaxEdge ist Teil eines Netzwerks von fünf weiteren Plattformen, die häufig ähnliche Marketingstrategien und Zahlungsinfrastrukturen nutzen. Dies deutet auf gemeinsame Hintermänner und ein systematisches Vorgehen hin, bei dem ein einzelner Betrugsakteur mehrere Marken betreibt, um das Risiko zu streuen und die Wiedererkennung zu minimieren.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei infinitymaxedge.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei infinitymaxedge.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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