Warnung vor Springetrade (mail.springetrade.org): Betrug im Fokus
Springetrade (mail.springetrade.org) ist keine seriöse Investment-Plattform: sie ist ein klassischer Betrug. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Firma lediglich Geld von unwissenden Anlegern abzieht und keine echten Geschäfte abwickelt.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum mail.springetrade.org unseriös ist
Springetrade (mail.springetrade.org) präsentiert sich als moderne Krypto- und Forex-Investment-Plattform, aber die Daten sprechen für sich. Erstens fehlt eine registrierte Handelsregisternummer und es wird keine Aufsichtsbehörde genannt, was bei jeder seriösen Finanzfirma Pflicht ist. Zweitens gibt es keine Lizenznummer: ohne diese können keine legitimen Finanzdienstleistungen angeboten werden. Drittens bietet die Plattform ausschließlich Kryptowährungen als Zahlungsmethode an. Während viele seriöse Broker mehrere Zahlungsmittel akzeptieren, ist die ausschließliche Nutzung von Krypto ein häufiges Merkmal von Scam-Plattformen, weil es die Rückverfolgung erschwert. Viertens verspricht die Seite unrealistische Renditen von „5 % After 2 Days“: ein klares Versprechen von garantiertem Gewinn in kurzer Zeit, das in der Finanzwelt unmöglich ist. Schließlich fehlen auf der Website jegliche Zertifikate, Auszeichnungen oder verifizierte Kundenbewertungen. Stattdessen sind gefälschte Testimonials von Personen wie „Henry Dever“ und „Jordan Brooks Thomas“ aufgelistet, deren Identitäten nicht nachvollziehbar sind. Alle diese Punkte zusammen zeigen eindeutig, dass Springetrade (mail.springetrade.org) keine regulierte Investment-Plattform ist.
Wo Springetrade angeblich sitzt
Die Firma nennt die Adresse „25 Old Broad St, London EC2N 1HQ, United Kingdom“. Im Handelsregister ist dort jedoch keine Eintragung von Springetrade zu finden. Dies lässt stark vermuten, dass die Adresse nur als Tarnung dient und die echte Tätigkeit nicht dort stattfindet.
Unter der angegebenen Anschrift im Vereinigten Königreich ist tatsächlich ein gastronomischer Betrieb ("Paul in Tower 42") verortet, kein für einen Broker geeignetes Büro oder Firmensitz.
Beim genaueren Hinsehen fällt eine Diskrepanz ins Auge. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Solche Diskrepanzen sind ein typisches Merkmal betrügerischer Plattformen, die hinter ausländischer Hosting-Infrastruktur eine seriöse Adresse vortäuschen.
- Adresse
- Vereinigtes Königreich
- Server-Standort
- unbekannt
- Hosting-Land
- USA
Wie der Betrug bei mail.springetrade.org abläuft
Schritt 1: Der erste Kontakt: Lockangebot
Springetrade nutzt gezielte Online-Werbung auf sozialen Medien, um potenzielle Opfer zu erreichen. Auf Instagram, Facebook und TikTok werden gefälschte „Trading-Gurus“ beworben, die angeblich mit hohen Gewinnen glänzen. Oft wird die Werbung von vermeintlichen Influencern unterstützt, die keine echte Verbindung zur Firma haben. Sobald ein Interessent auf einen Link klickt, wird er zu einer Landing-Page geführt, die ein kostenloses Demo-Konto anbietet. Die Anmeldung erfordert lediglich eine E-Mail und ein starkes Passwort. Der erste Einzahlungsbetrag wird auf 200 € festgelegt: ein kleiner Betrag, der die Hemmschwelle senkt und das Opfer emotional bindet. Durch die Verknüpfung mit Krypto-Wallets wird der Einstieg zusätzlich verlockend gemacht, weil die Plattform vorgibt, sofort Gewinne auszahlen zu können.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung wird die Benutzeroberfläche von Springetrade mit schnellen, scheinbar automatischen Gewinnen gefüllt. Auf dem Dashboard erscheint ein Balkendiagramm, das anzeigt, dass 200 € in nur zwei Tagen zu 210 € anwachsen. Diese Zahlen stammen jedoch nicht aus echten Börsenordern, sondern sind rein simulierte Daten, die von der internen Software erzeugt werden. Die Plattform präsentiert sich als „Live-Trading-Portal“, obwohl keine echten Orders ausgelöst werden. Das Ziel ist klar: Vertrauen aufbauen und das Opfer von der Illusion, bereits profitabel zu sein, überzeugen.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Wenn das Demo-Konto „profitabel“ wirkt, beginnt Springetrade, das Vertrauen zu nutzen. Ein sogenannter „Account-Manager“ kontaktiert den Anleger per E-Mail oder über private Messenger. Der Manager verspricht exklusive VIP-Konten mit Hebeln von 1:500, „garantierten“ Profiten und Zugang zu IPO-Deals. Gleichzeitig wird betont, dass diese Angebote nur für eine begrenzte Zeit verfügbar sind. Der Druck entsteht durch Zeitlimits („Nur heute“) und das Erzeugen von Social-Proof durch angebliche Erfolgsgeschichten. Oft werden persönliche Anreden benutzt, um eine Bindung zu schaffen. In der Folge zahlt das Opfer weitere 5.000 € bis 50.000 € ein, um von den angeblich hohen Renditen zu profitieren. Manchmal steigen die Beträge sogar über 500.000 €, wenn das Opfer von einem „Super-Trader“ überzeugt wird, der behauptet, „unendliche“ Gewinne zu erzielen.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn das Opfer nun seine Gewinne oder sein ursprüngliches Kapital zurückfordern möchte, wird sofort eine Liste von Gebühren aufgeführt. Zu den typischen Fake-Gebühren gehören:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung Diese Gebühren wirken zunächst plausibel, sind aber vollständig erfunden. Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu seinem ursprünglichen Betrag noch weitere Geld. Und trotz Zahlung kommt es immer noch nicht zur Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten treten plötzlich angebliche „Rechtsberater“ oder „Krypto-Forensiker“ auf. Sie behaupten, das Geld könne durch spezielle Software oder ein internationales Ermittlungsnetzwerk zurückgeholt werden. Sie fordern Vorauszahlungen für „Reparatur-Gebühren“, „Übersetzungs-Kosten“ oder „Server-Zugriff“. Hinter diesen Forderungen verstecken sich dieselben Täter, die die ursprünglichen Gewinne verschleiern. Sie verkaufen die gesammelten Daten an andere Plattformen und profitieren weiter. Seriöse Anwälte und Behörden werden nie unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram kontaktiert, um einen „Reparatur-Service“ anzubieten.
Das Netzwerk hinter mail.springetrade.org
Springetrade ist Teil eines Netzwerks von fünf weiteren Plattformen, die ähnliche Geschäftsmodelle und identische Betreiber haben. Diese Plattformen nutzen dieselbe Infrastruktur, teilen sich dieselben Web-Server und haben oft dieselben Domain-Suffixe. Das bedeutet, dass ein Fall von Springetrade automatisch auf die anderen Plattformen übertragen werden kann, sobald sie von den Behörden aufgezeigt werden. Wenn Sie in einer der fünf Plattformen ein Konto haben, sollten Sie sofort prüfen, ob Sie identische Warnungen erhalten haben. Oft sind die Betreiber dieselben Personen oder dieselben Firmen, die die Plattformen umbenennen, sobald ein Fall aufgedeckt wird.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie die erste Warnung erhalten, stoppen Sie alle Transaktionen. Jede weitere Einzahlung erhöht nur das Risiko, Ihr Geld zu verlieren.
- Sammeln Sie Beweismaterial: Screenshots von Konto-Screens, E-Mails, Zahlungsbelegen und allen Kommunikationskanälen sollten sorgfältig archiviert werden. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später eine Strafanzeige erstatten.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse: Informieren Sie sie über mögliche Betrugsversuche, damit sie Ihre Konten überwachen und weitere Transaktionen verhindern können.
- Reichen Sie eine Strafanzeige bei der Polizei ein: Melden Sie den Vorfall bei der örtlichen Polizeidienststelle oder der Staatsanwaltschaft. Ihr Fall wird dann in die Ermittlungsakten aufgenommen, und es kann ein gerichtliches Verfahren eingeleitet werden.
- Ignorieren Sie Recovery-Scam-Anfragen: Jede Forderung nach Vorauszahlungen für „Reparatur-Kosten“ oder „Forensik-Service“ ist ein weiterer Betrug. Legen Sie keine zusätzlichen Summen an und schließen Sie sämtliche Verhandlungen ab.
Schluss
Springetrade (mail.springetrade.org) ist ein klar erkennbarer Betrug. Sie sollten sofort handeln und Ihre Investitionen schützen. Teilen Sie diese Warnung mit Freunden und Familie, damit auch andere nicht Opfer werden.
Verbindungen im Hinterhalt
Springetrade ist technisch und organisatorisch mit fünf weiteren Plattformen verknüpft. Diese Verbindungen deuten auf ein gemeinsames Netzwerk von Betrügern hin, das seine Opfer mehrfach ausnutzt.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei mail.springetrade.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.




